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4.700 internationale Studierende aus US-SEVIS-Register gelöscht
Laut AILA wurden seit dem 20. Januar über 4.700 Studierende aus dem SEVIS-System entfernt. Das MIT betont, dass seine drei bekannten Fälle nichts mit Campus-Aktivismus zu tun haben.
Visa-Widerruf in den USA: 4.700 Studierende aus dem Register gestrichen
Der Aufenthaltsstatus eines internationalen Studierenden in den Vereinigten Staaten kann sich über Nacht auflösen. Seit der Amtseinführung von Trump am 20. Januar wurden mehr als 4.700 Studierende aus der SEVIS-Datenbank des Einwanderungs- und Zollkontrollbehörden (ICE) entfernt, wie die American Immigration Lawyers Association berichtet. Dieses Register ist das Rückgrat des Systems: Wer dort nicht mehr geführt wird, existiert administrativ nicht mehr. Berichten zufolge erfolgt die Löschung oft ohne Vorwarnung. Zu den vom MIT genannten Gründen gehören Vorstrafen, Verkehrsverstöße und ähnliche Vergehen. Das Ergebnis ist eine Person, die jahrelang im Land studiert hat, immatrikuliert ist oder einen Arbeitsvertrag unterschrieben hat und plötzlich irregulär wird.
Was das MIT zum Visa-Widerruf gesagt hat
Im März informierte das Massachusetts Institute of Technology (MIT) seine internationale Gemeinschaft per E-Mail. Die Verwaltung teilte mit, dass die Bundesregierung kürzlich die Visa von drei Studierenden widerrufen und ihren Migrationsstatus im Bundessystem gelöscht habe, offenbar aufgrund von Vorstrafen, Verkehrsverstößen und ähnlichen Vergehen. Das Institut schloss die Mitteilung mit einem Satz, der für Unruhe sorgte: „Nach unserem derzeitigen Wissen scheinen diese Fälle nicht mit dem Aktivismus auf dem Campus zusammenzuhängen.“
Ein 23-jähriger spanischer Student in Boston beschreibt die Stimmung detailliert: „Das MIT hat allen internationalen Studierenden geraten, stets alle Dokumente bei sich zu tragen und Reisen nach Möglichkeit zu vermeiden.“ Er fügt hinzu, dass Harvard und das MIT täglich den Visa-Status überprüfen, da Widerrufe ohne Ankündigung erfolgen. Manche sind bereits seit Jahren im Land, haben einen Vorvertrag mit einem Tech-Startup unterschrieben und mussten ihre Koffer packen. Eine junge Frau kehrte diese Woche nach Spanien zurück, nachdem ihr Residentenstatus annulliert wurde.
Was ist das SEVIS-System und was verlangt ein Studentenvisum?
SEVIS (Student and Exchange Visitor Information System) ist die Datenbank, in der Inhaber von Studenten- und Austauschvisa registriert werden. Um im System zu bleiben, müssen die Bedingungen erfüllt sein: Einhaltung der Arbeitszeitlimits und keine illegalen Aktivitäten. Diskussionsbeiträge erläutern zudem die Details: Laut den Berichten erlaubt das Studentenvisum maximal 20 Stunden Arbeit pro Woche, nur in Jobs, die mit dem Studium verbunden sind oder auf dem Campus liegen. Übersetzt bedeutet das: Man darf im Café neben der Uni bedienen, aber nicht Schichtarbeit am anderen Ende der Stadt machen.
In denselben Berichten wird gewarnt, dass Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss – das sogenannte DUI, vor dem die Einwanderungsämter warnen – direkt zum Widerruf des Aufenthaltstitels oder Visums führt. Auch die berufliche Karriere ist nicht sofort möglich: Nach dem Abschluss können Absolventen laut Kommentaren meist zwei Jahre länger arbeiten, bevor sie die permanente Aufenthaltskarte, die berühmte Green Card, benötigen.
Campus-Aktivismus: Diskutierte, aber unbestätigte Ursache
Hier spaltet sich die Debatte. Eine Sichtweise behauptet, die Widerrufe seien Strafen für pro-palästinensischen Aktivismus auf dem Campus. Ein Teilnehmer erinnert an den Fall eines palästinensischen Doktoranden, der am Tag seines Bürgerinterviews in der Einwanderungsbehörde festgenommen wurde, nachdem er zwei Jahre zuvor seine Social-Media-Konten gelöscht hatte. Die andere Sichtweise, vertreten durch das MIT selbst, besagt, dass die bekannten Fälle nichts mit Protesten zu tun haben. Keine der beiden Thesen wird durch eine öffentliche Liste von Gründen gestützt, denn eine solche gibt es nicht.
Im Fokus steht die Ermessensspielraum des Systems: Wie ein Teilnehmer bemerkt, wird der Visa-Status von einem Gremium öffentlicher Angestellter vergeben und entzogen, wobei die Regeln von ihnen selbst interpretiert werden. Dies stellt Betroffene vor ein Labyrinth von Rechtsmitteln, in dem nicht immer dieselben Garantien gelten wie für Staatsbürger.
Jedes Land wendet seine eigenen Regeln auf Ausländer an
Der Vergleich mit Europa drängt sich auf. Einige erinnern daran, dass die US-Visapolitik Schwankungen unterlag: Es war Trump, der Ländern wie Polen erstmals visafreie Reisen ermöglichte, was Obama abgelehnt hatte, und Biden verschärfte das Verfahren für Spanier, die nach Cuba gereist waren. Andere betonen das Offensichtliche: Wer in einem anderen Land lebt, tut dies als Gast unter dessen Gesetzen, ohne die Gesetzgebung seiner Heimat mitzubringen.
Die Debatte dreht sich jedoch nicht um Sympathien, sondern darum, ob ein Staat einen Migrationsstatus ohne Begründung, Frist oder Verteidigungsmöglichkeit widerrufen kann. Ein interessantes Detail aus der Diskussion: Elon Musk, heute einer der einflussreichsten Unternehmer des Landes, kam mit einem Studentenvisum, und sein Einstieg in den Arbeitsmarkt bleibt laut Kommentaren ein verworrener Vorgang.
Es ist zu erwarten, dass die Löschungen in den kommenden Wochen weiter zunehmen, wobei die Universitäten im Zentrum stehen. Was unklar bleibt – und vielleicht nie geklärt wird –, ist, wie viele dieser 4.700 Löschungen auf tatsächliche Verstöße zurückzuführen sind und wie viele auf Kriterien basieren, die niemand veröffentlicht hat. Das MIT hat bereits erklärt, dass die drei bekannten Fälle nichts mit Aktivismus zu tun hatten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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