Albares bedauert Schmerz der indigenen Völker Mexikos

Albares bedauert das Leid der indigenen Völker, was Sheinbaum als ersten Schritt wertet. Eine offizielle Entschuldigung des spanischen Staates fehlt jedoch.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Albares bedauert Schmerz der indigenen Völker Mexikos
Albares bedauert Schmerz der indigenen Völker und löst Debatte aus

Der spanische Außenminister José Manuel Albares erklärte, es habe „Schmerz und Ungerechtigkeit gegenüber den indigenen Völkern Mexikos“ gegeben, und betonte, es sei richtig, dies anzuerkennen und zu bedauern. Die in mexikanischen und spanischen Medien verbreitete Aussage hat die Forderung von Präsidentin Claudia Sheinbaum nach einer Entschuldigung Spaniens für die Eroberung wiederbelebt, ein Akt, den die spanische Regierung nicht als offizielle Bitte um Vergebung formalisiert hat. Die öffentliche Diskussion wird von historischen, wirtschaftlichen und politischen Argumenten dominiert, wer sich entschuldigen soll, warum und mit welchen Konsequenzen.

Was genau sagte Albares und was fordert Sheinbaum?

Der Leiter des Außenministeriums bezeichnete es als gerechtfertigt, den den indigenen Völkern zugefügten Schmerz „anzuerkennen und zu bedauern“. Es handelt sich nicht um eine formelle Entschuldigung des spanischen Staates, sondern um eine politische Erklärung, die Sheinbaum als „ersten Schritt“ interpretiert hat. Die mexikanische Präsidentin besteht darauf, dass Spanien sich für die Ereignisse vor mehr als 500 Jahren entschuldigen muss, eine Forderung, die bereits ihr Vorgänger Andrés Manuel López Obrador stellte und die nun durch die Worte des spanischen Ministers neuen Auftrieb erhält.

Die Verwechslung zwischen „Bedauern“ und „Um Vergebung bitten“ ist der Kern des Konflikts. Für einen Teil der Analyse ist das Bedauern ein rhetorisches Mittel ohne rechtliche Folgen; für andere öffnet es die Tür für vermögensrechtliche Ansprüche. Nach einigen Beiträgen zur Debatte forderte der ehemalige mexikanische Präsident öffentliche Entschuldigungen, woraufhin Spanien damals antwortete, es gebe nichts zu entschuldigen.

Das Argument der Eroberung: Siegte Cortés allein oder mit indigenen Verbündeten?

Eine der häufigsten Thesen besagt, dass Hernán Cortés ohne die Allianz zahlreicher indigener Völker, die sich den Spaniern anschlossen, um sich vom aztekischen Joch zu befreien, nicht hätte siegen können. Diese These, von einigen Debattenteilnehmern vertreten, stellt das Bild einer ausschließlich spanischen Eroberung infrage und verteilt die Verantwortung auf die mesoamerikanischen Völker selbst. Die Frage, ob Mexiko sich bei den Völkern entschuldigen sollte, die das Aztekenreich unterwarf, bleibt offen.

Im Gegensatz zu dieser Lesart betont ein anderer Strang, dass die spanische Kolonialisierung Institutionen, Universitäten und Krankenhäuser einführte, die die Region transformierten. Die Real y Pontificia Universidad de México (heute UNAM), die Kathedrale von Mexiko-Stadt oder das von Cortés gegründete Hospital de Jesús werden als Beispiele für ein Erbe angeführt, das sich nach dieser Interpretation nicht nur auf Plünderung und Gewalt reduziert.

Gold, Entschädigungen und das wirtschaftliche Präzedenzfall

Die Angst, dass eine Entschuldigung in wirtschaftliche Forderungen münden könnte, prägt weite Teile der Analyse. Manche argumentieren, wenn Spanien Schuld eingesteht, werde es am Ende Millionenentschädigungen für das abgebaute Gold zahlen müssen. Andere erinnern daran, dass das aus Amerika stammende Gold und Silber die Kolonialisierung finanzierten und größtenteils im eigenen Territorium verblieben, wie das noch erhaltene Vizekönigreich-Erbe zeigt.

Der Vergleich mit anderen Ländern kommt ins Spiel: Laut einem Diskussionsbeitrag zwang England Mexiko nach seiner Unabhängigkeit zur Verschuldung, Frankreich invadierte das Land 1862 und die USA rissen ihm mit dem Vertrag von Guadalupe-Hidalgo mehr als die Hälfte seines Territoriums ab. Keiner dieser Episoden führte zu einer vergleichbaren Entschuldigungsforderung, was das Gefühl eines selektiven Unrechts nährt.

Das vizekönigliche Erbe und die Schwarze Legende

Der mexikanische Historiker Juan Miguel Zunzunegui behauptet, die Regierung Sheinbaum habe den Hass auf Spanien zur offiziellen Doktrin gemacht. In seinem Essay „Am Tag nach der Eroberung“ widerlegt er die Idee der Hispanität als Krieg und Unterwerfung und erinnert daran, dass der im Vizekönigreich geschaffene Reichtum den der Metropole übertraf. Mexiko-Stadt und Lima übertrafen London und Paris während der Kolonialzeit an Bevölkerung und Entwicklung.

Die Diskussion über die Schwarze Legende vermischt sich mit der innermexikanischen Politik. Es wird argumentiert, dass der Indigenismus als Kunstgriff der kreolischen Eliten fungiert, die die Unabhängigkeiten kapitalisierten und heute jede Selbstkritik an ihrer eigenen Vergangenheit vermeiden. Die Verbrennung der Bibliothek von Alexandria, die Kreuzigung Jesu Christi oder das Verschwinden des Homo antecessor werden als historische Unrechtstaten angeführt, für die niemand Entschädigung verlangt.

Wer repräsentiert Spanien und wer bittet um Vergebung?

Die Frage der Repräsentativität durchzieht die gesamte Debatte. Ein Land bittet nicht um Vergebung; das tun Menschen. Minister Albares repräsentiert nicht die Spanier, die sich nicht für Ereignisse vor fünf Jahrhunderten verantwortlich fühlen, und seine Erklärung entspricht nicht einer offiziellen Entschuldigung des Staates. Die Verwechslung zwischen Amt und Nation ist der Knotenpunkt der Angelegenheit.

Manche erinnern daran, dass Spanien ein Land mit 500 Jahren Geschichte ist und dass die Entschuldigungen eines Ministers seine Bürger nicht binden. Die Diskussion driftet hin zur Innenpolitik: Ob die Regierung im Namen aller sprechen kann oder nur im Namen ihrer Wähler. Die Antwort ist nicht abschließend geklärt.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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