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20 % Steuer auf die zweite vermietete Wohnung: Wer zahlt am Ende drauf
Eine 20-%-Steuer auf die zweite vermietete Wohnung zur Finanzierung der Renten würde die Mieten laut Berechnung eines Teilnehmers um 25 % steigen lassen.
20 % Steuer auf die zweite vermietete Wohnung, um die Renten zu finanzieren
20 % auf jede Miete ab der zweiten Wohnung. Das Geld komplett in die Rentenkasse. Die Idee, von einem Teilnehmer eher als Übung in Solidarität denn als Gesetzesvorhaben eingebracht, lässt sich nach Angaben ihres Urhebers an einem Beispiel festmachen: Wer in der Madrider Innenstadt eine Wohnung für 2.000 Euro vermietet, würde 400 Euro im Monat an das Finanzamt abführen. Zwei erklärte Ziele: den Druck auf eine öffentliche Verschuldung mit explodierenden Zinsen senken und „die Krebsgeschwulst der Wohnungshäufung“ – so der Wortlaut des Vorschlags – unattraktiv machen. Im Hintergrund steht freilich die andere Frage: Wer zahlt am Ende?
Um wie viel muss die Miete steigen, um eine 20-%-Steuer zu decken?
Hier beginnt die unbequeme Rechnung. Wer als Vermieter seinen Nettobetrag halten will, kommt mit einer Weitergabe von 20 % nicht aus: Er muss 25 % aufschlagen, damit die 20 % auf den neuen Betrag durchschlagen. „25 % Erhöhung, damit es 20 % der neuen 100 % sind“, fasst ein Teilnehmer zusammen. Das Ergebnis, so das Gegenargument: Der Mieter zahlt die Steuer, und der Staat kassiert, ohne dass auch nur eine einzige Wohnung gebaut wurde. Nichts Neues unter der Sonne.
Wer zahlt die Investorensteuer wirklich?
Für einen anderen Teilnehmer sitzen die Vermieter am längeren Hebel. Bei angespanntem Mietmarkt sei die Weitergabe der Kosten, so seine Lesart, eine Sache von Wochen. Der Vermieter bleibt weiterhin „der Bösewicht der Gesellschaft, der sich bereichert“, obwohl er – so zumindest seine Sicht – nur die Rechnung weiterreicht. Und eine weitere Erwiderung verweist auf einen Nebeneffekt bei der ausgenommenen Wohnung: Wer eine besitzt und sieht, wie die zweite teurer wird, erhöht die Miete der ersten zum Ausgleich. Der Anreiz verdreht sich.
Der Kleinanleger und der Fonds, der immer gewinnt
Das Szenario, das ein weiterer Diskutant zeichnet, endet für den Privatmann schlecht. Den Besitzer von zwei, drei Wohnungen schröpft man ohne Gnade, er hat nicht die Mittel für Rechtsstreits und verkauft am Ende an einen Fonds, um sich Ärger vom Hals zu halten. Der Fonds, mit Anwälten, die früher Richter und Staatsanwälte waren, legt Berufung ein und wartet. Unterdessen die Zahl, die laut einer im Streit kursierenden Rechnung die Sorge untermauert: Seit 2018 hat sich der Anteil der Wohnungen im Besitz der großen Fonds mehr als verdoppelt – zulasten der Privatbesitzer.
Der Konstruktionsfehler: Die Fonds zahlen schon jetzt weniger
Hier liegt aus Sicht der Kritiker der technische Riss. Wenn das Ziel ist, die Konzentration zu bremsen, träfe die Steuer das schwächste Glied: Nach dieser Lesart genießen Gesellschaften, die Hunderte oder Tausende Immobilien vermieten, Steuervorteile, die ein Privatmann mit zwei Mietobjekten nicht hat. „Man sollte diese abschaffen statt die Schere noch weiter aufreißen“, hält eine der Erwiderungen dagegen. Nach dieser Lesart wird der besteuert, der am wenigsten hat, während der größte Nutznießer unangetastet bleibt – die Steuer könnte so, wie sie entworfen ist, also beschleunigen, was sie angeblich bekämpfen soll.
Das französische Beispiel und der Staat als erster Profiteur
Der Blick nach außen, so ein weiterer Teilnehmer, stimmt nicht optimistisch: In Frankreich liegen die Sonderabgaben bereits bei rund 20 % des Bruttogehalts der Arbeitnehmer. Und manche ergänzen einen Verdacht: Der Staat hat ein eigenes Interesse an steigenden Preisen, denn bei jedem Verkauf kassiert er mit – mitunter ein Fünftel des Gewinns – und bei jeder Miete obendrein. Für ihn ist die Besteuerung von Immobilien nicht nur Steuereinnahme, sondern Geschäftsbeteiligung.
Bleibt der Stillstand, den die Kritiker der Idee zeichnen. Wird die Steuer überwälzt, zahlt der Mieter. Lässt sie sich nicht überwälzen, verkauft der Kleine am Ende an den Großen. Und wird der Privatmann besteuert, der Fonds aber verschont, beschleunigt das die Konzentration, statt sie zu bremsen. Vor diesem Knoten wirkt die Maßnahme, die Solidarität versprach, am Ende wie eine Steuer auf das schwächste Glied der Kette.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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