Alvise stimmt für Chat Control: Fehler oder Strategie?

Alvise Pérez stimmte im Europaparlament für Chat Control 1.0. Nur 314 von 720 Abgeordneten lehnten die Maßnahme ab. Fehler oder Strategie der kontrollierten Opposition?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Alvise stimmt für Chat Control: der Fehler, der keiner war

Am vergangenen Dienstag stimmte das Europaparlament über den Vorschlag für Chat Control 1.0 ab, der private Nachrichten auf Material sens Kindesmissbrauchs durchsuchen soll. Die Maßnahme, die ursprünglich 2026 auslaufen sollte, wird bis 2028 verlängert. Um das zu verhindern, war eine absolute Mehrheit von 361 Gegenstimmen nötig. Nur 314 Abgeordnete stimmten dagegen. Unter denen, die es nicht taten, erregte die Zustimmung von Luis "Alvise" Pérez, eines fraktionslosen Abgeordneten und selbsternannten Verfechters der Privatsphäre, höchste Alarmstufe.

Der parlamentarische Schachzug, den niemand erwartete

Abgestimmt wurde nicht über die Annahme von Chat Control, sondern über einen Antrag zur Ablehnung. Da die nötigen 361 Stimmen für die Ablehnung verfehlt wurden, galt der Vorschlag automatisch als angenommen. "Trickbetrug erster Klasse", fasste ein Analyst in den sozialen Medien zusammen. Das entscheidende Detail: Die meisten pogre und liberalen Fraktionen stimmten dagegen, doch Konservative und Rechte —mit Ausnahme von Vox— enthielten sich oder stimmten zu. Alvises Stimme, von einem Abgeordneten, der sich als antisystemischer Außenseiter präsentiert, erwies sich als ausschlaggebend.

Inkompetenz oder kontrollierte Opposition?

Die Erklärungen gehen auseinander. Manche behaupten, Alvise habe die Frage nicht verstanden: Als fraktionsloser Abgeordneter (ohne Zugehörigkeit zu einer Fraktion) könnte er die Richtung der Abstimmung verwechselt haben. "Er kann nicht mal einen Knopf drücken", spotteten Kritiker. Andere vermuten eine bewusste Strategie: "Wenn er gewollt hätte – so wie er seinen Gehalt spenden wollte." Der Abgeordnete hatte im Wahlkampf versprochen, sein Gehalt zu spenden und gegen Massenüberwachung zu kämpfen; seit seiner Ankunft in Brüssel fehlte er bei wichtigen Abstimmungen, und nun dieser Ausrutscher.

Der Vorfall erinnert an andere "Versehen", die der Mehrheit nutzten. Die Opposition erkennt ein Muster: Figuren der sogenannten "kontrollierten Opposition", die die Rolle übernehmen, Stimmen abzuziehen, während sie die Politik des Systems unterstützen. "Fast jede Partei hat ein paar Figuren, die sich verrechnen und so ihre Ziele erreichen", bemerkte ein Kommentator.

Der Schatten von Chat Control 2.0

Die Verlängerung von Chat Control 1.0 ist nur das Vorspiel. Im September wird über die CSAR (Chat Control 2.0) abgestimmt, die die Durchsuchung verschlüsselter Nachrichten vorsieht und für alle Plattformen verpflichtend sein wird. Datenschützer warnen, dass dies der Tür zu einer beispiellosen Massenüberwachung öffnet. Währenddessen sind Bürger ohne alternative Verschlüsselungstools —GrapheneOS, Signal, XMPP— schutzlos ausgeliefert.

"Jeder mit ein bisschen gesundem Menschenverstand sollte Entsetzen empfinden", schrieb ein Nutzer. Doch der Schaden ist angerichtet: Alvises Stimme, ob aus Versehen oder auf Auftrag, hat den Weg für eine Kontrolle geebnet, die er selbst bekämpfen wollte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (73 Antworten).

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