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Alvise spaltet das rechte Lager: 61 Sitze bei EU-Wahl
Alvises Kandidatur für die Europawahl befeuert die Debatte um strategisches Wählen und die Verteilung von 61 Mandaten in einem einzigen Wahlkreis.
Strategisches Wählen funktioniert nicht: Die Rechte spaltet sich, Sánchez atmet auf
Im politischen Diskurs immer wieder betont: Eine Spaltung der Rechten ist der günstigste Weg für die Linke zur Macht. Es braucht keinen Pakt oder Misstrauensantrag; es reicht aus, wenn PP, VOX und eine dritte Kandidatur dieselbe Wählerschaft teilen und weniger Sitze erringen, als ihnen nach Stimmenanteil zustehen würde. Genau dies wird im Kontext von Alvises Sprung in die europäische Politik und einer möglichen Fortsetzung bei den Parlamentswahlen diskutiert. Das sich abzeichnende Szenario — eine in drei Teile gespaltene Rechte — begünstigt Pedro Sánchez erheblich.
Warum greift das Argument des strategischen Wählens bei der Europawahl nicht?
Weil bei der Europawahl landesweit in einem einzigen Wahlkreis mit 61 zu vergebenden Sitzen gewählt wird, nicht in 52 Provinzen. Stimmen, die die Sperrklausel nicht erreichen, sind nicht knapp am Mandat gescheitert: Sie gehen vollständig verloren, sowohl im rechten als auch im linken Lager. Die einzigen ungültigen Stimmen sind jene aller Parteien ohne Vertretung, und dieser Pool verändert die Sitzverteilung kaum mehr als um ein Mandat nach oben oder unten.
Mit dieser Arithmetik verliert der oft zitierte Aufruf zum strategischen Wählen seine Grundlage. Die vollständige Berechnung sitzeweise ergibt laut Befürwortern dieser These eine deutlich geringere Differenz als die alarmistischen Prognosen nahelegen. Die eigentliche Gefahr liegt bei den Parlamentswahlen, wo das Provinzsystem den Verlust jeder Zehntel-Prozent-Marke multipliziert.
Der Spiegel vom Juli 2023: Von über 50 Abgeordneten zu mehr als 20 Verlorenen
Das ständig zitierte Präzedenzfall-Beispiel. VOX ging mit über 50 Parlamentariern ins Jahr 2023 und regierte bei den Kommunalwahlen in kleineren Städten. Bei den Parlamentswahlen im Juli verlor die Partei mehr als 20 Mandate. Eine verbreitete Lesart besagt, dass die PP kein Interesse an einem Alleinsieg hatte und durch die Ambivalenz zwischen „Regieren allein“ und dem Ruf nach einer Koalition mit dem „guten Teil“ der PSOE statt mit VOX ihr eigenes konservatives Publikum demobilisierte. Zehntausende Stimmen, verstärkt durch das d'Hondt-Verfahren, reichten aus, um diese Sitze verschwinden zu lassen.
Daraus resultiert der häufigste Vorwurf: Wer die Rechte fragmentiert, ist nicht die neue Partei rechts davon, sondern jene, die sich als Alternative ausgibt und dann nach Brüsseler Vorgaben stimmt.
Der Europaabgeordnete, der nie nach Brüssel kommt
Ein wiederkehrender Vorwurf gegen den Kandidaten lautet, er suche nur einen institutionellen Posten, nicht Veränderung. Ihm wird zugeschrieben, erklärt zu haben, er wolle sich nicht in Brüssel niederlassen. Die folgende Rechnung ist kein Zufall — ein Gehalt als Europaabgeordneter von rund 10.000 Euro monatlich, vier Jahre Mandat und bestenfalls zwei der etwa 700 Sitze im Europäischen Parlament. Die EU mit zwei Abgeordneten zu verändern, wird als schwer haltbare Naivität argumentiert.
Der andere, juristisch gefärbte Vorwurf ist, sein eigentliches Ziel sei die parlamentarische Immunität. Wie ein Teilnehmer präzisiert, deckt dieser Schutz nur Handlungen nach der Vereidigung ab, nicht vorherige Ereignisse, sodass er vor nichts schützt, was vor dem Mandatsantritt lag.
Warum heißt es, die PP stimme wie die PSOE in Europa?
Dies ist das Argument, das dem Konzept des strategischen Wählens am meisten schadet. Die verbreitete Anschuldigung besagt, dass die PP im Europäischen Parlament in etwa 90 % der Abstimmungen mit der PSOE stimmt und ihre wahre Funktion darin besteht, linke Politiken zu normalisieren und zu festigen. Die Formulierung ist hart, aber die Zusammenfassung simpel: Die PSOE erfindet, die PP setzt durch.
Wenn man dies akzeptiert, ist es egal, wer gewinnt. Und genau hier hört der konservative Wähler auf, an den Aufruf zum strategischen Wählen zu glauben, und beginnt, nach Kandidaturen Ausschau zu halten, die Brüssel zumindest das sagen, was seine eigene Partei nicht sagt.
Was sagen die Umfragen und warum vertraut niemand ihnen?
Die zitierten Umfragen sehen Alvise als dritt- oder viertstärkste Kraft in Europa, mit über 1.200.000 Stimmen und bis zu fünf Europaabgeordneten. Veranstaltungen wie in Málaga, bei denen Tausende den Hauptplatz füllten, dienen als Beweis, dass es mehr als nur digitales Rauschen gibt.
Das Gegenargument ist ebenso solide: Ein großer Teil der PP-Wählerschaft kennt ihn nicht, und der tatsächliche Stimmenzufluss käme vor allem aus der Nichtwahl und von VOX. Im Diskurs gilt es als wahrscheinlich, dass er bei der Europawahl Sitze holt; die Frage ist, ob dieses Kapital hält, wenn in kleinen Wahlkreisen um die Regierungsbildung gekämpft wird.
Wenn die Fragmentierung anhält, kann die Rechte wieder mehr Stimmen als Sitze summieren, und diese Differenz hat einen Namen und einen Profiteur. Niemand hat bisher bewiesen, dass drei Parteien mehr bringen als zwei, erst recht nicht in einem Land, in dem das regionale System jede Streuung bestraft. Die Ungewissheit bleibt, ob der heute gemessene Wechselwillen eine echte Kampagne übersteht.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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