Abengoa-Aktien stürzen ab: Keine Handelsaussetzung

Abengoa A schloss bei 0,272 Euro (-48%), B bei 0,110 Euro (-45%). In Foren wurden Verluste über 100.000 Euro diskutiert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Abengoa-Aktien stürzen ab: Keine Handelsaussetzung
Abengoas Schluss ohne Aussetzung: A fällt um 48%, B um 45%

Hätte der Handel mit Abengoa A und B ausgesetzt werden müssen, als beide Aktien in einer einzigen Sitzung einbrachen? Am 30. März 2017 schloss Abengoa A bei 0,272 Euro, ein Minus von 48 %, und Abengoa B bei 0,110 Euro, mit einem Rückgang von 45 %. Die Frage, ob ein Wertpapier, das am Ende der Sitzung abstürzt, weiter gehandelt werden sollte, blieb offiziell unbeantwortet.

War die Schlusskursbildung manipuliert?

Die weit verbreitete Vermutung unter Kleinanlegern war, dass der Preis nicht allein fiel. Eine starke Hand hätte den Kurs in den letzten Minuten gedrückt, um einen Absturz im historischen Verlauf zu verankern. Der Grund laut dieser Theorie: Viele Algorithmen arbeiten mit Schlusskursdaten, und ein katastrophaler Schluss verändert ihre Signale für die nächste Sitzung. Mit dieser Hypothese wurde eine Handelsaussetzung gefordert.

Es ist wichtig zu präzisieren, was selten erwähnt wird: Die Manipulation eines Small-Cap-Werts ist illegal. Der Verdacht blieb im Raum, der Schlusskurs wurde protokolliert.

Verluste über 100.000 Euro und eine Hypothek

Hinter den Zahlen stehen Menschen. Es kursierten Berichte von Depots mit Verlusten über 100.000 Euro sowie Durchschnitten von 50.000 bis 60.000 Euro. Wer mit 5.000 Euro Verlust herauskam, galt als glücklich. Das zeigt das Ausmaß des Schadens.

Der extreme Fall beschrieb jemanden, der seine Immobilie neu beleihen ließ, um B zu 0,23 und A zu 0,58 zu kaufen, in dem Versuch, die bereits angehäufenen 100.000 Euro Verlust wieder hereinzuholen. Daneben standen unerfahrene Anleger, die durch tägliche zweistellige Kursgewinne angelockt worden waren. Die Gier habe den Rest besorgt, so hieß es.

Von 0,272 auf den Boden des Continuous Markets

Der Einbruch im März war nur der Anfang. In den folgenden Monaten sank der Kurs weiter, und man diskutierte, wie tief er fallen könnte. Im Januar 2018 notierte B bei 0,0014 Euro, nachdem sie 0,010 erreicht hatte. Diskutierte Niveaus waren 0,002, 0,003, 0,005, 0,008 und 0,013.

Man stritt über den tatsächlichen Boden. Einige behaupteten, der Mindestpreis im Continuous Market sei 0,010. Andere akzeptierten 0,001 und sprachen von einem Loch unter dem Cent, dessen einziger Zweck darin bestehe, Papier zu verkaufen. Unterdessen kündigte das Unternehmen einen Reverse Split als realistischste Option an.

Warum manche gegen eine Handelsaussetzung plädierten

Gegen die Forderung nach Aussetzung wurde das klassische Marktargument vorgebracht: Das Risiko trägt jeder selbst. Wer Geld in ein Unternehmen steckt, das mehr als 25 Milliarden Euro refinanzieren muss und keinen soliden Sanierungsplan hat, weiß – oder sollte wissen –, worauf er sich einlässt. Den Handel einzufrieren, verschiebt das Problem nur.

Das Gegenargument ist unbequemer. Wenn der finale Einbruch induziert war, wurde der Preis unter Nicht-Marktbedingungen festgelegt, und jene, die in Panik verkauften, verloren aufgrund einer Bewegung, die den echten Unternehmenswert nicht widerspiegelte. Beide Lesarten bestehen ungelöst nebeneinander.

Refinanzierung, Gläubiger und der Ausstieg einer Bank

Auch das Danach schloss die Sache nicht ab. Die Refinanzierung kam voran, wobei Gläubiger als Gesellschafter eintraten, um zu kassieren und die Lage zu kontrollieren – Slim darunter, laut den kursierenden Informationen. Die mexikanische Tochtergesellschaft verließ das Insolvenzverfahren im Januar 2018. Parallel dazu stieg die Banco Santander aus, was einige als direkte Ursache für die damaligen Kursverluste deuteten.

Die Aktie durchlief innerhalb weniger Wochen Kurse von 0,0128, 0,014 und 0,0089. 2017 spekulierte man über 0,021 und 0,034; ein Jahr später fragte man, ob der Cent gehalten werden könne.

Das vorläufige Ende

Einige vertreten die Ansicht, Abengoa sei weder insolvent noch werde es insolvent, da die Branche – Solarthermie – wieder Aufträge generiere und wer durchhalte, sein Geld vervielfache. Es ist eine Wette. Es gab keine Handelsaussetzung an jenem Marztag, und niemand entschuldigte sich dafür; im Thread erinnerte jemand unmissverständlich daran, dass niemand gezwungen war, zu kaufen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (269 Antworten).

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