AC/DC in Sevilla: 200 Euro für Angus ohne Malcolm

AC/DC-Konzert in Sevilla kostet bis zu 200 Euro. Ohne Malcolm Young, Phil Rudd und Cliff Williams bleibt nur Angus mit Brian Johnson.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

AC/DC in Sevilla: 200 Euro für Angus ohne Malcolm
AC/DC in Sevilla: 200 Euro für eine Tribute-Band ihrer selbst

Angus Young steht weiterhin auf der Bühne. Was einmal AC/DC war, ist es nicht mehr. Das für Mittwoch, den 29., geplante Konzert in Sevilla bietet Tickets um die 200 Euro, im Vergleich zu früheren Preisen von 150 Euro. Die eigentliche Debatte dreht sich jedoch nicht um den Preis, sondern darum, ob Käufer AC/DC sehen oder eine Hommage mit dem Original-Logo. Ohne Malcolm Young, Phil Rudd und Cliff Williams bleiben nur Angus und Sänger Brian Johnson auf der Bühne. Die häufigste Aussage duldet keinen Widerspruch: AC/DC starb mit Malcolm.

Was kosten AC/DC-Tickets in Sevilla?

Der Preis ist zum Schlachtfeld geworden. Die Spanne reicht von 150 bis 200 Euro pro Ticket. Der häufigste Vergleich gilt nicht dem Rock, sondern dem Stadion-Pop: Wenn Taylor Swift Tickets zwischen 200 und 1.000 Dollar kosteten, wirkt der Vorwurf der Überteuerte je nach Perspektive unterschiedlich. Für viele liegt der Unterschied darin, dass Swift liefert, was sie verspricht – AC/DC nicht.

Die Reaktion der Käufer ist weniger episch, eher pragmatisch. Manche haben bereits ein Dutzend Tickets für den 29. in Sevilla gekauft und planen, bei Verfügbarkeit auch am Wochenende dabei zu sein: der Abschied einer der größten Bands der Geschichte. Das ist der eigentliche Lockstoff. Nicht die Besetzung oder das Repertoire, sondern das Wort „Abschied“.

Was bleibt von AC/DC ohne Malcolm Young und Phil Rudd?

Es bleibt ein Logo und zwei Überlebende. Die Rhythmussektion, die den Sound definierte – Rudd an den Drums, Williams am Bass – fehlt. Auch gute Session-Musiker ersetzen nicht das Groove-Gefühl der Originale, wie Kenner des Repertoires betonen. Malcolm Young ist weg, und sein Schatten beendet jede Diskussion: Für einen Teil des Publikums endete die Band mit ihm.

Das Ergebnis wird ungeschminkt beschrieben: Eine Tribute-Band ihrer selbst, mit Angus im Dauermodus und einem Sänger mit eingeschränktem Hörvermögen. Andere erinnern daran, dass Ähnliches schon früher passierte und schlechter ausging: 2015 tourte die Band mit Axl Rose als Frontmann – ein Provisorium, das als Beweis dafür gilt, dass das Schiff längst steuerlos treibt. Nun, ohne diese Kontroverse, stellt sich erneut die Frage: Wofür zahlt man hier?

Das Revival-Geschäft: Nostalgie für zahlungskräftige Fans

Eine wirtschaftliche Lesart dominiert die sentimentale. Im 21. Jahrhundert ist Rock eine tote Sprache: Er überlebt im Revival-Modus, und manche Bands dienen fast nur noch der Rekonstruktion. Die Zielgruppe – gut verdienende 40- und 50-Jährige – kauft keine Musik, sondern ein Stück Jugend. Deshalb akzeptieren sie Preise, die andere als Abzocke empfinden. P. T. Barnum fasste dies vor langer Zeit zusammen: Narren vom Geld trennen ist ein Geschäft, das nie veraltet.

Die Tour-Zahlen passen zu dieser Logik. Hohe Preise, volle Stadien und Blockbuchungen durch Freundesgruppen, die aus verschiedenen Städten anreisen. In Zeiten teurer Freizeitangebote, wo Konzerte Reisen ersetzen, wirken 200 Euro weniger verrückt und eher wie ein Wochenendausflug. Die Frage ist nicht, ob es teuer ist. Sondern wie viel Substanz dahintersteckt.

Verteidigung des Live-Erlebnisses: Angus Young und sonst nichts

Gegen den Betrugsvorwurf gibt es ein einfaches Argument: Angus Young live. Der Gitarrist braucht keine Showeffekte, um authentisch zu klingen. Das Repertoire – Thunderstruck, Hells Bells, Who Made Who, You Shook Me All Night Long und der unvermeidliche Abschluss For Those About to Rock – funktioniert wie eine fehlerfreie Maschine. Vier Akkorde, perfekter Rhythmus und die Gewissheit, dass kein Song danebengeht.

Das ist das Argument derer, die bereits gezahlt haben: Wie bei den Rolling Stones oder John Fogerty. Nostalgie hat ihre eigenen Maßstäbe; wer McCartney sieht, akzeptiert das Gesamtpaket, mit oder ohne Ringo. Doch McCartney bietet laut gängiger Vergleiche solide Auftritte mit erstklassigen Musikern zu moderateren Preisen. AC/DC nicht.

Fast identische Setlists Tour für Tour, wenige Zugeständnisse an die Bon-Scott-Ära, kaum variierte Songlisten. Die Kritik richtet sich nicht gegen fehlende Klassiker, sondern deren Wiederholung. Hier stockt die Analyse: Wenn das Publikum für Vertrautes zahlt, warum sollte die Band Risiken eingehen? Auf den Vorwurf, sie seien nicht mehr AC/DC, folgt eine unbequeme Wahrheit: Niemand kam, um etwas anderes zu sehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (154 Antworten).

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