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Überleben nach dem 25N: Mieten, keine Schulden, Koffer packen
Die Europawahl am 25. Mai 2014 hinterließ ein unbequemes Bild für die beiden großen Parteien. An diesem Tag veröffentlichte jemand in einem Forum für Haushaltsökonomie ein nüchternes Handbuch: Wenn das Schiff sinkt, so hieß es, lösen wir die Planen der Rettungsboote. Mehr als ein Jahrzehnt später sammelt der Text hunderte Antworten und wurde mehrfach ausgegraben, um zu prüfen, was gut gealtert ist und was nicht.
Die Devise war eindeutig. Maximale Mobilität, minimale Abhängigkeit, null Immobilien. Und eine Schlussfolgerung, die damals übertrieben klang: Vermeiden Sie jede Immobilieninvestition, einschließlich des Kaufs eines Hauses zum Wohnen.
Die vier Szenarien, die für Spanien diskutiert wurden
Die Diagnose listete vier mögliche Zukünfte auf, die sich nicht ausschlossen. Autoritarismus mit wirtschaftlichem Chaos und alltäglicher Gewalt, zusammengefasst als „Venezuela“. Der soziale und monetäre Kollaps, etikettiert als „Argentinien“. Schuldenschnitte und Kapitalverkehrskontrollen, oder „Zypern“. Und das Schlimmste von allen: territoriale Fragmentierung und offener Konflikt, „Jugoslawien“. Der Vorschlag war, die jüngere Geschichte dieser Länder zu studieren, „aus fremdem Leid klug werden“ und die Gewissheiten der Nachrichten relativieren.
Es klingt wie eine Barrikaden-Prophezeiung. Aber auf dem Tisch lag auch der Name von Roberto Centeno, dessen Blog als Referenz zitiert wurde, weil er laut diesem Ansatz den Bankrott von CCM, von Bankia und die Probleme des Euro seit 1999 vorhergesagt hatte. Dort begann sich eine breitere These zu weben: dass die offizielle Erzählung täuscht.
Warum vom Hauskauf in Spanien 2014 abgeraten wurde
Die Begründung war grob, aber hatte eine innere Logik. Der Trend des Landes deutete auf Verschlechterung hin: schlechte Wirtschaftslage, politischer Verfall, Abspaltungsdrohungen und eine Demografie in Form einer umgekehrten Pyramide. Die Schlussfolgerung: In Immobilien zu investieren war wie Häuser in Detroit 1965 zu kaufen. Ganze Stadtviertel, so hieß es, könnten „detroitisieren“. Gemeinschaften, die von interterritorialer Solidarität gelebt hatten, könnten zu einem unrettbaren rostigen Gürtel werden.
Die Empfehlung unterschied nicht zwischen Kauf zur Spekulation, zum Wohnen oder zur Geschäftseröffnung. Alles fiel in denselben Topf, und wer kaufte, blieb im besten Fall an einen schwer verkäuflichen Vermögenswert in einem rückläufigen Land gebunden.
Kapital pro Arbeitnehmer und das Datum 2030
Hier ging der Text ins Detail. Ein Arbeitsplatz erfordert Kapital. Das in den Job eines Schuhputzers investierte Kapital liegt bei etwa 50 Euro; das eines Toyota-Arbeiters bei 500.000 Euro. Eine Verdopplung der Belegschaft ohne Verdopplung des Kapitals würde, nach dieser Logik, zu Lohnkürzungen oder zum Untergang des Unternehmens führen. Dieses Argument wurde auf die Ankunft von Arbeitnehmern ohne Kapital ausgeweitet, was laut dieser These das Einkommen pro Beschäftigtem verwässert. Es ist eine kontroverse Behauptung, stark diskutiert, und Teil der Debatte, nicht ihrer geschlossenen Schlüsse.
Die Uhr hatte ein Datum: Bis 2030 würden die ersten Baby-Boomer in Rente gehen. Und Spanien fehlte im Gegensatz zu Deutschland oder Japan der ausreichende Mehrwert, um diese Last zu tragen. Parallel wies eine seitliche Warnung darauf hin, dass öffentliche Angestellte mit „inflationsbedingten Neopeseten“ bezahlt würden.
Auswandern war nicht so einfach, wie es schien
Der Punkt, an dem das Handbuch auf die Realität prallte. Mehrere Berichte holten es auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Teilnehmer berichtete nach drei Jahren in Deutschland, dass er es nie wieder tun würde: Sprache, Wohnung, Stabilität und das Gefühl, fremde Renten zu finanzieren. Ein anderer beschrieb einen langen Monat in Paris, unsicher ob Tourist oder Exilant, mit entweichendem Französisch, kühlen Pariserinnen und Tagen ohne Sonne.
Die Liste der Hindernisse ist länger als jede Devise: Familie, Medikamente aus dem öffentlichen System, das eigene Alter. Weggehen ist billiger für einen jungen Menschen als für einen Vierzigjährigen mit Verpflichtungen.
Was die spätere Aufarbeitung ergab
Als das Handbuch Jahre später wieder auftauchte, war die Reaktion weniger enthusiastisch. Ein Kommentar fasste es hart zusammen: Die Empfehlung zu mieten und nicht zu kaufen war, rückblickend, in mehreren Märkten ein schlechter Zug. Ein anderer erinnerte daran, dass der Text unter Berücksichtigung von Treffern und Fehlern 417 positive Bewertungen gesammelt hatte und mehrere Warnungen tatsächlich eingetroffen waren. Die feine Berechnung dieser Prüfung, Posten für Posten, ist wo die Nachverfolgung interessant wird.
Auch die Gegenkritik tauchte auf: Wenn alle ihre Koffer packen, erfüllt sich die Prophezeiung selbst. Und eine Frage, die niemand ganz beantwortet: Welches Land ist besser, wenn das Problem strukturell und global ist?
Mit Abstand gelesen, wirkt das Handbuch wie eine Mischung aus Treffern und Verfallsdatum. Es lag richtig beim Übermaß an Vertrauen und beim Fehlen eines Plans B. Es scheiterte daran, den Kollaps zum unvermeidlichen Ziel zu machen. Die Frage bleibt offen, ob jene, die 2014 ihre Koffer packten, gewonnen oder verloren haben. Und genau dort stockt die Analyse.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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