Alcaraz: von den Rücktrittsgerüchten zu Grand-Slam-Siegen

Alcaraz sagte Cincinnati und voraussichtlich auch die US Open wegen einer Handgelenksverletzung ab; Monate später gewann er wieder. Die Niedergangsgeschichte zerfällt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Alcaraz: von den Rücktrittsgerüchten zu Grand-Slam-Siegen
Alcaraz, zwischen Niedergang und Grand Slam: Teil II

Ein Spieler, der wegen einer Handgelenksverletzung auf Cincinnati und voraussichtlich auf die US Open verzichtet und von dem es heißt, er „komme nicht ins Tennis zurück, er tritt zurück“, gewinnt Monate später Grand-Slam-Partien. Das ist die Paradoxie, die sich durch den zweiten Teil einer Chronik zieht, die als Ankündigung des Niedergangs begann und als Inventar von Auferstehungen endete. Das Ausgangsmaterial ist keine Meinung: Es ist eine Abfolge von Ergebnissen, Absagen und Comebacks, die Insider wie Außenstehende gleichermaßen irritiert.

Der erste Teil dieser Chronik begann mit dem Verdacht, dass der Murcianer am Ende sei. Der zweite Teil beginnt mit der Erkenntnis, dass der spanische Tennis Champions in einem Tempo hervorbringt, das nicht einmal die Optimisten vorhergesehen hatten. Und dazwischen ein Detail, das den Ton der ganzen Angelegenheit zusammenfasst: Jemand fragte, ob der Thread „im Niedergang“ sei, und die Antwort lautete, der Niedergang beginne, „wenn er ins Häuschen von Bugs Bunny einzieht“.

Die Verletzung, die ihn begraben sollte

Der Wendepunkt war keine Niederlage. Es war ein ärztliches Attest. Alcaraz sagte Cincinnati ab und, wie in der Diskussion durchsickerte, „wahrscheinlich die US Open“ wegen einer Handgelenksverletzung. Die vorherrschende Reaktion war kein Mitgefühl: Es war ein Nachruf. „Frentemono kommt nicht ins Tennis zurück, er tritt zurück. AKZEPTIERT ES“, verkündete eine Stimme und fügte einen Satz hinzu, der schlecht alterte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass er mit 35 noch spielt.“ Ein anderer Teilnehmer ging weiter: „Ihm fehlt nur noch, dass ihm das Haar ausfällt, und fertig.“

Die fachliche Diagnose fiel jedoch differenzierter aus. „Diese Art von Verletzung ist eine üble Sache“, räumte man ein und schlug einen vorsichtigen Fahrplan vor: „Er müsste erst einmal ein kleineres Turnier über 3 Sätze spielen und schauen, wie es läuft.“ Vorsicht klang in einer Umgebung, die ihn bereits abgeschrieben hatte, fast wie eine Provokation.

Der Kalender, der die Beerdigung widerlegt

Die Fakten, die stur sind, trafen nach und nach ein. „Wenn die Ärzte ihm am Freitag grünes Licht geben, beginnt Alcaraz bereits kommenden Montag mit dem Training“, hieß es, mit der Möglichkeit, „die US Open nach einem Vorbereitungsturnier zu spielen“. Dann die Bestätigung: Sieg in Wien gegen Khachanov „4-6 und 6-7“. Später ein Doppel an der Seite von Mensik, das als „Partie der Extraklasse“ und „spektakulär“ beschrieben wurde.

Der verkündete Niedergang verwandelte sich in einen vollen Terminkalender. Und nicht nur seiner: Das spanische Tennis-Ökosystem begann, eigene Schlagzeilen zu produzieren.

Davidovich und das Masters 1000 von Shanghai

Der andere große Fokus der Periode war Alejandro Davidovich Fokina, der das Masters 1000 von Shanghai gewann. „Er hat es geschafft, er geht als erster Spanier in die Geschichte ein, der hier gewonnen hat“, wurde gefeiert, mit einem Ergebnis von „1-6, 7-6 und 6-4“ nach einer Aufholjagd in einem ersten Satz, den man „vergessen“ möchte. Der Sieg wurde als „episch, im Guerilla-Stil“ bezeichnet, weil er „die Partie bereits verloren hatte, bis Jódar im Tiebreak einbrach und körperlich zusammenklappte“.

Der Triumph hatte auch eine strukturelle Bedeutung: Damit verbuchte Spanien seinen 65. Masters-1000-Titel und festigte seine Position als Land mit den meisten verschiedenen Champions in dieser Kategorie, 16, gegenüber 10 in den USA. „Der spanische Tennis ist verdammt noch mal spitze, wir sind die Weltführer der ganzen Welt“, fasste jemand zusammen, mit mehr Enthusiasmus als Syntax.

Jódar, Landaluce und die Generation, die nachrückt

Das Gespräch wandte sich den Namen zu, die die Nachfolge antreten sollen. Jódar debütierte in Wimbledon und gewann „3 Sätze zu null“ gegen einen lokalen Spieler; danach besiegte er Moutet und Musetti, letzteren „überlegen“, und maß sich mit den Besten. „Im Moment ist Jódar schwächer als Sinner, Alcaraz und Zverev, und auch als Fritz auf diesen Belägen, aber gegen alle anderen ist nicht mehr klar, dass er unterlegen ist“, lautete die Einschätzung.

Landaluce erlebte die grausamste Episode: Er hatte „vier Matchbälle“ gegen Zverev und verlor „13-11 im Tiebreak des dritten Satzes“. „Man versteht nicht, warum Landaluce nur gegen die allerbesten Spieler so gut spielt“, war die Klage. Der Vergleich mit Alcaraz war unvermeidlich und zugleich differenziert: „der Murcianer ist ein Generationstalent, das mit 19 schon ein komplettes Tennis hatte“.

Das Ende einer Ära und die Nachfolge des Big 3

Der Hintergrund war historisch. „Zum ersten Mal seit 2003 wird kein Mitglied des Big 3 in der zweiten Runde eines Grand Slams vertreten sein“, wurde betont, mit der Feststellung, dass „die größte Ära des Herrentennis gerade verklingt“. Djokovic schied in der ersten Runde aus, und die Zahl ging viral: 23 Jahre ununterbrochener Vorherrschaft gingen zu Ende.

Auch die Diskussion über Beläge flammte auf: „Wäre alles Hartplatz, wären die Partien Serve-and-Volley, ein Gräuel wie zu Sampras' Zeiten“, stand gegen die These, dass „die großen Spieler auf Sand geboren werden“.

Die Frage, die offen bleibt

Mit Alcaraz am Siegen, Davidovich in den Geschichtsbüchern und Jódar und Landaluce vor der Tür ist die Chronik eines verkündeten Niedergangs ohne Hauptfigur geblieben. Oder etwa nicht? Die Frage ist nicht, ob der spanische Tennis eine Nachfolge hat, sondern ob die Nachfolge dem Druck eines Landes standhält, das seine Masters-Titel bereits dutzendweise zählt. Die Antwort wird, wie alles in diesem Sport, das nächste Tableau geben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (603 Antworten).

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