23 Jahre alter Liebherr-Kühlschrank stirbt, Besitzer kauft LG mit 53 % Rabatt

Ein 23 Jahre alter Liebherr kühlt nicht mehr, die Reparatur kostet 300 €, und der Besitzer kauft einen LG mit Linearkompressor für 599 € im Outlet – 53 % unter den 1.269 € Listenpreis.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein 23 Jahre alter Liebherr-Kühlschrank stirbt und sein Besitzer kauft einen LG mit Linearkompressor mit 53 % Rabatt

Der Kühlteil des Liebherr-Kombigeräts hörte nach 23 Jahren Dienst auf zu kühlen. Das Gefrierfach funktionierte weiter, weil das Gerät über zwei unabhängige Kompressoren verfügte. Die Diagnose deutete auf einen Defekt des Rotationskompressors oder auf ein Leck im Kältemittel R12 hin, das seit Jahren verboten ist. Die Reparatur mit Kompressorwechsel und Arbeitslohn wurde auf fast 300 Euro beziffert. Ein Techniker, der vor einem Jahrzehnt dasselbe erlebte, erinnert sich, dass ihn damals 180 Euro kosteten. Niemand erklärt den Unterschied zwischen den beiden Beträgen, aber er markiert die Schwelle, ab der das Wegwerfen des Geräts Sinn zu machen beginnt.

Warum sich die Reparatur nicht mehr lohnt

Dem Liebherr-Besitzer war klar, dass er die Reparatur nicht bezahlen würde. Die Innenkunststoffe waren vergilbt, und das Gerät hatte mehr als zwei Jahrzehnte Nutzung hinter sich. Eine Vertriebsmitarbeiterin der Marke selbst räumte ein, dass das neue Modell nicht so lange halten würde. Dieses Detail, ohne Drama erzählt, fasst den Zeitenwandel zusammen: Extreme Langlebigkeit wird nicht mehr als Argument verkauft.

Auch die wirtschaftliche Rechnung spricht nicht für eine Reparatur. Ein 23 Jahre altes Gerät verbraucht Strom mit einer Energielabel, die heute undenkbar wäre. Die Investition in ein neues Gerät amortisiert sich teilweise über die Stromrechnung, wobei die Amortisation vom Strompreis und der Nutzung abhängt. Manche behaupten, die Ersparnis decke die Ausgabe nicht; das optimistischste Szenario geht von mehreren Jahren bis zum Ausgleich aus.

Die Outlet-Strategie: 1.269 Euro für 599

Der erste Besuch in einem Elektronikgroßmarkt hinterließ beim Käufer dasselbe Gefühl wie bei vielen anderen: hohe Preise und Verarbeitungen, die den Unterschied nicht rechtfertigen. Die koreanischen Modelle von Samsung und LG stachen durch Technik und Finish hervor, aber er war nicht bereit, den offiziellen Preis zu zahlen. Die Alternative war der Outlet-Markt, wo eine Beule im Blech Rabatte von 50 % oder 60 % bedeutet.

Im Liebherr-Outlet in Coslada (Madrid) fand er Geräte mit 60 % Rabatt wegen verdeckter Schäden, zu Preisen zwischen 548 und 843 Euro. Das Fazit war unangenehm: Die wahrgenommene Qualität war nicht mehr von einem Fagor, Zanussi, AEG oder Electrolux zu unterscheiden. In einem Outlet in Aranjuez fand sich der endgültige Kauf: ein LG GM5148AERV Multi-Door, komplett Edelstahl, mit Linearkompressor, für 599 Euro gegenüber einem VP von 1.269. Drei kaum wahrnehmbare Dellen rechtfertigten den Nachlass von 53 %.

Was der Linearkompressor ist und warum er als überlegene Technik verkauft wird

Der Käufer prüfte die Temperaturen der drei unabhängigen Fächer: Sie lagen zwei Grad unter dem, was das Display anzeigte. Die angegebene Lautstärke beträgt 40 Dezibel. Das Gerät hat nicht das übliche hintere Gitter mit schwarzen Rohren; es hat einen kleinen Kondensator neben dem Kompressor, der von einem leisen Lüfter gekühlt wird, und laut Besitzer wirken sich Außentemperaturen nicht so darauf aus wie bei klassischen Rotationskompressor-Geräten.

Das Patent für LGs Linearkompressor stammt von 2007. Die Idee dahinter: Diese Kompressoren verbrauchen je nach Kühlbedarf – im Winter liefern sie etwa 60 %, im Sommer 100 %. Rotationskompressoren hingegen sind immer noch dieselben wie eh und je. Die Energieeffizienzklasse A+, A++ oder höher hängt nach dieser These von der Dicke und Dichte der Isolierung ab, nicht von einem Technologiesprung beim Kompressor.

Die Klimaklasse: die Angabe, die fast niemand beachtet

Ein Kühlschrank wird in vier Klimaklassen eingeteilt, je nach Umgebungstemperatur, für die er ausgelegt ist. Die Klasse SN deckt 10 bis 32 Grad ab, die Klasse T 18 bis 43. Ein SN-Gerät in einem kalten Land verbraucht weniger, weil die Außenluft beim Kühlen des Innenraums hilft, und das erlaubt ein besseres Energielabel. Dasselbe Gerät mit dickerer Isolierung und Kategorie T verbraucht mehr, weil es diese Hilfe nicht bekommt.

Der LG-Käufer behauptet, sein Liebherr sei nur SN und nicht SN-T gewesen, und die Marke gebe nicht beide Kategorien gleichzeitig an. Es ist eine technische Diskussion, die den Vergleich der Labels zwischen Ländern und das Kleingedruckte der Datenblätter betrifft. Sie erklärt auch, warum dasselbe Modell je nach Markt mit unterschiedlichen Spezifikationen verkauft werden kann.

Geplante Obsoleszenz und der Mythos der ewigen Marke

Der meistgehörte Konsens ist, dass heutige Haushaltsgeräte nicht so lange halten wie frühere. Ein Liebherr von 2004 läuft noch ohne andere Störung als eine Glühbirne. Ein Zanussi von 1983, ein Kelvinator von fast 40 Jahren, ein Edesa von 21, ein Balay von 20, ein General Electric von 1992, das heute noch identisch gebaut wird. Die Fälle häufen sich und weisen alle in dieselbe Richtung: Langlebigkeit war die Norm, nicht die Ausnahme.

Die Antwort der Premium-Marken, so ihre Verteidiger, sei, dass sie sich Ausfälle nicht leisten können: Hält ein 1.500-Euro-Gerät nur acht Jahre, kommt der Kunde nicht zurück. Demgegenüber ist die Erfahrung des LG-Käufers, dass die Qualität von Liebherr so weit gefallen ist, dass sie mit der Mittelklasse verschmilzt. Seine Frau, ohne technisches Wissen, sagte es vor ihm: Die neuen hätten mit dem alten nichts mehr zu tun.



Die vernünftige Prognose ist, dass der im Outlet gekaufte LG weniger lange hält als der Liebherr, den er ersetzt. Die Unbekannte ist, wie viel weniger, und ob die Stromersparnis und der Einstiegspreis den Unterschied ausgleichen. Solange das Linearkompressor-Patent in Kraft ist, bleibt der technische Vorteil. Wenn es abläuft, wird die Frage eine andere sein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (79 Antworten).

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