800.000 € Verlust in fünf Jahren: So scheitert ein Unternehmen

800.000 Euro verloren, 36 Angestellte arbeitslos: Erfahrungsberichte über das Scheitern von Kleinunternehmen in Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

800.000 € Verlust in fünf Jahren: So scheitert ein Unternehmen
Die Bar, die Franchise und die 800.000 € des gescheiterten Unternehmertums

Ein IT-Techniker macht sich mit 10 Euro selbstständig: Visitenkarten und hundert Türen, die er einzeln anklopft. Die Antwort, immer wieder dieselbe bis zur Langeweile: Das Unternehmen hat seinen Wartungsvertrag bereits an einen anderen vergeben. Dies ist der erste schockierende Fakt: Ohne neue Kunden gibt es kein neues Geschäft, und wer verkaufen will, muss sie einem Konkurrenten abnehmen, der bereits verdient. Sein Fazit nach intensiver Praxis war, dass mehr Zeit und Geld nicht rentabel seien. Die offene Frage lautet: Wie viel dessen, was wir als Unternehmertum bezeichnen, ist in Wirklichkeit ein Markt, den es nicht mehr gibt?

Warum scheitern so viele kleine Unternehmen in Spanien?

Der erste Grund, der in den Fällen auftaucht, ist nicht der Mangel an Ideen. Es ist der gesättigte Markt. Fast alle Sektoren, in denen man versucht Fuß zu fassen, haben bereits etablierte Anbieter, übertragene Betriebe oder Konkurrenten mit jahrelanger Kundschaft. Einige argumentieren, dass der Ausweg darin besteht, unbesetzte Nischen zu finden.

Eine andere, härtere Strömung verweist auf die Anhäufung von Steuern, Zertifizierungen, Registrierungen und Kammerbeiträgen. Ein Unternehmen, das mit knappen Margen startet, hält diese Last kaum aus. Die wiederkehrende, grausame Idee lautet: Wenn der Inhaber rund um die Uhr arbeitet und trotzdem keinen Nettogewinn erzielt, ist das kein Geschäft, sondern verkleidete Selbstbeschäftigung.

Die Abfindung, die in einer Bar mit drei Jahren Lebensdauer endet

Der am häufigsten zitierte Fall ist ein Klassiker. Ein 55-jähriger Fachmann, entlassen aus einem Pharmaunternehmen mit einer erheblichen Abfindung, investiert alles in die Gründung eines Restaurants. Vorherige Erfahrung im Gastgewerbe: keine. Innerhalb von drei Jahren ist alles weg. Nun, kurz vor seinem 58. Geburtstag, steht er ohne Geschäft und ohne Geld da. Das Muster wiederholt sich bei einem Gastronomiebetrieb, für den 300.000 Euro vorgesehen waren, die jedoch nicht ausreichten, sowie bei einem Café, dessen Renovierung 180.000 Euro kostete.

Hinzu kommt der Dominoeffekt innerhalb der Familie. Es gibt einen Fall, in dem eine Privatperson über 800.000 Euro in fünf Jahren verlor, Kredite anhäufte, schloss und unter neuem Namen wieder eröffnete und dabei ihren eigenen Sohn dazu brachte, Unterschriften zu leisten. Ergebnis: fast 60.000 Euro offene Beiträge für Selbstständige — unmöglich, in Rente zu gehen — und 130.000 Euro Bankschulden des Sohnes nach mehreren Pfändungen, Geld, das er nie ausgegeben hatte. Nach dieser Logik sehen einige in der Verschuldung nicht einen Unfall, sondern das Modell.

Das Problem der Gesellschafter und das der Mitarbeiter

Kaum eine Geschichte kommt ohne Gesellschafter aus. Eine Gruppe von fünf gründete eine Open-Bar für Studenten mit 400 Euro und einer Vereinbarung mit einem Winzer: Nur der konsumierte Alkohol wird bezahlt. Das Experiment scheiterte am üblichen Problem: Von den fünf zog nur einer Leute an; zwei deckten gerade so ihre Kosten; die anderen beiden brachten zusammen nur vier Personen mit. Ein Teilnehmer, der dies auf einer Konferenz hörte, fasst die Wahl der Gesellschafterzahl so zusammen: Bei dreien verbünden sich zwei und der dritte fällt raus; bei zweien gibt es entweder eine Einigung oder gar kein Unternehmen.

Auf der anderen Seite des Tisches stehen die Arbeitnehmer. Manche beschweren sich, dass man einstellt, Schulungen durchführt und der Mitarbeiter genau das lernt, um dann mit deiner Kundenkartei gegenüber zu sitzen. Ein anderer Vorschlag lautet, die Abfindung bei Entlassung jedes Mitarbeiters in die Kosten einzuplanen, bevor man entscheidet, jemanden einzustellen. Tut man das nicht, muss man in der Krise wählen zwischen Schließung oder Kredit aufnehmen, um die Abgänge zu bezahlen.

Sektoren, die sterben, ohne dass es jemand dekretiert

Es gibt Geschäfte, die nicht wegen schlechter Führung scheitern, sondern weil der Boden unter ihnen wegrutscht. Ein Eventproduktionsunternehmen zahlte 36 Gehälter im Jahr 2006, alle sozialversicherungspflichtig angemeldet. 2007 begann der Personalabbau. Heute ist der Gründer seit 15 Monaten beim Arbeitsamt ohne Anspruch auf Leistungen, in einem Sektor, in dem laut seiner Aussage 80 bis 90 Prozent der Beschäftigten weder Sozialversicherungsbeiträge zahlen noch Verträge unterschreiben. So zu konkurrieren ist unmöglich.

Ähnliches passiert mit einer Immobilien-Franchise-Büro, das mitten im Boom eröffnet wurde: fünf Mitarbeiter, Einnahmen von 10.000 bis 15.000 Euro monatlich in den besten Jahren und eine Schließung, als der Markt kippte. Oder mit einem familiengeführten Autohändler in Madrid, der 35 Jahre hielt und zeitweise zwölf Mitarbeiter beschäftigte. Fünfunddreißig Jahre. Und eines Morgens macht er zu.

Kann man gründen ohne Schulden?

Eine der Erfahrungen, die ohne eigene Dramen verlief, war die, die ohne externe Finanzierung gemacht wurde. Ihr Autor fasst die Lektion in einer Idee zusammen: Misserfolg lehrt mehr als Erfolg, besonders dabei, zu erkennen, wer sich nähert, um etwas herauszuschlagen. Die Empfehlung an jeden, der etwas aufbauen will, lautet: Mach es nicht mit Schulden. Das Geschäft kann scheitern; die Schulden nicht.

Und die Debatte um den Filter taucht auf. Manche befürworten, dass der Staat Prüfungen von denen verlangen sollte, die einen Kredit für eine Unternehmensgründung beantragen, weil nicht jeder die Mindestvoraussetzungen für einen Unternehmer hat.

Bei diesem Markt ist die abschließende Zahl die unbequemste: Das billigste Projekt von allen — 10 Euro für Visitenkarten — hinterließ kaum bedauerliche Investitionen. Andere hingegen zahlen ihre Schulden noch Jahre später.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (254 Antworten).

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