Albiol: "Es ist mir egal, ob sie schwarz oder weiß sind, ich werde jeden Kriminellen verhaften"
Manche Sätze altern schlecht, andere werden alt geboren. Der Satz von Xavier García Albiol, dem Bürgermeister von Badalona, gehört zur zweiten Gruppe: "Es ist mir egal, ob sie schwarz oder weiß sind, ich werde jeden Kriminellen verhaften." Er sagte dies im Zuge der Räumung eines besetzten Gebäudes in Badalona, das laut einem Teilnehmer 400 Migranten auf die Straße setzte und laut einem anderen von einer Richterin genehmigt wurde, unter der Auflage, soziale Betreuung für die Betroffenen zu gewährleisten. Innerhalb weniger Stunden zirkulierte der Satz im gesamten Internet und erhielt von einigen Teilnehmern das Label "Legende". Manche feierten ihn als den einzigen wählbaren Politiker; andere sahen in ihm den Einzelgänger, den die PP nutzt, um Unentschlossene zu fischen.
Die Räumung war der Auslöser. Ein jahrelang besetztes Gebäude mit 400 Menschen darin, laut Teilnehmern, voller Wanzen, Ratten und Nachbarschaftsbeschwerden, die sich ansammelten, ohne dass jemand eingriff. Albiol, der laut einem Teilnehmer bereits persönlich gegangen war, um Wohnungen zu "desokupieren" (räumlich), leitete die Operation. Laut einem Teilnehmer gab die Richterin grünes Licht, knüpfte aber eine Bedingung daran: Soziale Betreuung für die Geräumten sicherzustellen. Die Opposition in Badalona sollte, so heißt es, etwas Ähnliches erleben wie die Anwohner zwei Jahre lang. Das Ergebnis, laut Teilnehmern: Eine Spur von Menschen, die auf der Straße schlafen, und eine Flut von Schlagzeilen.
Warum sorgt Albiols Aussage für so viel Kontroverse?
Weil sie einen Nerv trifft, den wir seit Jahren nicht richtig berühren können. Einerseits argumentieren manche, dass die Aussage "Ich werde jeden Kriminellen verhaften, unabhängig von der Hautfarbe" normal sein sollte, keine Ausnahme. "Wie schlimm muss es in diesem verdammten Land stehen, wenn so eine Aussage bahnbrechend ist", fasst ein Teilnehmer zusammen. Andererseits sehen Kritiker in der Floskel "Ich bin kein Rassist" ein obligatorisches Augenzwinkern, eine Regel, die jeder Politiker befolgen muss, um nicht gesteinigt zu werden. "Diese Rechtfertigung ist überflüssig. Es ist Zeit, offen rassistisch zu sein", schnauzt ein anderer und macht klar, dass die Debatte nicht um Nuancen geht.
Die Sache wird kompliziert, wenn das Erbe ins Spiel kommt. "Für jeden Albiol gibt es in der PP zehntausend Guardiolos", wirft jemand ein und erinnert daran, dass der Einzelgänger nicht die Norm ist. Tatsächlich ist Albiol mit seiner harten Rhetorik für manche zum kleinen Trump Spaniens geworden und für andere der Einzige, der die P0P€ führen kann. Der Vergleich mit Guardiola, dem Trainer, ist kein Zufall: Die PP hat ihre eigenen Idole und Dämonen.
Die Räumung des besetzten Gebäudes: Chronik eines angekündigten Konflikts
Das Gebäude war kein gewöhnliches Objekt. Zwei Jahre lang lebten die Besetzer mit Wanzen, Ratten und Gerüchen, die die Nachbarn resigniert ertrugen. "Das sah aus wie die Calle Real in kongolesischer Version", beschreibt ein Teilnehmer. Die Situation war unhaltbar, doch niemand handelte. Bis Albiol beschloss, dass es genug sei. Laut einem Teilnehmer genehmigte die Richterin die Räumung, verpflichtete aber dazu, den 400 Migranten soziale Aufmerksamkeit zu schenken. Das Ergebnis, laut Teilnehmern: Eine Operation, die Hunderte auf der Straße zurückließ, und eine unbequeme Frage: Wer kümmert sich jetzt?
Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. "Extreme Sorge um die 400 Schwarzen, die obdachlos wurden. Kein Mitglied der Mietergewerkschaft, das sich mit ihnen solidarisiert, hat angeboten, dass jemand auf ihrem Sofa schläft", ironisiert ein Teilnehmer. Solidarität scheint Grenzen zu haben. Und jene, die die Räumung feiern, bieten auch niemandem Unterschlupf an. Das Problem wird, wie immer, verlagert.
Was passiert mit den 400 Geräumten?
Dass Materie weder geschaffen noch zerstört, nur verschoben wird. "Diese 400 Drogenabhängigen, Alkoholiker, Kriminellen, Faulpelze sind wahrscheinlich nach Barcelona oder eine andere Großstadt gegangen, wo sie weniger sichtbar sind. Sie sind nicht nach Afrika zurückgekehrt, das Problem hat sich also ausgeweitet", urteilt ein Teilnehmer. Der Satz fasst mit all seiner Last das Gefühl eines Teils der Debatte zusammen: Die Räumung löst nichts, sie verschiebt das Problem nur. Währenddessen atmen die Bewohner von Badalona auf, zumindest bis sich die 400 in einem anderen Viertel niederlassen.
Die Kernfrage ist, ob Albiol überhaupt Befugnisse hat, jemanden zu verhaften. "Seit wann hat Albiol die Fähigkeit, jemanden zu verhaften?", fragt ein Teilnehmer. Die Antwort ist einfach: Hat er nicht. Die lokale Polizei verhaftet nicht, sie nimmt fest. Und die Kompetenzen eines Bürgermeisters in Sicherheitsfragen sind begrenzt. Aber das spielt keine Rolle, wenn es darum geht, eine Geste zu verkaufen. "Es zu sagen, ohne die Kompetenz dafür zu haben, ist sehr leicht", schließt ein anderer ab.
Die PP und ihre Einzelgänger: Strategie oder Überzeugung?
Albiol ist kein Einzelfall. Die PP hat eine lange Tradition von Einzelgängern, Figuren, die vom Skript abweichen, um Wähler anzusprechen, die sich vom offiziellen Diskurs nicht repräsentiert fühlen. "Einzelgänger sind eine Spezialität sehr großer Parteien, sie werden kreiert und genutzt, um Unentschlossene, Desorientierte und leicht Manipulierbare vor den Wahlen zu fangen", analysiert ein Teilnehmer. Es sei eine studierte Strategie, sagen sie. Aber es funktioniert nicht mehr. "Vor Jahren ist die Naht gerissen, links und rechts, und diese Lockfiguren haben immer weniger Einfluss auf die globalen Wahlergebnisse, beschränkt auf ihre kleinen Taifas oder Gemeinden."
Der Vergleich mit Vox ist unvermeidlich. "Den PSOE zu entfernen bedeutet, die Regierung den absorbeprepucios-Voxeros zu geben", schnauzt jemand. Und genau dort liegt der Knackpunkt: Albiol fischt mit seiner Rhetorik Stimmen im Becken der harten Rechten, ohne Koalitionen zu brauchen. Er erzeugt aber auch Ablehnung in der Mitte. "Er ist ein Einzelgänger innerhalb der PP. Ich wünschte, alle wären wie er", sagt ein Teilnehmer. "Welche Enttäuschung. Am Ende ist er nur ein Pepero", antwortet ein anderer.
Ist Albiol der kleine Trump Spaniens?
Der Vergleich mit Trump ist nicht grundlos. Albiol teilt mit dem ehemaligen US-Präsidenten die Vorliebe für Provokation, direkte Sprache und die Fähigkeit zur Polarisierung. "Albiol auf dem Weg, der kleine Trump Spaniens zu werden", schreiben sie. Aber er teilt auch dessen Grenzen: eine Wahldecke, die nie durchbricht, und Mobilisierungsfähigkeit, die in seiner Hochburg erschöpft ist. Badalona ist nicht die USA, und Albiol ist nicht Trump. Doch die Parallele hilft zu verstehen, warum seine Figur so viel Faszination und Ablehnung erzeugt.
Die Debatte darüber, ob Albiol ein Rassist oder ein Mutiger ist, ist serviert. "Ich habe nichts gegen Schwarze. Mein Auto ist schwarz. Mein Hund ist schwarz. Ich bin kein Rassist", parodieren einige und erinnern an die Floskel, die jeder Politiker fallen lassen muss, um nicht gesteinigt zu werden. Die Ironie ist offensichtlich: Der Satz, den Albiol zur Verteidigung sprach, ist zu seiner Karikatur geworden. Während manche ihn als Legende feiern, sehen andere ihn als Opportunisten, der mit dem Feuer spielt.
Der wirtschaftliche Hintergrund der Räumung
Jenseits des politischen Lärms hat die Räumung eine ökonomische Lesart. Ein jahrelang besetztes Gebäude in einem depressiven Viertel von Badalona. 400 Menschen in unmenschlichen Bedingungen. Wanzen, Ratten, Gerüche. Die Nachbarn, viele Arbeiter mit Hypotheken und niedrigen Gehältern, hielten stoisch durch. Die Räumung befreit trotz ihrer sozialen Kosten auch Raum, der aufgewertet werden könnte. Wie viel ist ein Gebäude in Badalona nach einer Räumung wert? Wer profitiert von der Operation? Das sind unbeantwortete Fragen, die in der Luft hängen.
Soziale Betreuung für die 400 Geräumten ist auch nicht kostenlos. Unterkunft, Verpflegung, Rechtshilfe. Kosten, die auf die öffentlichen Kassen fallen und die, laut manchen, mit einer geordneteren Migrationspolitik hätten vermieden werden können. "Wenn du einen Armen siehst, kannst du helfen; wenn du 400 siehst, flieh", fasst ein Teilnehmer zusammen. Der Satz spiegelt mit seiner Rohheit eine unbequeme Realität wider: Solidarität hat eine Grenze, und diese Grenze ist meist der Geldbeutel.
Albiols Zukunft: Legende oder Trugbild?
Albiol hat etwas Schwieriges erreicht: Dass alle über ihn reden. Sein Satz "Es ist mir egal, ob sie schwarz oder weiß sind" ist für manche ein Mantra und für andere ein Bannstrahl. Aber Politik ist ein Langzeitspiel. Und Legenden platzen manchmal so schnell, wie sie aufgeblasen werden. "Er hat absolut nichts getan und hängt schon das Label 'Legende' an", beschwert sich ein Teilnehmer. "Und das soll das dissidente Forum sein?", fügt er hinzu und macht klar, dass nicht alle mit dem Label übereinstimmen.
Klar ist, dass Albiol eine Debatte auf den Tisch gelegt hat, die Spanien seit Jahren vermeidet: Wie wird irreguläre Migration in Kommunen verwaltet? Was geschieht mit Gebäudebesetzern? Wer zahlt die sozialen Kosten? Das sind Fragen ohne einfache Antworten, und Albiol hat mit seinem direkten Stil viele gezwungen, Stellung zu beziehen. Ob gut oder schlecht, er ist Teil des Gesprächs. Und in der Politik ist das die halbe Arbeit.
Wird Albiol der nächste Präsident der Generalitat? Oder bleibt er nur ein weiterer Einzelgänger? Die verfügbaren Daten deuteten darauf hin, dass seine Wahldecke weiterhin Badalona ist. Aber in der Politik weiß man nie. Sicher ist, dass sein Satz Geschichte ist. Und dass er, wie alle historischen Sätze, jahrelang zitiert werden wird. Zum Guten oder zum Schlechten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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