Wenn dies nicht das Ende der PSOE ist, was dann?
Die Aussage von Víctor de Aldama vor dem Richter hat die Debatte über politische Korruption in Spanien wieder entfacht. Der Fall tangiert die Regierung, Ábalos, Begoña Gómez und Koldo und wirft erneut die Frage auf, ob die PSOE durch einen Korruptionsring stürzen kann. Die Antwort ist angesichts der Vorgeschichte nicht einfach. Die Partei hat Bürgerkriege, Jahrzehnte des Franquismus und Skandale wie unter Felipe González, die Bárcenas-Papiere oder den ERE-Fall überlebt. Manche Analysen behaupten, Korruption sei das Wesen der Partei, ihre Widerstandskraft nahezu unbegrenzt.
Der Aldama-Fall und die Aussage ohne Beweise
Víctor de Aldama, mutmaßlicher Mittelsmann, sagte vor Gericht aus und benannte Sánchez, Ábalos und Koldo sowie weitere Personen. Er wurde gegen Auflagen freigelassen. Laut ersten Reaktionen lieferte die Aussage jedoch keine schlüssigen Beweise. Einige sehen darin nur das Wort eines Straftäters, der nichts belegen kann. Andere argumentieren, es gehe um mehr als nur ein Geständnis: Begona Gómezs Master-Abschluss, der Kohlenwasserstoff-Betrug, die angeblichen Provisionen von Ábalos und die Koffer von Delcy sind nicht bloß „das Wort eines Verbrechers“. Das Oberste Gericht erhielt die Akten im Eilverfahren, die Regierung weist alle Vorwürfe pauschal zurück.
Warum die PSOE nicht fällt?
Laut aktuellen Umfragedaten hat die PSOE seit März 2020 keinen einzigen Sitz an Stimmen verloren. Sumar und Podemos wurden marginalisiert, doch Sánchez’ Partei hält stand. Das Handbuch zur Resistenz funktioniert. Die Korruption ist offensichtlich, aber entscheidend ist der Umfang: Solange Sánchez oder die PSOE als Institution nicht direkt betroffen sind, bleibt die Regierung stabil. Man sitzt weiter in Moncloa und wartet ab, bis der Sturm vorüberzieht. Wähler entscheiden oft basierend auf der aktuellen Lage. Wer erinnert sich noch an die Amnestie? In drei Jahren wird der Fall Ábalos nur eine Erinnerung sein.
Medienmaschinerie und Narrative
Die Medien berichten kaum über die Korruptionsvorwürfe, sondern konzentrieren sich auf das Haushaltsgesetz oder die DANA-Flutkatastrophe. Kritiker sagen, die PSOE und ihr Medienapparat werden versuchen, Franco die Schuld zu geben. Manche Stimmen werfen der Presse vor, den Boten zu töten: Sie nennen Aldama den „kleinen Nicolás“ und diskreditieren seine Aussagen als die eines Kriminellen. Eine völlig korrupte Presse. Viel Geld der Mafia fließt in infiltrierende Figuren innerhalb der Medien. Es zeigt sich, dass viele Journalisten und Talkshow-Gäste Angst haben, ihre Zuwendungen von der sozialistischen Partei zu verlieren. Doch sie können beruhigt sein: Auch die PP wird diesen Filz pflegen.
Die PP und Korruption: Der Fall der Bárcenas-Papiere
Die PP fiel nicht nach der Nachricht vom Vortag, die in den Tagesschaus nur 30 Sekunden oder gar nicht vorkam. Das Oberste Gericht bestätigt die Verurteilung der PP als zivilrechtlich Verantwortliche im Fall der Bárcenas-Papiere. Der Strafsenat ratifiziert das Urteil des Nationalen Gerichtshofs, das die beiden Administratoren von Unifica sowie den ehemaligen PP-Schatzmeister Luis Bárcenas als notwendigen Helfer bei der Steuerhinterziehung verurteilte. Wie viele solche Urteile gibt es? Wenn die PP nicht gestürzt ist, warum sollte es dann der PSOE ergehen?
Die PSOE als wirtschaftliches und ideologisches Netzwerk
Die PSOE ist unzerstörbar; mehr als eine Partei ist sie ein wirtschaftliches und ideologisches Geflecht, von dem viele Existenzen abhängen. Sie ist tief in unserer DNA verwurzelt, wie ein Krebs mit Metastasen. Achtung: Die PP ist genauso, und per Definition jede Partei mit nennenswerter Vertretung in diesem Land. Sie tauschen lediglich Gesichter aus und präsentieren sich als Erneuerung. Die leichtgläubigen Wähler beißen wieder an, und alles beginnt von vorn. Der einzige Weg, diese Plage loszuwerden, wäre die Zerstörung des düsteren Partysystems dieses Landes, doch das ist höchst unwahrscheinlich, da die Mächtigen bleiben, wer sie sind.
Die PSOE ist Spanien
Wie treffend gesagt wurde: Die PSOE ist Spanien. Sie steht für Faulheit, Neid und Geschwätz, für die alte Charo mit den roten Haaren, für den wohlhabenden Großvater, der im Bürgerkrieg hundertmal als Kommunist getötet wurde – oder so erzählt man es –, für den Beamten, der sich in der Verwaltung einrichtet und morgens drei Kaffee trinkt, für den Migranten, der von Sozialleistungen lebt, für den korrupten Polizisten, der das Drogen-Geld annimmt, für den jungen Mann, der den Selbstständigen hasst und ihn „Herrchen“ nennt, weil er nicht früh aufstehen will und lieber am Strand liegt. Für die Lächerlichmachung des Intellektuellen und die Huldigung des Mittelmäßigen, für Pikareske, Betrug, Diebstahl und Plünderung. Solange sich die Gesellschaft nicht ändert, wird die PSOE ewig bestehen.
Was passiert mit der PSOE?
Einige von euch sind naiv, tut mir leid. Die PSOE wird nicht nur nicht sinken, sondern gestärkt aus diesem Zirkus hervorgehen. Denn das Land, das wir haben, ist eben so. Was auch immer Latin Antonio tun mag – er ist derjenige, der die Firma für die Auszählung und Sitzverteilung beauftragt –, wird geschehen. Die Korruption ist eindeutig. Aber das Problem ist der Scope. Alles, was nicht Sánchez oder die PSOE als Ganzes betrifft, bedeutet, dass die Regierung nicht fällt. Man bleibt in Moncloa und wartet ab. Bedenken wir, dass Wähler tendenziell nach der aktuellen Situation entscheiden. In drei Jahren (falls die Legislaturperiode endet) wird der Fall Ábalos eine Erinnerung sein. Er wird Einfluss haben, aber nicht entscheidend.
Stimmen aus dem Forum:
„Dies ist eine der letzten Chancen: Entweder die PeSOE oder Spanien – nur eine von beiden wird überleben.“
„Die PSOE ist ein metastasierender Krebs. Sie hat alles durchdrungen.“
„Die PSOE wird nie enden. Sie geht weit über Pedro Sánchez hinaus, einen cleveren Mann, der die Zügel der mächtigsten Entität Spaniens an sich gerissen hat.“
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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