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Lateinamerikaner kaufen Luxusimmobilien in Madrid
Laut RT investieren venezolanische und mexikanische Gruppen in Madrilens Elitevierteln, während ihre Heimatländer Krisen durchleben.
Während die halbe Kontinent leidet, zieht ein Teil seiner Eliten ins Barrio de Salamanca in Madrid. Der Luxusimmobilienmarkt in Madrid ist zum bevorzugten Zufluchtsort für venezolanische, kolumbianische, peruanische und neuerdings auch mexikanische Vermögen geworden. Die Paradoxie ist klassisch: Dieselben, die von der Tribüne aus Patriotismus predigen, kaufen Penthouses in Chamberí per Videokonferenz, ohne Spanien zu betreten, aus Angst, das Geschäft zu verpassen.
Das Phänomen ist nicht neu, aber zunehmend sichtbar. Das Unternehmen der Familie Capriles, Grupo San Roque, besitzt fast zehn Luxusimmobilienprojekte in Madrid, vor allem in Salamanca und Chamberí, wo der Quadratmeterpreis über 10.000 Euro liegt — nach dem Pandemierückgang etwa 9.000 — und Wohnungen zwischen einer und zehn Millionen Euro kosten. Das Geschäftsmodell ist einfach: Alte Gebäude für ca. 5.000 Euro pro Quadratmeter kaufen und nach der Renovierung zum doppelten Preis oder mehr verkaufen.
Ein lukratives Geschäft mit Geld aus Lateinamerika
Die Branchenstatistiken sind eindeutig. Lateinamerikaner erwerben über 70% der Neubauwohnungen im Barrio de Salamanca. In den letzten sieben Jahren wurden schätzungsweise 500 Millionen Euro in Madrilens Eliteviertel investiert, Geld, das aus einer Region stammt, die unter einem verwüsteten Gesundheitssystem ächzt.
Manche behaupten, dies sei reine Marktlogik: Wenn die lokale Währung nichts wert ist und das Land zusammenbricht, ist es rational, das Vermögen dort zu schützen, wo es noch möglich ist. Optimisten argumentieren, dass diese Kapitalströme Aktivität, Arbeitsplätze und städtische Sanierung generieren. Kritiker halten dagegen, dass dieses Geld Volkswirtschaften entzogen wird, die es dringend brauchen, und auf einen Markt trifft, der Einheimische bereits verdrängt.
Die Liste der Gruppen ist lang. Lemon Prime, kontrolliert von den Venezolanern Manuel und Federico González Weil, operiert im selben Segment. Auch der Name Juan Carlos Balcónt, Chef der Bankengruppe Abanca, taucht auf. Die Familie Capriles erzielte 2017 über 50 Millionen Euro Umsatz mit Investitionen in Spanien und Portugal, nachdem sie 2014 Cadena Capriles Corp. gegründet hatte, nur ein Jahr nach der verlorenen Wahl.
Doppelte Standards bei Migranten je nach Kontostand
Der Kontrast zur Behandlung des normalen lateinamerikanischen Migranten ist schwer zu ignorieren. Wer mit einem Masterabschluss und einem Koffer ankommt, wird ausgebeutet, kriminalisiert und für die Pandemie verantwortlich gemacht. Wer mit zehn Millionen anreist, wird ehrfürchtig empfangen. Dieselbe Person, die ihren ecuadorianischen Nachbarn beleidigt, öffnet dem Investor die Tür, der das Penthouse oben kauft.
Der Originalartikel deutet an, dass die wahrgenommene politische Instabilität der mexikanischen Eliten nach der Ankunft von Andrés Manuel López Obrador den Fluss beschleunigt hat. Dieses Argument ist umstritten: Mexiko war für die Eliten stabil, als Korruption und organisiertes Verbrechen blühten, wird aber instabil, wenn eine Umverteilung der Einkommen vorgeschlagen wird. Das Unsicherheitsgefühl der Millionäre ist so einzigartig wie ihr Reichtum.
Warum Madrid und nicht das eigene Land?
Weil Investitionen im eigenen Land Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft ankurbeln, dann ginge es allen besser. Und besser für alle ist schlechter für sie. Die kurze Antwort lautet, dass Madrid Rechtssicherheit, Investorenvisa, Zugang zur Staatsbürgerschaft und einen Immobilienmarkt bietet, der stetig an Wert gewinnt. Die lange Antwort umfasst Geldwäsche, steuerliche Intransparenz und die Möglichkeit, in Europa zu leben, während man weiterhin in Lateinamerika verdient.
In Madrid reiben sich die Hände. Nicht wegen jener Migranten, die ausgebeutet und dann elegant ausgewiesen werden, sondern wegen jener, die Millionen mitbringen, die denen geraubt wurden, die in Lateinamerika ums Überleben kämpfen und später selbst emigrieren müssen. Die lateinamerikanische Elite trifft auf Madrilens exklusivste Kreise. Und auf deren rassistischste.
Wie lange kann ein Luxusimmobilienmarkt bestehen, der vom Zerfall einer halben Region lebt?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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