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Alte Autos dürfen nicht mehr nach Madrid pendeln
In Madrid werden Fahrzeuge ohne Umweltplakette A, die nicht in der Stadt gemeldet sind, von 257 Kameras auf der M-30 überwacht. Für Pendler wird das alte Auto zur Falle.
Kann man noch ein günstiges Gebrauchtwagen kaufen und damit in Madrid arbeiten? Seit Ablauf der Übergangsfrist hängt die Antwort von drei Faktoren ab: der Umweltplakette des Fahrzeugs, dem Wohnort des Halters und 257 Kameras. Pkw mit der Umweltklassifizierung A, deren Besitzer weder in Madrid gemeldet sind noch den Kraftfahrzeugsteuer (Impuesto de Tracción Mecánica) dort zahlen, werden sanktioniert, wenn sie die M-30 oder das Innere des Ringes befahren. Für Tausende Arbeitnehmer, die außerhalb der Hauptstadt leben, bedeutet dies das Ende einer Lebensgrundlage.
Drei Millionen Einwohner leben außerhalb Madrits
Drei Millionen Menschen leben in der Autonomen Gemeinschaft Madrid in Gemeinden, die nicht die Hauptstadt selbst sind. Diese Zahl ordnet das gesamte Thema: Es handelt sich nicht um eine Handvoll nostalgischer Fahrer, sondern um eine Bevölkerungsmasse, die im Umland schläft und im Zentrum arbeitet. Die Wohnkosten drängen die Menschen hinaus, und der öffentliche Nahverkehr gleicht dies nicht immer aus.
Die Zeiten beweisen es. Eine Fahrt zwischen zwei Gebieten in Madrid kann eine Stunde dauern. Von einer Schlafstadt wegzufahren verlängert den Weg auf anderthalb bis zwei Stunden, egal ob mit dem Auto oder Bus. Und der unbequeme Vorwurf taucht auf: Wer bereits ins Zentrum gezogen ist und seinen Beitrag geleistet hat, sieht nicht ein, warum er sich danach mit denen solidarisieren soll, die draußen geblieben sind.
Der Gebrauchtwagen war der soziale Aufzug
Etwa sechs Jahrzehnte lang war die Abfolge fast ein Ritual: etwas Geld sparen, einem Privatperson ein fünfzehn- oder zwanzigjähriges Auto abkaufen, damit zum ersten ernsthaften Job fahren und die erste Freundin zu angesagten Orten ausführen. Das Fahrzeug war kein Luxus, es war der Schlüssel. In der Hierarchie der Schule bekam derjenige Aufmerksamkeit, der ein Motorrad hatte, auch wenn es schäbig war.
Nun wird behauptet, dass diese Tür sich schließt und das Ergebnis eine Verurteilung ist, von fast allem ausgeschlossen zu bleiben: von gut bezahlter Arbeit, vom sozialen Leben im Zentrum und von der Unabhängigkeit, die ein eigenes Auto bietet. Die Erinnerung relativiert jedoch die Erzählung. Als junger Mensch täglich nach Madrid zu pendeln war nie billig oder einfach: Es erforderte einen Parkplatz, ein Gehalt und Durchhaltevermögen, und wer es tat, besaß oft ein altes Wrack oder eine Familie, die ihn unterstützte.
Die Falle der Emissionskriterien
Hier kreuzt sich ein Argument, das hartnäckig kursiert: Das technische Kriterium unterscheidet nicht immer das, was es zu unterscheiden vorgibt. Ein BMW deklariert 233 Gramm CO2 pro Kilometer und darf durch Madrid fahren. Ein Opel mit 155 Gramm pro Kilometer, also weniger, darf es nicht. Die Umweltplakette misst nicht die tatsächlichen Emissionen jeder Fahrt, sondern die Motortechnologie und ihr Homologationsdatum: Ein älteres und saubereres Gas-Auto kann ausgeschlossen sein, während ein leistungsstärkeres und moderneres problemlos einfährt.
Daraus erwächst der eigentliche Vorwurf: Das Ziel sei nicht die Luftqualität, sondern die Reduzierung der Anzahl einfacher Autos im Zentrum. Die Antwort der Befürworter der Regelung ist das Gegenteil: Ohne Einschränkungen gebe es keinen Weg, die Verschmutzung zu senken oder die Klimaziele zu erfüllen. Ein Faktum, das den Streit beilegt, ist nirgends zu finden.
Regeln einhalten ohne Bußgelder: Was andere Städte tun
In anderen Städten wurde der Konflikt auf politischem Wege gelöst. Wo die Partido Popular und VOX regieren, wurden einige Umweltzonen deaktiviert oder blieben ohne wirksame Sanktionen, und in einer von VOX regierten Hauptstadt wurde die Umweltzone ohne Strafen genehmigt. Übersetzung: Die Regel kann auf dem Papier existieren und in der Praxis nicht angewendet werden.
Hinzu kommt das Argument der Zuständigkeit. Es würde genügen, sagen Kritiker, nur wenige Straßen im Zentrum als Umweltzone auszuweisen, um die Anforderungen zu erfüllen; die Einschränkung des gesamten Gemeindegebiets gehe darüber hinaus. Artikel 139.2 der Verfassung, der die Freizügigkeit im gesamten nationalen Territorium garantiert, wird in diesem Kontext angerufen. Auch gibt es Stimmen, die auf das Schuldzuweisungsspiel hinweisen: Wenn etwas gut läuft, ist es Verdienst der Präsidentin, wenn schlecht, dann des Bürgermeisters.
Diskutierte Auswege: Scooter, Motorrad und fremder Halter
Die diskutierten Lösungen reichen von Vernünftigem bis zu Schläue. Öffentlicher Nahverkehr, E-Scooter und Motorrad als Formeln, um die Stoßzeiten eines endlosen Staus zu umgehen. Das Auto auf den Namen eines Familienangehörigen registrieren, damit die Bußgelder an eine andere Adresse gehen. Und eine laut ausgesprochene Warnung: Abschleppwagen könnten sich weigern, bestimmte Fahrzeuge zu bergen, wegen des damit verbundenen Risikos.
Währenddessen werden Regeln gekocht, die noch nicht da sind. In Frankreich ist der intelligente Geschwindigkeitsbegrenzer für Fahrzeuge ab 2025 obligatorisch, und in Spanien wird Ähnliches erwartet. Wenn der Beschleuniger schließlich von einem Algorithmus verwaltet wird, hört das Problem auf, wo man parkt, und wird zu, wie schnell man fahren darf.
Das fünfzehn Jahre alte Auto springt weiterhin beim ersten Versuch an. Nur muss man jetzt, neben dem Sparplan für den Kauf, auch einen Sparplan für die Bußgelder haben, um damit zur Arbeit zu fahren.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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