2.000 Euro netto: In Madrid reicht das Gehalt nicht mehr

Das Median-Einkommen in Spanien liegt bei 18.502 € brutto jährlich. Mit 2.000 € netto monatlich sind Madrid und Barcelona kaum überlebensfähig.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

2.000 Euro netto: In Madrid reicht das Gehalt nicht mehr
2.000 Euro netto reichen in Madrid nicht mehr zum Leben

Ein Gehalt von 2.000 Euro netto pro Monat ist in Spanien kein gutes Einkommen mehr. In Madrid und Barcelona bedeutet es direkt den Übergang zur Überlebensgrenze. Ein Fernsehbericht hat dies ohne Umschweife eingeräumt: Eine Arbeitnehmerin, die diesen Betrag verdient, kommt nicht bis zum Monatsende durch. Das Bemerkenswerte ist nicht, dass die Klage alt klingt. Es ist, dass die Einzelkalkulationen ihr recht geben, mehr als man zugeben möchte.

Die Nuance ist wichtig, sehr wichtig. Die Diskussion konzentrierte sich nicht darauf, ob diese 2.000 Euro für ein Paar ausreichen, sondern ob sie für eine einzelne Person genügen. Die am häufigsten wiederholte Antwort unter denen, die öffentlich rechnen, lautet nein, und die genannten Zahlen reichen vor Monatsende nicht aus.

Wie viel behält der Fiskus von einem Netto-Gehalt von 2.000 Euro?

Die kursierende Aufstellung geht von einem Brutto-Gehalt von 2.019 Euro aus, von dem 750 Euro, also 37 % des Gesamtbetrags, verschwinden, bevor der Arbeitnehmer einen Cent sieht. Und dazu fehlt noch ein Posten, den viele nicht identifizieren: Der Mecanismo de Equidad Intergeneracional (MEI), eine Abgabe von 0,6 %, die zur Stützung der Renten eingeführt wurde.

Danach kommt die Mehrwertsteuer auf jeden Einkauf und, mit Glück, die Steuererklärung mit einer Rückzahlung. Diese 37 % sind die erste Erklärung dafür, warum 2.000 Euro netto weniger scheinen, als sie sind. Sie sind es, in Kaufkraft, ab der ersten Minute des Monats. Wer sein Gehalt sieht und sich in dieser Aufstellung nicht wiederfindet, hat ein anderes Problem: Wahrscheinlich verdient er noch weniger.

Reichen 2.000 Euro netto für eine Miete in Madrid?

Hier liegt der Kern des Problems. 800 Euro Miete für eine Einzelperson in Madrid entsprechen, nach den Worten eines Betroffenen, einem winzigen Zimmer oder einer WG mit vier Personen. Und der Auszug in die Peripherie löst nichts: Ein Zimmer in einer Schlafstadt der Region kostet bereits rund 500 Euro.

In Barcelona ist das Bild identisch oder schlechter. Mit 2.000 Euro netto lebt man knapp, und man lebt allein. Das Problem ist nicht mehr das Gehalt, sondern die Entfernung zwischen Wohnort und Arbeitsplatz. Manche fassen es in einem Satz zusammen, der oft wiederholt wird: Mit diesem Geld ist man arm in Madrid und reich in Huelva. Das unbequeme Detail ist, dass wer in Barcelona geboren ist, dort arbeitet und seine ganze Familie dort hat, kein „Huelva“ zur Verfügung hat, wohin er umziehen kann.

Der Transport frisst das Gehalt: 60 Kilometer täglich und 150 Euro

Die am häufigsten wiederholte Berechnung stammt nicht aus der Miete, sondern aus der Tankstelle. Bei einem Preis von 1,50 Euro pro Liter und einem Verbrauch von 8 Litern auf 100 km reichen 150 Euro im Monat für 1.250 Kilometer. Verteilt auf 20 Arbeitstage ergibt das 60 Kilometer täglich, Hin- und Rückweg. Wer mehr fährt oder ein weniger effizientes Auto hat, zahlt die Differenz aus eigener Tasche.

Dort zeigt sich die Falle der Argumentation. Die naheliegende Antwort – lebe neben der Arbeit – prallt frontal auf den Mietpreis. Wer das Experiment bereits gemacht hat, erzählt das Gegenteil: 90 Kilometer täglich mit einem Kleinwagen, der 3,8 Liter verbraucht, kosten etwa 100 Euro im Monat. Entscheidend ist die Effizienz des Fahrzeugs, nicht die Distanz. Die vollständige Kalkulation, Posten für Posten aufgeschlüsselt, überrascht jene, die nur auf die Gesamtsumme schauen.

Das Durchschnittsgehalt ist nicht das Gehalt der Mehrheit

Die Statistik entkräftet einen Teil des Lärms. In Spanien liegt das Durchschnittsgehalt bei 25.896 Euro brutto jährlich und das Median-Gehalt – das häufigste – bei 18.502 Euro. Der Abstand zwischen beiden ist enorm und erklärt, warum das Gefühl, dass niemand 2.000 Euro im Monat verdient, mit Durchschnitten koexistiert, die diese Zahl fast erreichen. Der Durchschnitt wird durch hohe Gehälter nach oben getrieben; das Median-Gehalt ist das, was die Mehrheit tatsächlich verdient.

Das Problem ist die Verteilung, und die Verteilung liegt sehr niedrig. Vor sechs Jahren galten 1.500 Euro netto als akzeptables Gehalt; heute taugen sie kaum noch zum Anfangen. Der „Mileurismo“ (Leben mit 1.000 Euro) eines Jahrzehnts hat sich zu einem Mindest-Dosmileurismo gewandelt, mit einem perversen Effekt: Diejenigen, die 700 Euro verdienten, sind auf 1.200 gestiegen, und diejenigen, die bereits 2.000 verdienten, liegen immer noch exakt bei 2.000.

Ist Madrid das Problem oder der allgemeine Rahmen?

Die Autonome Gemeinschaft Madrid hat seit mehr als 25 Jahren dieselbe politische Farbe an der Spitze, und manche nutzen diese Tatsache, um zu fragen, was mit dieser Zeit geschehen ist. Die gängigste Antwort ist, dass das Phänomen keine Parteibücher kennt: Barcelona, regiert von anderen, ist gleich oder schlimmer dran, und der Vergleich mit Huelva oder Mérida beweist nur eines. Die Geografie, nicht die Ideologie, entscheidet darüber, wie teuer das Leben ist.

Den allgemeinen Rahmen schließen das Lohnstau und die steuerliche Belastung, die vor dem Gehaltseingang abgezogen wird. Österreich, Deutschland, Dänemark oder Schweden erscheinen im Vergleich als unangenehmer Spiegel: Hohe Preise, ja, aber Gehälter, die nicht seit Mitte der Neunziger eingefroren sind. Der Vergleich ist nicht sarracena, sondern arithmetisch.

Wenn die Lebenshaltungskosten weiterhin in diesem Tempo steigen und die Gehälter stagnieren, wird sich die Schwelle dessen, was als angemessenes Gehalt gilt, weiter nach oben verschieben, ohne dass es jemand ankündigt. Wenn die Miete bereits bezahlt ist, reichen 2.000 Euro netto in Madrid noch zum komfortablen Leben. Ohne sie reichen sie jedes Jahr für weniger. Eine genaue Zahl für diesen Verfall anzugeben ist ein riskantes Unterfangen; ihm ein Datum zu geben, ist schlicht waghalsig.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (185 Antworten).

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