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Kubrick und Lynch dominieren die Top-5-Filmlisten
In einem Forum werden die besten fünf Filme aller Zeiten diskutiert. Kubrick, Lynch und Tarkowski führen an, doch ein Konsens bleibt aus.
Kubrick und Lynch dominieren die cinephile Rangliste eines Forumthreads
Die Aufgabe schien einfach: die fünf besten Filme der Geschichte aufzählen. Der Vorschlag entwickelte sich jedoch zu einer Aufstellung von Obsessionen, generationellen Abrechnungen und einer unbequemen Schlussfolgerung: Ein Konsens ist unmöglich. 2001: Odyssee im Weltraum, Blade Runner und Mulholland Drive sind die am häufigsten genannten Titel unter denen, die wagen, den Kanon zu ordnen. Aber die eigentliche Entdeckung ist nicht das Podium, sondern was es offenbart: Jede Liste funktioniert wie eine Erklärung der eigenen Identität.
Welche Filme tauchen in den Listen am häufigsten auf?
Kubrick ist der meistzitierte Autor. 2001, Barry Lyndon, A Clockwork Orange, The Shining und Full Metal Jacket erscheinen in verschiedenen Kombinationen, manchmal alle zusammen in einer einzigen Liste. Es folgt David Lynch, mit Mulholland Drive und Blue Velvet als Vorreiter. Ridley Scott platziert Blade Runner auf dem persönlichen Podium mehrerer Teilnehmer, und der klassische Film hält sich mit Vertigo, Der Pate II und Cinema Paradiso.
Die Vielfalt ist enorm: von Apocalypse Now bis Tokyo Story, von Dersu Uzala bis The General. Die am häufigsten wiederholte Liste existiert nicht. Was existiert, ist ein Muster: Wer Kubrick zitiert, verachtet oft den modernen Blockbuster; wer Nolan oder Villeneuve verteidigt, ist bei solchen Übungen meist in der Minderheit.
Die Generationenkluft: Klassischer Film gegen aktuellen Film
Ein Teil der Analyse behauptet, dass die Siebzigerjahre das letzte goldene Zeitalter des Erwachsenenkinos waren. Antihelden, die Demystifizierung von Genres und die Gegenkultur seien mit der Premiere von Star Wars und der Etablierung des Popcorn-Kinos gestorben. Die andere Strömung argumentiert, dass Kino schon immer eine Agenda hatte und der Unterschied nicht ideologisch, sondern qualitativer Natur sei: Früher trug der Film sich selbst; heute ersetzt die Botschaft das Drehbuch.
Manche gehen weiter und behaupten, dass 99 % des aktuellen Kinos Propaganda ist. Das ist keine überprüfbare These, aber eine verbreitete Meinung. Im Gegensatz dazu stützt sich die Verteidigung des zeitgenössischen Kinos auf konkrete Beispiele: The Big Short, Molly’s Game oder Charlie Wilson’s War werden als Beweise dafür angeführt, dass man immer noch etwas mit Tempo und ohne Predigt erzählen kann.
Der unbestrittene Kanon und der kaum gesehene
Tarkowski ist der auffälligste Fall. Opfer, Solaris und Andrei Rubljow erscheinen in mehreren Listen, aber immer mit dem Hinweis, dass sein Kino kontemplativ, kryptisch und elitär ist. Das Zitat, das das Phänomen zusammenfasst, stammt von Truffaut: Es gibt Filme, die dem Zuschauer schmeicheln, und Filme, die ihn vor das Geheimnis der Welt stellen. Tarkowski gehört zur zweiten Kategorie.
Spanisches Kino fehlt fast vollständig auf dem Podium. El espíritu de la colmena taucht nicht auf. Alatriste wird erwähnt, um es ungünstig mit Master and Commander zu vergleichen. Die implizite Schlussfolgerung: Spanisches Kino versteht es nicht, Geschichten mit der Kompetenz des angelsächsischen Raums anzupassen. Das ist eine Meinung, kein Fakt, aber sie wiederholt sich.
Der Nostalgie-Faktor und die Algorithmus-Falle
Viele Listen enthalten Titel, die seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen wurden. The Deer Hunter wird als ein Film beschrieben, der KO schlägt, aber auch als ein Streifen, der bei seiner Premiere langweilig war. Die Wiederholung ändert das Urteil. Manchmal bestätigt sie es auch: La grande bellezza wurde von einem Teilnehmer als langweilig abgetan, der stattdessen Youth desselben Regisseurs verteidigte.
Die Übung hat etwas von einer Performance. Vidocq oder Fast & Furious 1–5 zu zitieren, ist eine Form des Kanon-Sabotage. Dersu Uzala zu nennen, ist eine Art, eine bestimmte Sensibilität einzufordern. In beiden Fällen sagt die Liste mehr über den Autor aus als über die Filme.
Am Ende lautet die Frage nicht, welche die fünf besten Filme der Geschichte sind. Die Frage lautet, wer es wagt, dies öffentlich zu sagen, ohne dabei entlarvt zu werden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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