AliExpress verliert die Krone: Die 3€-Gebühr killt den Schnäppchenpreis

Der 3€-Zoll pro Artikel und die 2€-Gebühr ab November begraben das China-Schnäppchen: Die Verkäufe im Niedrigpreissegment brechen um 95% ein, Amazon holt die Preiskrone zurück.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

AliExpress verliert die Krone: Die 3€-Gebühr killt den Schnäppchenpreis
AliExpress lohnt sich nicht mehr: Der 3€-Zoll pro Artikel begräbt das Schnäppchen

Lohnt es sich noch, bei AliExpress zu kaufen? Wer seit Jahren die Plattform ausreizt, antwortet darauf immer öfter mit Nein. Die berüchtigte EU-Abgabe — jener Zoll pro Artikel, der in der Praxis mehr als 3€ pro Stück ausmacht — hat den Kauf billiger Kleinteile zum Glücksspiel gemacht. Früher war eine Bestellung über zwanzig Euro mit mehreren Artikeln ein echter Deal. Heute trägt derselbe Warenkorb einen Aufpreis, der die Ersparnis auffrisst und das Geschäft mit Amazon auf Augenhöhe bringt.

Die Diagnose wiederholt sich: Die Preise sind gestiegen, um die weggefallene subventionierte Lieferung auszugleichen, die Angebote werden immer falscher und das Lager bleibt in China verankert. Das Versprechen von AliExpress Plaza — Versand aus europäischem Lager, ohne Zoll — funktioniert nur bei Bestsellern. Alles andere überquert weiterhin den halben Erdball samt Zollabgabe.

Die Rechnung ist für den Kleinkäufer vernichtend. Ein Set aus Shorts und Badeanzug zahlt 3€ Zoll; einzeln gekauft 6€. Die Logik würde nahelegen, alles zusammen zu versenden, aber die Plattform macht das nicht. Unterdessen bereitet die EU für November eine weitere 2€-Gebühr vor, die jede kleine Bestellung um eine weitere Fixkosten-Schicht verteuert.

Die gegenteilige Wirkung dessen, was Brüssel wollte

Der erklärte Zweck war, den europäischen Handel zu schützen und Mehrwertsteuer einzunehmen. Das Ergebnis, so die Käufer selbst, ist beides nicht. Die Verkäufe im Niedrigpreissegment sind in manchen Bereichen um 95% eingebrochen, und die Mehrwertsteuer, die früher pro Paket eingenommen wurde, gibt es schlicht nicht mehr, weil das Paket nie verschickt wird. Wasserdichter Plan, spotten die Verbraucher aus der Schützengraben.

Manche halten Protektionismus für wirksam und darauf verweisend, dass die Chinesen zu Hause keineswegs Vorkämpfer des freien Marktes sind. Das Argument hat Substanz: Peking verschließt seinen Markt seit Jahren hermetisch, während er die Märkte anderer flutet. Aber das in Europa verordnete Mittel hat keine lokalen Fabriken geschaffen, sondern Zwischenhändler. Große chinesische Exporteure verkaufen jetzt en gros an europäische Händler, die dasselbe Produkt mit 40% oder 50% Aufschlag weiterverkaufen. Der Endverbraucher zahlt mehr, der chinesische Hersteller verkauft weiter, und der einzige Verlierer ist der Privatmann, der früher drei Euro billiger kaufte.

Amazon reibt sich die Hände

Der stille Gewinner all dessen ist Amazon. Das US-Unternehmen hatte die Einfuhrabgaben längst in den Preis vieler Produkte eingerechnet und sieht nun, wie sein direkter Konkurrent das einzige verbleibende Argument verliert: den Preis. Bei Artikeln unter fünfzehn Euro macht der feste Zoll von 3,63€ aus einem Zwei-Euro-Kauf fast einen Sechs-Euro-Kauf. Bei Artikeln ab fünfzig Euro verwässert der Aufpreis, und der Abstand zum lokalen Handel bleibt groß.

Das Problem ist das Mittelsegment. Dort ist AliExpress nicht billig und Amazon nicht schnell. Und die Discount-Läden vor Ort — Action, Tedi, Pepco, Zeeman — haben eine unerwartete Lücke entdeckt: Sie kaufen en gros, lagern in Europa und verkaufen zu Preisen, die selbst die Pandemie unterbieten. Manche Produkte sind günstiger als auf der chinesischen Plattform, ohne Wartezeit und ohne Zoll.

Ersatzteile, Akkus und das Ende des billigen Bastelns

Der am häufigsten genannte Kollateralschaden sind Ersatzteile. Schrauben, Stecker, spezielle Akkus, elektronische Komponenten, die es in Spanien nicht gibt oder die hier zu Goldpreisen verkauft werden, weil sie für zertifizierte Profis bestimmt sind. Früher kosteten fünf Nichtigkeiten zehn Euro. Heute achtundzwanzig. Die praktische Konsequenz: Es ist billiger, das Gerät wegzuwerfen und ein neues zu kaufen, als es zu reparieren — eine ökologische Ironie, die die EU offenbar nicht einkalkuliert hat.



Die Frage ist nicht, ob AliExpress tot ist, sondern ob jemand ausgerechnet hat, was es kostet, es am Leben zu halten. Im Moment zahlt die Rechnung wie immer der eine: der, der ein Zwei-Euro-Kabel wollte und jetzt fünf zahlt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (58 Antworten).

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