80er-Nostalgie und das Verschwörungsnarrativ in Spanien

Die Generation, die beim Spielen auf der Straße aufwuchs, behauptet teilweise, dass 1945 ihre Identität begraben habe: So artikuliert sich das Verschwörungsnarrativ über den sozialen Wandel.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

80er-Nostalgie und das Verschwörungsnarrativ in Spanien
Warum 80er-Nostalgie Verschwörungstheorien befeuert

Ein Paradox durchzieht den gesamten Ansatz: Die Generation, die sich selbst als die letzte glückliche Kindheit erinnert, ist auch diejenige, die verkündet, dass die Zivilisation bereits verloren ist. Wer 1985 acht Jahre alt war, ist heute um die fünfzig und beharrt darauf, kurz vor dem Zufallen einer Tür geboren worden zu sein. Die Ausgangsdiagnose vermischt die Niederlage von 1945, eine angebliche kulturelle Umerziehung Europas, den Verlust der Souveränität und einen beschleunigten demografischen Wandel. Und sie endet mit einer politischen Schlussfolgerung: Weiterhin die Parteien des Systems zu wählen, sei gleichbedeutend mit Mittäterschaft.

Was die Ausgangsdiagnose behauptet

Der Ausgangspunkt ist eine Neuinterpretation des Zweiten Weltkriegs als religiöser Konflikt: Die deutschen Panzer hätten das Kreuz des Deutschen Ordens getragen und die Alliierten in dieser Lesart ein anderes konfessionelles Symbol. Es ist ein Verschwörungsnarrativ mit antisemitischer Matrix, das einer imaginären Finanzmacht – präsentiert als einziger, allmächtiger Block – die Regierung des Planeten seit 1945 zuschreibt. Keine einzige überprüfbare Tatsache begleitet die These.

Von dort aus verketten sich die Konsequenzen: Nach dem Krieg sei der Kontinent mit Propaganda, Kino und Dokumentarfilmen umerzogen worden, und das Ergebnis sei ein entmilitarisiertes Europa ohne Souveränität und mit einer Bevölkerung, die bei den finanziellen Eliten verschuldet sei. Unterschiedliche soziale Veränderungen – Säkularisierung, die Eingliederung der Frau in den Arbeitsmarkt, Vielfalt auf der Straße – erscheinen als Stufen desselben Plans. Genau diese Zuschreibung an einen einzigen verborgenen Willen definiert diese Narrative: Sie verwandelt unabhängige wirtschaftliche und demografische Prozesse in eine absichtliche Fügung.

Das Spanien der 80er, das verteidigt wird

Der emotionale Kern liegt auf der Straße: der Kreisel, die Deckel, die Murmeln, improvisierter Fußball. Stadtteilparks fungieren als verlorenes Paradies und als Beweis für den späteren Verfall. Dieselbe Zeitlinie umfasst die Ankunft von Migranten und ihre Eingliederung in die Armee Ende der 90er und Anfang der 2000er Jahre, hier als geplante Substitution reinterpretiert.

Das Porträt wird durch zwei weitere Fronten vervollständigt: die Ausbreitung des Drogenkonsums unter Jugendlichen in den 80ern und 90ern und den Wandel der Familienmodelle. Die Eingliederung der Frau in die Erwerbsarbeit außerhalb des Hauses, späte Geburten oder Ehelosigkeit werden mit ausdrücklicher Verachtung beschrieben. Im Material selbst gibt es Nuancen: Manche behaupten, die 90er seien ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Freiheit und Gleichheit gewesen, und andere erinnern daran, dass damals auch die Saat des aktuellen Problems gelegt wurde.

Hakenkreuze, Triskelen und der 24. Dezember

Der am besten dokumentierte Abschnitt des Materials spricht nicht von Politik, sondern von Symbolen. Das Hakenkreuz wird als jahrtausendealtes Sonnensymbol verteidigt, das in buddhistischen Tempeln, römischen Gefäßen, Tibet, China, Indien oder Japan präsent sei, mit der keltischen Triskele als direktem Verwandten. Es wird daran erinnert, dass die nationalsozialistische Version die Ausrichtung der traditionellen Darstellungen umkehrt und dass ein schwedisches Elektrizitätsunternehmen es als Logo verwendete, bevor die Bewegung existierte.

Über den konkreten Ursprung, den Adolf Hitler wählte, gibt es Uneinigkeit: Ein zitierter Dokumentarfilm behauptet, er habe es während seiner Zeit in Wien von der Schmiedearbeit eines Zauns übernommen, während ein anderer Teil es der avantgardistischen Ästhetik der Zeit und der Thule-Gesellschaft zuschreibt. Der Exkurs erstreckt sich auch auf Weihnachten: Das Datum des 24. Dezember wird drei Tage nach der Wintersonnenwende angesetzt und mit den seit dem Neolithikum in halb Europa dokumentierten Sonnenwendfesten und dem römischen Sol Invictus verknüpft.

Pessimismus als vorherrschende Antwort

Es gibt kaum konkrete Vorschläge. Was überwiegt, ist das Gefühl, dass jede friedliche Initiative letztlich auf die Staatsmaschinerie stoßen wird, und mehrere Antworten behaupten, die Situation müsse sich verschlechtern – Hunger eingeschlossen –, damit eine Mehrheit reagiert. Die Frage, ob eine Minderheitsbewegung den Prozess umkehren kann, wird fast immer mit Nein beantwortet.

Die Argumente, die diese Ohnmacht stützen, sind zwei. Erstens: Die Bevölkerung habe nicht die materiellen Mittel, sich zu verteidigen, unabhängig von ihrer Meinung. Zweitens, unbequemer: Die Kosten der Konfrontation – Gefängnis, Vorstrafen, Einkommensverlust – träfen diejenigen, die bereits etwas zu verlieren haben. Gegen den Defätismus erscheinen technische Anmerkungen: Manche behaupten, mit der verfügbaren Technologie könne man vier Stunden täglich arbeiten und hochwertige Güter produzieren, und es wird angeprangert, dass der Fortschritt für Überwachung, Propaganda und geteilte Arbeitszeiten verwendet werde. Imperien fallen, fasst eine andere wiederholte Idee zusammen, wenn sie das Privateigentum nicht mehr verteidigen können.

Gibt es einen Ausweg?

Die Erwartungen teilen sich zwischen Bruch und Vergessen. Ein Teil vertraut auf einen unvermeidlichen Ausbruch, wenn die Krise den Geldbeutel erreicht; ein anderer, skeptischerer Teil glaubt, dass es keine organisierte Reaktion geben wird, weil Mittel, Führung und Lust fehlen. Es gibt auch diejenigen, die den gesamten Konflikt mit einem Argument der zeitlichen Dimension relativieren: In 2.000 Jahren wird nicht einmal der Staub der Knochen von irgendjemandem übrig sein, weder der Sieger noch der Besiegten.

Die Frage, die über allem schwebt, ist nicht so sehr, ob das Narrativ wahr ist – es ist es nicht, zumindest im Überprüfbaren –, sondern wie viele Menschen bereit sind, ihr Leben darum herum zu organisieren. Ist es ein verbales Ventil oder die erste Stufe von etwas mit Konsequenzen?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

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