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Spaniens Einkaufsliste gegen Katalanes ist noch immer aktiv
Ein Forenthread von 2011 mit Alternativen zu Freixenet, Damm oder Cola Cao ist weiterhin aktiv: der Boykott katalanischer Produkte als Barometer des Territorialkonflikts in Spanien.
Spaniens Einkaufsliste gegen Katalanes ist noch immer aktiv
Ein im Februar 2011 eröffneter Thread mit einer Liste von Alternativen zu Produkten mit Sitz oder Herstellung in Katalonien sorgt auch mehr als ein Jahrzehnt später noch für Wirbel. Was als hausgemachtes Verzeichnis von Ersatzprodukten begann — vom Kaffee bis zum Cava, vom Toastbrot bis zu Tiefkühlware —, ist zu einem Barometer der territorialen Spannungen geworden: Jeder politische Höhepunkt des Unabhängigkeitsprozesses belebt den Einkaufskorb als Waffe neu. Die ursprüngliche Prämisse war einfach: die Wirtschaft „unserer Lande" stärken, indem man das meidet, was der Verfasser „Cataliban"-Produkte nannte.
Die Liste ist bis zur Besessenheit detailliert. Sie unterteilt Getränke, Süßwaren, Milchprodukte, Fertiggerichte, Wurstwaren, Tiefkühlprodukte und Nudeln und schlägt für jede katalanische Marke eine Alternative vor: Freixenet und Codorniu durch valencianischen oder extremadurischen Cava; Damm durch Águila, Cruzcampo oder Alhambra; Cola Cao durch Nesquik; Gallina Blanca durch Eigenmarken; Casa Tarradellas durch Campofrío oder El Pozo. Sie warnt sogar davor, dass einige Eigenmarken in Katalonien hergestellt werden und man sie überprüfen muss. Der Verfasser erkennt den Aufwand an: „Ich versichere euch, eine kleine Anstrengung lohnt sich".
Vom Einkaufswagen in den politischen Schützengraben
Was als selektiver Konsum begann, wurde mit dem Unabhängigkeitskonflikt politisiert. In der Diskussion äußern sich einerseits jene, die den Boykott als Antwort auf das empfundene Despektierliche gegenüber allem Spanischen verteidigen, und andererseits jene, die warnen, dass er Arbeiter bestraft, die sich als Spanier fühlen. Ein Teilnehmer fasst es schonungslos zusammen: „Katalanische Produkte sind nicht exklusiv für Unabhängigkeitsbefürworter". Ein anderer behauptet, das Einkaufsgeld finanziere die souveränistische Erzählung.
Der Austausch hat einen Spiegel-Moment. Mehrere Beiträge erinnern daran, dass aus dem Katalanistenlager Jahre zuvor eine „compreu-no compreu"-Kampagne und ein Boykott spanischer Produkte gefördert worden waren, mit Links zu Zeitungsarchiven. Die implizite Schlussfolgerung: Jede Seite hat ihre eigene Liste. Und eine Antwort fasst die Symmetrie zusammen: die Liste „umgekehrt" anzuwenden.
Der Trick mit dem ovalen CE-Stempel, um die Herkunft eines Produkts zu erkennen
Abgesehen von der Politik bietet der Thread praktische Hilfsmittel. Das nützlichste: Alle Produkte mit tierischen Zutaten tragen einen ovalen EG-Stempel mit einer siebenstelligen veterinärrechtlichen Registrierungsnummer, gefolgt von den Initialen der Provinz, in der sie hergestellt wurden. Dieser Code identifiziert das Werk, nicht den Firmensitz, und zeigt also, wo die Milch oder die Wurstware tatsächlich abgepackt wurde. Außerdem wird angemerkt, dass eine Verlagerung des Firmensitzes nicht gleichbedeutend mit einem Umzug von Fabriken und Arbeitsplätzen ist.
Es gibt Skepsis über die Wirksamkeit. Es wird argumentiert, dass ein Boykott Unternehmen dazu bringen kann, ausländische Märkte zu suchen, und dass das Vertriebsnetz von Tausenden Arbeitsplätzen in ganz Spanien abhängt. Und dann die Anekdote: ein älterer Kunde im Supermarkt, der die Kassiererin fragt, ob einige Flaschen katalanisch seien, weil er die Information auf dem Etikett nicht finden konnte.
Vor diesem Hintergrund ist die vorsichtige Prognose unvermeidlich: Solange der Territorialkonflikt weiterlebt, wird das Etikett weiter als Bekenntnis gelesen werden. Läuft er sich tot, wird die Liste wieder das sein, was sie war: eine Tabelle mit Ersatzprodukten an der Kühlschranktür.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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