2001 gegen Barry Lyndon: Kubricks Finale spaltet

2001: Odyssee im Weltraum gilt als Favorit gegen Barry Lyndon im Finale um den besten Film aller Zeiten. Kubricks einziger Oscar war für…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

2001 gegen Barry Lyndon: Das Duell, das Kubrick teilt

Ein Knochen, der in die Luft geworfen wird und zu einem Raumschiff wird. Diese Ellipse reicht aus, um zusammenzufassen, warum 2001: Odyssee im Weltraum als Favorit in dieses Finale ging. Ihm gegenüber steht ein Gemälde des 18. Jahrhunderts, das bei Kerzenlicht atmet. Zwei Werke desselben Regisseurs, Stanley Kubrick, konkurrieren um den Titel des besten Films aller Zeiten, und Analysten erwarten einen klaren Sieg der Weltraum-Odyssee. Die Diskussion geht jedoch weit über persönlichen Geschmack hinaus: Sie berührt, was es bedeutet, ein Genre zu innovieren und was es bedeutet, es zu beherrschen.

Was 2001 in diesem Finale riskiert

Das am häufigsten wiederholte Argument ist das des Bruchs. Vor 2001 wurde Science-Fiction im Kino als grobes und veraltetes Produkt wahrgenommen, mit Titeln, die die Zeit entlarvt hat. Kubrick begann Mitte der 60er Jahre damit, sie zu schreiben und zu drehen, und lieferte etwas, das das Genre in Konzeption und Ausführung neu definierte. Der Film ist um drei Wendepunkte strukturiert — Geburt, Aufbruch und existenzielle Umkehrung — markiert durch das Auftauchen des Monolithen, und erzählt dies ohne Worte. Diese Symmetrie zwischen dem ersten Hominiden, der kaum Mensch wird, und dem Astronauten, der fast aufhört, einer zu sein, ist für viele der Beweis, dass wir mehr als nur einen Film vor uns haben.

Das oft als Bestätigung angeführte Datum: Kubricks einziger Oscar ist für die Spezialeffekte von 2001. Ein technischer Preis für ein Werk, das nach dem weit verbreiteten Konsens alles andere als technisch ist.

Barry Lyndon und die Schönheit, die kein Epos braucht

Die Verteidigung von Barry Lyndon stützt sich nicht auf Einfluss, sondern auf Form. Kubrick unterbricht den Mechanismus der Identifikation mit dem Helden: Er kühlt den Erzähler ab, zeigt einen zerbrechlichen und zögerlichen Protagonisten und verschiebt das Interesse auf das Universum, das er durchquert. Länder, Höfe, Kriege, Codes und Tabus. Der Film ist eine kohärente Sphäre, in der Barrys Leben nur eine der unendlichen Linien ist, die sie enthält.

Die Arbeit mit natürlichem Licht ist das meistzitierte Beispiel. Innenräume, die nur von Kerzen beleuchtet werden, aufgenommen mit einem Zeiss 50mm F/0,7 Objektiv, eröffneten neue Territorien für das Kino. Die Integration von Musik, Fotografie und Erzählung erreicht ein Niveau, das wenige Werke gleichkommen. Manche behaupten, es sei der schönste Film aller Zeiten. Andere antworten, dass Schönheit allein nicht ausreicht, um ein Finale zu gewinnen.

Die Last des Protagonisten und das Gewicht des Romans

Nicht alles ist Bewunderung. Ein wiederkehrender Einwand richtet sich gegen den Schauspieler, der Barry Lyndon verkörpert: Seine Leistung belastet den gesamten Film für einen Teil des Publikums. Es ist der Preis dafür, bewusst auf den Charisma des Helden verzichtet zu haben. Die andere Kritik ist generischer Natur: Barry Lyndon ist eher Roman als Kino, während 2001 purer Film ist. Die Antwort lautet, dass Barry Lyndon etwas erreicht, was kaum ein historischer Film schafft: Dass die Vergangenheit echt wirkt, nicht dekoriert.

Was in die Diskussion eindringt

Die Diskussion driftete in unerwartete Gebiete. Die Technik großer Maler wurde mit der heutiger Künstler verglichen, ob historisches Verdienst gleichbedeutend mit gegenwärtiger Qualität ist, wurde debattiert, und Argumente kreuzten sich darüber, ob ein Meisterwerk eines sein kann, ohne bei seiner Premiere gesehen worden zu sein. Auch tauchte das Detail der Proportionen des Monolithen auf: 1, 4 und 9, die Quadrate der ersten drei ganzen Zahlen. Und die Anekdote eines Hörers, der eine Radiosendung anrief und einen Film über „Manolito und einen Computer“ verlangte.



Eine verwirrende Tatsache bleibt. Kubricks einziger Oscar ist für die Spezialeffekte von 2001. Der Film, den viele für den größten der Geschichte halten, gewann für das, woran man sich am wenigsten erinnert.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (133 Antworten).

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