24-Stunden-Fitnessstudio als Wohnraum: Leben für 25 Euro

Schlafen im Fitnessstudio kostet rund 300 Euro monatlich, viermal weniger als ein Zimmer in Barcelona.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

24-Stunden-Fitnessstudio als Wohnraum: Leben für 25 Euro
Schlafen für 25 Euro pro Monat: Das 24-Stunden-Fitnessstudio als letzte Wohnoption

Es ist drei Uhr morgens, und die Lichter des 24-Stunden-Fitnessstudios sind noch an. Passanten berichten, dass jemand auf einem Massagesessel schläft, während das Duschhandtuch über einer Maschine trocknet. Es gibt keine Rezeption, keinen Wachdienst. Nur eine Drehkreuzanlage, eine Mitgliederkarte und einen Beitrag von etwa zwanzig Euro pro Monat: Schließfach für Taschen, Dusche mit Warmwasser und Wasser zum Trinken nach Belieben. Praktisch gesehen ist dies die günstigste Unterkunft in Barcelona.

Das Thema wird eher mit Sarkasmus als mit Statistik diskutiert, aber der Hintergrund ist klar: Wenn die Wohnkosten vom Lohn abkoppeln, verschwindet die Nachfrage nicht, sie verlagert sich in die Nischen des Marktes. Der Schauplatz ist Vallcarca, ein Viertel im oberen Teil der Stadt, wo Villen, besetzte Lokale und Billigfitnessstudios nebeneinander existieren. Die kursierende Diagnose ist weder freundlich noch neu.

Was es kostet, zwischen Rudergeräten zu schlafen

Die Rechnung ist stur. Beitrag von etwa zwanzig Euro, Schließfach als Kleiderschrank, tägliche Dusche und Trinkwasser. Addiert man den danebenliegenden Mercadona für Essen und eine Selbstbedienungs-Waschsalon für Kleidung: Das komplette Paket, bereits als extreme "Lonchafina" bezeichnet, schließt bei etwa 300 Euro pro Monat ab. Für Obdachlose ist jede Matte ein Palast, daran führt kein Weg vorbei.

Der Kontrast, der auf den Tisch gelegt wird, ist ebenfalls erheblich: Die genannte Alternative kostet viermal mehr, mit separaten Nebenkosten und ohne Fitnessstudio. Mit diesen Zahlen stellt sich nicht mehr die Frage, warum jemand in einem Fitnessstudio lebt, sondern warum es nicht mehr Leute tun.

Lichter um 3:00 Uhr und niemand an der Rezeption

Das 24-Stunden-Modell ist das Stück, das alles andere ermöglicht. Ohne Nachtpersonal wird die Kontrolle an Kameras, Drehkreuze und Zugangskarten delegiert: Theoretisch erkennt das System, wer die ganze Nacht bleibt, und sperrt den Eingang ohne Sicherheitspersonal. In der Praxis, laut regelmäßigen Besuchern zu ungewöhnlichen Zeiten, sieht es anders aus: Um Mitternacht ist niemand da, und solange die Gebühr bezahlt ist, interessiert es kaum, wer kommt und geht. Im Franchise-Modell noch weniger.

Einige wenden ein, dass Schließfächer keine Lager sind und die Kamera am Ende alles aufzeichnet. Andere antworten, dass dies eine kontinuierliche Überwachung erfordern würde, die keine Betriebsrechnung aushält. Zwischen beiden Extremen bleibt die unbequeme Frage: Warum wird ein Lokal mit Duschen, Schließfächern und dauerhaftem Licht die ganze Nacht geöffnet genehmigt, und dann tut man überrascht, wenn jemand es so nutzt, wie es scheint?

3-Meter-Kapseln und Internetcafés: Das Geschäft, das bereits kalkuliert wird

Wo manche Elend sehen, sehen andere Gewinnmargen. Bereits kursieren Pläne mit Zahlen: Große Fläche, vier private Räume von drei Quadratmetern für 30 Euro pro zehn Stunden plus Duschvermietung, was 120 Euro täglich ergibt. Oder das Hybridmodell Wohnung-Fitnessstudio: Zehn-Quadratmeter-Zimmer mit Schließfach für 100 Euro pro Monat, eine Zahl, die heute kein konventionelles Zimmer erreicht.

Der Bremsklotz ist regulatorischer Natur, nicht ästhetischer. Ein Fitnessstudio hat keine Wohnnutzungsgenehmigung (cédula de habitabilidad), und die Umnutzung eines Sportlokals in Wohnraum belastet die kommunalen Lizenzen genau dort, wo die Rathäuser Einnahmen erzielen. Das importierte Vorbild ist Japan, wo Kapselhotels seit Jahrzehnten als technisches Produkt verkauft werden. Der Unterschied, so Skeptiker, ist, dass die japanische Kapsel Hightech ist und die lokale Pritsche nur ein Vorhang vor einem Schließfach.

Was sichtbar wird, wenn Wohnraum vom Markt verschwindet]

Das Fitnessstudio ist die sichtbare Spitze eines informellen Wohnsystems, das in keiner offiziellen Statistik auftaucht. In Berichten von Menschen, die Zeit auf der Straße verbracht haben, tauchen Minibusse auf, die Gruppen morgens ins Zentrum bringen und abends abholen, Lagerhallen mit Pueblerino, die tagsüber Logistik und nachts Küche sind, und Personen, die in elektrischen Umspannwerken schlafen. Nichts davon ist neu; neu ist, dass es jetzt laut und mit Preisangabe erzählt wird.

Am Ende ist die Berechnung, die verwirrt, nicht die der Würde, sondern die des Supermarkt-Bandes: 300 Euro pro Monat decken Dach, Dusche, Essen und Wäsche im Radius von drei Blocks. In Japan nannte man das Kapsel und verkaufte es als Innovation. Hier heißt es Schließfach, und die offene Frage ist, wie lange es dauert, bis jemand eine Tür einbaut und es als Miete abrechnet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (153 Antworten).

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