Die Bilanz des PSOE: 48 Festnahmen, 106 Beschuldigte und 2,4 Milliarden Euro im Visier
Die Liste der mutmaßlichen Skandale rund um die Regierung von Pedro Sánchez ist dreistellig: 48 Festnahmen, 106 Beschuldigte und mehr als 2,4 Milliarden Euro an verdächtigen Geldern. Keine Einzelfälle, so das Bild, sondern eine Partei, die die Institutionen zu ihrem privaten Gut gemacht hat – vom Verfassungsgericht über die Postgesellschaft Correos bis zu RTVE und Banco de España (Spaniens Notenbank). Die offizielle Lesart bestreitet alles, doch die Daten – Jahr für Jahr angesammelt – zeichnen eine Institutionskrise ohne Beispiel in der spanischen Demokratie.
Die Kolonisierung des Staates: über 50 Organisationen im Orbit des PSOE
Das Phänomen beschränkt sich nicht auf den Amtssitz Moncloa. Die Partei hat Vertraute in Schlüsselpositionen von Stellen gebracht, die eigentlich unabhängig sein sollten: das Verfassungsgericht, die Generalstaatsanwaltschaft, der Staatsrat, der Rechnungshof, der Geheimdienst CNI, RTVE, die Nachrichtenagentur EFE, das Meinungsforschungsinstitut CIS, das Statistikamt INE, die Staatsanwaltskammer, Paradores, Banco de España, Red Eléctrica, Correos, AENA, Loterías, Indra, Telefónica, Renfe, der Staatskonzern SEPI, Patrimonio Nacional, AEMET, die Flussbehörden und ein langes Etcetera, das die Marke von fünfzig Organisationen deutlich übersteigt. Das Ziel ist klar: die Fäden des Staates von innen ziehen, ohne Wahlen mit absoluter Mehrheit gewinnen zu müssen.
Die Skandale der Ära Sánchez
Seit 2018 reißt der Strom nicht ab. Rücktritte wegen Steuerbetrugs (Máxim Huerta) und Plagiats (Carmen Montón), die umstrittene Doktorarbeit von Sánchez, die Eskapaden mit dem Regierungsflieger Falcon (Familienreisen und Flüge zu Parteiveranstaltungen), Urlaub in öffentlichen Palästen mit intransparenten Kosten, die Figur des 'Relator' in den Verhandlungen mit den Separatisten, die instrumentalisierte Exhumierung Francos und die ersten Korruptionsfälle wie der Koldo-Fall oder die Masken-Aufschläge in der Pandemie (287 Millionen Euro für defektes Material). 2026 offenbaren dann das Zugunglück von Adamuz (46 Tote) und die Rodalies-Krise in Katalonien eine fahrlässige Verwaltung des öffentlichen Sektors. Die Liste ist endlos: vom angeklagten Staatssekretär für Verkehr bis zum Rücktritt des Polizeivizechefs wegen einer Anzeige wegen sens Übergriffs.
Die wirtschaftlichen Kosten des Missmanagements
Die 2,4 Milliarden Euro unter Ermittlungsvorbehalt sind nur die Spitze des Eisbergs. Hinzu kommen der Verschleiß bei frei ernannten Beratern, die goldenen Frühverrentungen in Staatsunternehmen, die Subventionen für nahe Medien und die Ausplünderung der kolonisierten Unternehmen. Dem PSOE ist es gelungen, die Staatsverschuldung über 120 % des BIP zu treiben, während die Inflation die Kaufkraft der Mittelschicht aushöhlt. Die Frage, die keine Analyse beantworten kann: Wie bleibt eine Partei mit einer solchen Bilanz an der Macht?
Straflosigkeit als System
Das Schlimmste ist nicht die Zahl der Fälle, sondern die völlige Normalität, mit der verfahren wird. Jeder neue Skandal wird geleugnet, verharmlost oder vor Gericht vertagt. Die Reform des Strafgesetzbuchs zur Abschaffung des Delikts der Sedition, die Begnadigungen der Putschisten und die Zugeständnisse an die Separatisten ergeben ein Bild institutioneller Verfalls, das über klassische Korruption hinausgeht. Das Klientelsystem hält nicht einen Moment inne. Und währenddessem widmet sich die offizielle Erzählung der Kriminalisierung des politischen Gegners.
Was niemand so recht erklärt
Die Bevölkerung sieht fassungslos einer Fülle von Skandalen zu, die sich in einem einzigen Artikel gar nicht erzählen ließen. Die Frage, die in der Luft liegt: Wie lange soll dieser ethische Ausnahmezustand noch andauern? Denn die Fakten liegen auf dem Tisch, doch der politische Wille, Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen, fehlt völlig. Und während der PSOE weiter Institutionen kolonisiert, fragt sich das Land, ob es jemals Konsequenzen geben wird.
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