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Hotels erhöhen Preise trotz sinkender Nachfrage
Spanische Hotels planen Preiserhöhungen wegen schwacher Nachfrage. Ein Drei-Sterne-Hotel an der Küste kostet außerhalb des Augusts nicht unter 100 Euro.
Hotels: Weniger Gäste, höhere Preise zur Margensicherung
Ein Oktoberwochenende an der spanischen Küste, außerhalb der Hauptsaison. Ein solides Drei-Sterne-Hotel verlangt bereits mindestens 100 Euro pro Nacht; im Sommer steigt die Rechnung auf 200 bis 250 Euro. Und eine Senkung ist nicht in Sicht: Hotels werden ihre Preise angesichts der nachlassenden Nachfrage weiter erhöhen, um ihre Gewinnmargen zu schützen. Weniger Kunden, höhere Tarife. Die Quadratur des Kreises, erzählt von denen, die das Sagen haben.
Die Logik der Preiserhöhung bei sinkender Nachfrage
Das Argument der Branche lautet, dass die Nachfrage nicht so stark einbricht wie es scheint. Außerhalb der touristischsten Gebiete findet man noch günstige Hostels, doch manche behaupten, dass an der Küste und in Großstädten die Plätze jedes Wochenende ausgebucht sind und das alternative Angebot, die Ferienwohnungen, durch kommunale Vorschriften eingeschränkt wird. Übersetzt bedeutet das: weniger Wettbewerb und mehr Marge.
Manche argumentieren, dass die Nachfrage elastisch sein sollte – wenn der Preis steigt, verschwindet der Kunde – und dass ausländischer Tourismus sowie inländische Käufer, die ihren Kurztrip nicht aufgeben, den Boden halten. Die gegenteilige These ist Wirtschaftswissenschaft für Anfänger an der Bar: Lieber das Gut verbrennen als den Preis senken. Wenn das Produkt wirklich knapp wird, verkauft man es teurer und in kleinerer Menge.
Eine einfache Rechnung eines Nutzers im Forum besagt: Das Hotel zu halber Auslastung zu hohen Preisen kann eine ähnliche Marge bringen wie fast voll belegt zu niedrigen Preisen, wobei zusätzlich Personal- und Verbrauchskosten gespart werden. Es wird sogar die Taktik erwähnt, die Anzahl der verfügbaren Zimmer zu reduzieren und „ausgebucht“ anzugeben, um die Preiserhöhung zu rechtfertigen, ohne den Umsatz zu senken.
Der Booking-Trick: Kostenlos stornierbar buchen und später erneut prüfen
Gegen diese Strategie kursiert eine private Methode, die man kennen sollte. Man bucht mit kostenloser Stornierung bis kurz vor dem Check-in – normalerweise ein, zwei oder maximal drei Tage vorher –, ohne etwas zu bezahlen. Der angezeigte Preis ist egal, da nichts gezahlt wird. Einen Tag vor der Frist sucht man das gleiche Hotel, die gleichen Daten und denselben Zimmertyp erneut. Ist es günstiger, bucht man zahlend und storniert die erste Reservierung.
Der durchschnittliche Einsparbetrag, der dieser Vorgehensweise zugeschrieben wird, liegt bei 30 %, das Maximum erreicht 50 %. Die genauen Fristen und Bedingungen jeder Rate sind komplexer, aber zusammenfassend lässt sich sagen, dass das System dynamischer Preise in beide Richtungen ausgenutzt werden kann. Nicht immer gewinnt das Hotel.
Verbotene Ferienwohnungen und freie Bahn für Hotels
Der andere Bestandteil des Cocktails ist regulatorischer Natur. Die Stadt Palma hat neue Vermietungen von Ferienwohnungen verboten, eine Maßnahme, die laut lokaler Presse von Hoteliers begrüßt wurde. Jede Einschränkung der Ferienvermietung reduziert den Wettbewerb für Hotels und stärkt deren Fähigkeit, Preise festzulegen.
Wie in einem Thread-Kommentar angemerkt wird, wenn eine Gegend von drei oder vier Investmentfonds dominiert wird, hört die Festlegung steigender Tarife auf, Wettbewerb zu sein, und wird zu etwas anderem: Oligopol. Es bedarf keiner expliziten Absprache; es reicht, dass alle in dieselbe Richtung schauen und niemand Anreize hat, zuerst zu senken. Die Schlussfolgerung ist unbequem für Reisende: Manche sehen in den Regeln, die Nachbarn vor Mietskasernen schützen, einen indirekten Schutz der Gewinnbilanz der Hoteliers.
Was kostet eine Übernachtung in Spanien außerhalb der Saison?
Es gibt keine günstigen Hotelübernachtungen mehr an der Küste. Ein normales Drei-Sterne-Hotel geht nicht unter 100 Euro, selbst in der Nebensaison, und im Sommer klettern die Preise auf 200 Euro. Früher kosteten dieselben Zimmer zwischen 100 und 120 Euro und galten schon als teuer. Heute, mit 200 oder 250 Euro pro Nacht auf dem Tisch, haben viele aufgehört, darüber nachzudenken.
Die untere Stufe hat sich verengt. Hostels mit eigenem Zimmer und Bad bewegen sich zwischen 90 und 120 Euro, also Hotelniveau, und Herbergen mit Gemeinschaftsschlafsaal liegen bei etwa 30 Euro pro Nacht. Zwischen dem staatlichen Parador und der Mehrbettzelle ist die Lücke, in der früher die Mittelschicht lebte, leer geblieben.
Der Kaffee für einen Euro als Fieberthermometer
Der Hotelpreisanstieg ist kein Einzelfall, sondern die touristische Version eines Modells, das auf alles ausgeweitet wurde. Weniger verkaufen und teurer anbieten funktioniert in der Gastronomie, im Supermarkt, bei Reisen, Elektrogeräten und Abos. Es ist das Luxusmodell, angewandt bis hin zum Eckcafé, und hält nur so lange, wie der Käufer es schluckt.
Das häusliche Thermometer bestätigt dies: Als der Kaffee über einen Euro stieg, reduzierten viele ihren täglichen Konsum von drei oder vier Tassen auf null, und der Wirt bemerkte keinen Verlust, weil der Preis die Menge mehr als kompensierte. Die Hotellerie macht dieselbe Rechnung mit den Zimmern.
Und eine Zahl wiederholt sich im Thread: Im laufenden Jahr sind die Hotelpreise um 25 % gestiegen. Mit diesem Tempo und einer per Dekret verknappen Angebotslage lautet die Frage nicht mehr, ob ausländische Touristen zahlen werden. Sondern wie viele Spanier aufgehört haben, Touristen im eigenen Land zu sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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