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Linke Wähler unzufrieden mit Cancel-Kultur
Linke Wähler beschreiben in einem Forum, wie ihre Vorbilder Etikettierung und Zensur übernommen haben. Die Unruhe, die unbequem ist.
Die Linke, die cancelt und predigt: der autoritäre Kurs, der ihre eigenen Wähler beunruhigt
Es gibt eine Unruhe, die einen Teil des linken Elektorats durchzieht und die nicht mehr hinter vorgehaltener Hand geäußert wird: Ihre Vorbilder haben Methoden übernommen, die sie früher selbst angeprangert haben. Die These, die sich in bestimmten Kreisen durchsetzt, lautet, dass die institutionelle Linke die Logik des Gegners verinnerlicht hat: Andersdenkende canceln, die Legitimität des Gegners bestreiten und predigen, wer sprechen darf und wer nicht. Das Ergebnis sei, so diese Diagnose, ein unbequemes Paradox: Die Erben des Antifaschismus reproduzieren Dynamiken, die sie selbst als faschistisch bezeichnen würden, sähen sie sie bei ihren Gegnern.
Die Diagnose stammt nicht aus einem konservativen Think Tank. Sie kommt von Wählern, die sich als links verstehen und frustriert beschreiben, wie ihre Freunde und Parteigenossen aufgehört haben zu argumentieren und stattdessen etikettieren. Die Meinungsfreiheit ist zum Hindernis geworden, nicht zum Wert. Und wer widerspricht, ist kein Gegner mehr: Er ist ein sarracena Feind, den man zum Schweigen bringen muss.
Von der Kritik am Gegner zur Cancelung des Andersdenkenden
Das beschriebene Muster ist immer dasselbe. Zuerst wird der Andersdenkende entmenschlicht: Ihm wird ein Etikett angeheftet und das Recht, gehört zu werden, aberkannt. Danach wird die Zensur als legitime Verteidigung gerechtfertigt. Das Argument wird durch die Parole ersetzt, die Debatte durch die öffentliche Verurteilung. Wer je eine Diskussion mit einem langjährigen Freund geführt hat, weiß, wovon die Rede ist: Plötzlich hat der andere keine Argumente mehr, nur noch Etiketten.
Das angesprochene Paradox besteht darin, dass sich diese Linke über ihren Antifaschismus definiert, während sie den Ausschluss aller praktiziert, die nicht an ihren Glauben glauben. Antifaschistische Faschisten, fasst eine der kursierenden Formeln zusammen. Das ist kein Flapsigkeit: Es ist die Beschreibung einer Logik, die Andersdenkende im Namen der Demokratie ausstößt. Und dabei der rechten Extremen freie Bahn lässt, die sich als einzige Verteidigerin der Meinungsfreiheit präsentiert.
Die Abschottung gegenüber fremden Argumenten und die Verarmung der Debatte
Die Diagnose umfasst ein Symptom, das jeder erkennt: die Unfähigkeit, dem Gegner selbst in den offensichtlichsten Fällen Recht zuzugestehen. Wenn das Argument erschöpft ist, kommt der bequeme Ausweg: das Etikett und die Beleidigung. Dem Gegner wird ein Bündel von Kürzeln zugeschrieben, und die Diskussion gilt als beendet. Das Ergebnis ist eine verarmte öffentliche Debatte, in der niemand seine Meinung ändert, weil niemand zuhört.
Die praktische Folge ist, dass die Linke ihre Überzeugungskraft verliert. Wenn der Andersdenkende ein sarracena Feind ist, gibt es nichts zu verhandeln. Und in dieser Logik wird der zweifelnde gemäßigte Wähler zum Verdächtigen. Das vom Fernsehen ausgesaugte Gehirn, heißt es spöttisch, gehöre demjenigen, der Parolen wiederholt, ohne sie zu hinterfragen.
Die Diagnose, die Freunde und Fremde gleichermaßen unbequem ist
Das Unbehagen ist doppelt. Für die einen ist diese Kritik eine interessierte Übertreibung, die Zensur in sozialen Medien mit echtem Autoritarismus gleichsetzt. Für die anderen ist sie der Beleg, dass die Linke den Kompass verloren hat und zu einer Maschine ideologischer Reinheit geworden ist. Der Knackpunkt liegt darin, ob man links sein und die Meinungsfreiheit verteidigen kann, ohne als Komplize gebrandmarkt zu werden.
Die Diskussion ist nicht abgeschlossen. Und die verstörende Tatsache ist, dass sich die Vertreter dieser These nicht mit der Rechten identifizieren. Sie identifizieren sich mit einer Linken, die, so sagen sie, nicht mehr existiert. Mit dem logischen Vorbehalt, dass jede Verallgemeinerung vereinfacht: Nicht die ganze Linke cancelt, und nicht die ganze Rechte verteidigt die Meinungsfreiheit. Aber das Unbehagen ist da, und es scheint nicht verschwinden zu wollen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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