24 Prozent der jungen Spanier hatten nie Sex

Laut einer Studie hatten 24 % der 18- bis 29-Jährigen in Spanien noch keine intime Beziehung, im Vergleich zu nur 9 % im Jahr 1990. Der sexuelle Markt konzentriert sich auf...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

24 Prozent der jungen Spanier hatten nie Sex
24 % der Jugendlichen hatten noch nie intime Beziehungen

Im Jahr 1990 hatte nur ein Prozent der jungen Männer noch keine intimen Erfahrungen gesammelt. Heute ist diese Zahl auf 24 % angestiegen. Die Daten, die von einem Wirtschaftsmagazin veröffentlicht und in Diskussionsforen geteilt wurden, zeichnen das Bild eines sens Marktes, der einen von vier Männern im Alter zwischen 18 und 29 Jahren ausschließt. Dies ist keine statistische Anekdote, sondern ein struktureller Wandel darin, wie junge Menschen Zugang zu Beziehungen finden. Und die wirtschaftlichen Folgen sind bereits in Sektoren spürbar, die vom Verkauf von Kondomen bis hin zu Plattformen für Erwachsenenunterhaltung reichen.

Die Debatte um diese Zahlen führte schnell zu einer breiteren Diagnose. Wenn man zu den 24 % der Jugendlichen, die noch nie Intimität erlebt haben, jene hinzuzählt, die nur sporadisch – einmal im Monat oder seltener – Beziehungen haben, könnte der Anteil der praktisch vom sens Markt ausgeschlossenen Männer laut Berechnungen in der Diskussion bei einem Drittel liegen. Die ursprüngliche Zahl wäre somit nur die Spitze des Eisbergs eines Phänomens, das einige als eine echte globale Krise beschreiben.

Warum der sens Markt so ungleich geworden ist

Die häufigste Diagnose verweist auf eine extreme Konzentration der Möglichkeiten. Im Gegensatz zu einem traditionellen Markt, auf dem die Mehrheit irgendwann einen Partner fand – sei es auch erst bei der Heirat –, wird das aktuelle Szenario als ein System beschrieben, in dem der Gewinner alles bekommt: Eine Minderheit von Männern zieht die Aufmerksamkeit der meisten Frauen auf sich, während der Rest um die verbleibenden Chancen konkurriert. Dating-Apps und die ständige Bestätigung durch soziale Medien hätten dieses Ungleichgewicht bis zu Grenzen verstärkt, die viele als nicht tragfähig ansehen.

Der Vergleich mit dem Arbeitsmarkt ist üblich. Eine Jugendarbeitslosigkeit von 24 % wäre eine wirtschaftliche Katastrophe, aber zumindest hätten diese jungen Menschen die Möglichkeit gehabt, irgendwann zu arbeiten. Hier hat das 24 %-Kontingent noch nie an einer Beziehung teilgenommen. Die Analogie ist nicht zufällig: Beide Phänomene teilen eine Logik der strukturellen Ausgrenzung, die Frustration erzeugt und langfristig schwer vorhersehbare gesellschaftliche Konsequenzen nach sich zieht.

Einige argumentieren, dass das Problem nicht der Mangel an Möglichkeiten sei, sondern der Mangel an Initiative. Die Existenz eines Marktes für sens Dienstleistungen zu erschwinglichen Preisen – es werden Zahlen um die 80 Euro genannt – würde zeigen, dass der Zugang für jeden möglich ist, der bereit ist, dafür zu zahlen. Das Argument hat seine ökonomische Logik, prallt aber auf eine komplexere Realität: Bezahlte Intimität ersetzt keine stabile Partnerschaft und deckt keine Bedürfnisse nach Gesellschaft, Zuneigung oder gemeinsamen Lebensprojekten ab.

Das historische Vorbild: Wenn die Ehe das Ventil war

Jahrzehntelang fungierte die Ehe als Mechanismus zur sens Umverteilung. Selbst Männer mit weniger Attraktivität oder Ressourcen fanden irgendwann einen Partner, wenn auch spät und mit einer Frau ähnlichen Status. Dieser Gesellschaftsvertrag – wirtschaftliche Stabilität gegen Gesellschaft und Familie – ist gebrochen. Die junge Frau von heute, selbst diejenige, die sich früher mit einem Mann mittleren Profils begnügt hätte, hat ihr eigenes Profil in sozialen Medien, erhält ständige Bestätigung und braucht vor allem wirtschaftlich keinen Mann mehr zum Überleben.

Die Folge ist, dass der hässliche Entlein mit festem Job, der früher nach einem Partner ähnlichen Profils strebte, ohne Markt dasteht. Es ist nicht so, dass Frauen ihre Anforderungen aus Laune erhöht haben: Der Staat und die Familie dienen ihnen als Sicherheitsnetz, was sie deutlich selektiver macht. Das Ergebnis ist ein Trichter, in dem viele hängen bleiben.

Der Vergleich mit früheren Generationen ist unvermeidlich. Wer in den Achtzigern geboren wurde, erinnert sich, dass Jungfräulichkeit über das zwanzigste Lebensjahr hinaus eine Seltenheit war, fast immer aus religiösen Gründen. Heute hat sich diese Schwelle radikal verschoben. Und es scheint nicht so, als würde sich dieser Trend von allein umkehren.

Wirtschaftliche Folgen: Weniger Konsum, weniger Paare, weniger Geschäft

Die Auswirkungen sind nicht nur sozial. Der Mangel an jungen Paaren reduziert den Konsum in Schlüsselbereichen: Wohnen, Freizeit, Gastronomie, Reisen. Junge Menschen, die keine Paare bilden, mieten keine Wohnungen gemeinsam, kaufen keine Möbel und buchen keine Dienste für zwei Personen. Einige Analysen weisen darauf hin, dass dieses Phänomen hinter der Schließung von Geschäften, die auf dieses Publikum ausgerichtet sind, und dem Nachfragerückgang in bestimmten Segmenten stehen könnte.

Die Paradoxie besteht darin, dass gleichzeitig bezahlte Dienstleistungen wachsen. Plattformen für Erwachsenenunterhaltung und Prostitutionsdienste profitieren von einem Markt lediger Kunden mit Kaufkraft und ohne Partner. Es ist eine Ökonomie der Substitution: Wo früher eine Beziehung stand, steht nun eine Transaktion. Effizienter für die Geldbörse, weniger nachhaltig für die Gesellschaft.

Einige Analysen gehen weiter und verbinden diese Frustration mit dem Aufstieg radikaler politischer Bewegungen. Das Versprechen, eine traditionelle Ordnung wiederherzustellen – in der jeder Mann seinen Platz und seine Partnerin hatte – findet fruchtbaren Boden unter denen, die sich vom sens Markt ausgeschlossen fühlen. Es ist kein Zufall, dass bewaffnete Gruppen und Guerillas historisch das Versprechen von Ehefrauen als Lockmittel genutzt haben, um Kämpfer zu rekrutieren. Die Logik ist dieselbe: Wenn das System dir keinen Zugang gewährt, bietet dir jemand eine Alternative, sei sie auch gewalttätig.

Was kann man tun? Vom Klagen zu Lösungen

Die kursierenden Vorschläge reichen vom Individuellen bis zum Politischen. Auf persönlicher Ebene wird empfohlen, Geselligkeit zu üben, Frustkreise zu verlassen und zu lernen, wie man Beziehungen knüpft. Es gibt Kurse, Kanäle und Communities, die sich damit befassen. Auf kollektiver Ebene sind die Ideen kontroverser: Von der Legalisierung und Regulierung der Prostitution über die Entwicklung sens Roboter mit künstlicher Intelligenz bis hin zu politischen Maßnahmen, die den Zugang zu Begleitdiensten subventionieren.

Keine dieser Lösungen geht das Grundproblem an: die Entfremdung zwischen jungen Männern und Frauen in einem Kontext, in dem sich die Spielregeln radikal geändert haben. Der sens Markt ist kein gewöhnlicher Markt. Ihn zu regulieren, einzugreifen oder zu ignorieren hat Konsequenzen. Und die, die wir jetzt sehen – 24 % der Jugendlichen ohne je intime Erfahrung gemacht zu haben –, sind erst der Anfang.

Ist eine Gesellschaft tragfähig, in der einer von vier jungen Männern vom sens Markt ausgeschlossen bleibt? Die Antwort ist nicht offensichtlich, aber die Daten laden dazu ein, darüber nachzudenken.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (111 Antworten).

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