19.000–26.000 Euro brutto: Gehalt, das sich nicht mehr lohnt

Für viele deckt ein Bruttogehalt von 19.000–26.000 Euro in Madrid kaum Miete und Essen, was die Frage aufwirft, ob Arbeit noch sinnvoll ist.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

19.000–26.000 Euro brutto: Gehalt, das sich nicht mehr lohnt
Warum 26.000 Euro brutto bereits als Armutslohn gelten

Wenn, wie ein Nutzer behauptet, das häufigste Gehaltsband in Spanien zwischen 19.000 und 26.000 Euro brutto pro Jahr liegt, endet die Rechnung eines Angestellten immer am selben Punkt: Es reicht kaum zum Essen, nicht für ein Auto, geschweige denn für eine Wohnung, und in Madrid nicht einmal für eine Miete. Aus dieser Arithmetik ergibt sich eine unbequeme Frage. Wenn Arbeit jemanden genauso arm lässt wie Nicht-Arbeit, warum sollte man sich dann abrackern?

Die laut ausgesprochene Antwort ist hart: den Arbeitsmarkt verlassen und vom Ingreso Mínimo Vital (Mindesteinkommen) sowie anderen Sozialleistungen leben, um auf etwa 1.000 Euro zu kommen. Die These, mit all ihren Ecken und Kanten dargestellt, besagt, dass man weiterhin arm bleibt, aber die Gesundheit schont. Diskutiert wird, ob der Ausgangspunkt dazu einlädt, es überhaupt zu versuchen.

Wie viel behält der Fiskus von einem Gehalt zwischen 19.000 und 26.000 Euro

Vom Brutto- zum Nettolohn ist es ein weiter Weg, den jeder auf seine Weise misst. Manche behaupten, dass der Staat durch Steuern, Abgaben und Beiträge bis zu 75 % dessen einbehält, was der Arbeitgeber zahlt – eine Zahl, die andere korrigieren und die Erstgenannte darauf zurückführen, dass niemand sich betrogen fühlen möchte. Die Spanne ist so groß, dass sie allein schon zum Thema wird.

Nützlicher wird die Datenlage bei der Verteilung: Laut einem Nutzer verdienen bis zu 26.000 Euro brutto jährlich 85 % der Beschäftigten; netto sind es sogar 95 %. Das bedeutet, dass die Schwelle, die manche als Lohnelend betrachten, statistisch gesehen die Normalität des Landes ist. Ob diese Normalität jedoch ausreicht, um über die Runden zu kommen, steht auf einem anderen Blatt.

Ist Spanien ein Entwicklungsland wegen dieser Gehälter?

Hier ist Einigkeit unmöglich. Gegen das Label „Entwicklungsland“ spricht das Argument, dass 19.000 Euro jährlich über dem Gehalt von 90 % der Menschheit liegen und dass weder Afrika, noch halb Asien noch weite Teile Lateinamerikas mit einem Land vergleichbar sind, das öffentliche Gesundheitsversorgung, gutes Klima und Sicherheit bietet. Der ehrliche Vergleich sei nicht die idealisierte Erste Welt, sondern die reale Welt, heißt es.

Der Gegenschlag lässt nicht lange auf sich warten: Für einen Erwachsenen kann es nicht normal sein, dass 19.000 Euro als Privileg gelten. Und zwar jetzt, nicht 1995. Zwischen diesen beiden Erzählungen – dem vergleichbaren Privileg und dem Verlust des Lebensstandards – vergeht fast der gesamte Diskussionsraum, ohne dass eine Seite nachgibt.

Die 1.000-Euro-Miete, die das Gehalt auffrisst

Wohnraum erscheint als der Schlüssel zum Problem. Der Referenzpunkt, den ein Nutzer nennt, ist das Jahr 2000: Ein fleißiger Arbeiter kam auf 1.800–2.200 Euro im Monat, eine anständige Miete kostete 300–400 Euro und ein guter Wocheneinkauf lag bei 50 Euro. Das Bild heute sieht anders aus, stets nach dieser Erzählung: Gehälter von 1.500 Euro bei Mieten von 1.000 Euro.

Die zitierte Statistik – das Durchschnittsgehalt von Männern in Madrid liegt laut INE bei 1.940 Euro – widerlegt jede Euphorie. Und es ist nicht nur der Mietpreis: Wer Wohneigentum hat, spielt einen Vorteil gegenüber denen, die monatlich zahlen müssen, ein Nuance, die viele internationale Vergleiche völlig ignorieren.

Tausend Euro netto, Beihilfen und undeclarierter Zuverdienst

Auch die Berechnung dessen, was man ohne Vollzeitstelle herausschlagen kann, kursiert. Das IMV (Mindesteinkommen) liegt für Alleinstehende laut einem Nutzer bei 600 Euro. Der SMI (Mindestlohn) bei halber Stelle bringt rund 1.000 Euro netto in vierzehn Monatsgehältern, ohne Einkommensteuerabzug, und wird je nach Bericht durch Rabatte bei der Grundsteuer (IBI) und Stromrechnung ergänzt. Von dort aus, so wird behauptet, treiben einige nicht angemeldete Jobs die Summe auf 2.000 Euro netto. Alles zählt zusammen, und alles ist diskutabel.

Der Vergleich mit dem Norden geht ebenfalls nicht glatt auf. Das Beispiel, das auf den Tisch kommt, ist Norwegen: Ein Mindestgehalt von umgerechnet 2.200 Euro, ja, aber mit einem Einkaufskorb, der über 1.000 Euro pro Monat kostet, laut dem Bericht eines Nutzers, der dort gelebt haben will und von einem anderen bestritten wird. Das Bruttogehalt täuscht, wenn man den Warenkorb außer Acht lässt. In Ländern, die als vorbildlich gelten, konzentriert sich die Beschäftigung zudem massiv auf die Gehaltsbänder des Perzentils 50–55: viele Stellen, aber mit moderatem Gehalt.

Warum man das Gehalt trotzdem schluckt

Die Liste der Gründe ist nicht wirtschaftlicher Natur. Da ist die Notwendigkeit, aber auch der Stolz: Wer mit dem Wasser bis zum Hals steht, zieht es vor, keine Hilfe zu beantragen, damit der Nachbar ihn nicht sieht, und in einem Dorf wiegt das schwerer als in einer Stadt. Und da ist die Angst, geschildert in einer Szene, die erzählt wird: Ein Arbeitnehmer, der vor seinem Chef weint, um nicht entlassen zu werden, weil der Jobverlust bedeutete, seine Kinder nicht mehr sehen zu können.

Es gibt auch eine weniger sentimentale Erklärung: Wenn die nächste Stufe kaum 300 Euro mehr zahlt und den Druck vervielfacht, sinkt der Ehrgeiz statt zu steigen. Man schaut auf den Kollegen nebenan, der putzt und pünktlich geht, statt nach oben. Parallel führt ein Teil den Druck auf die ständige Ankunft von Arbeitnehmern zurück, die bereit sind, jegliche Bedingungen zu akzeptieren, viele ohne familiäres Netz zur Unterstützung. Dies ist das Argument, das erklärt, warum sich das untere Ende der Skala nicht bewegt.

Wer 50.000 Euro verdient, fühlt sich auch arm

Dazwischen taucht die Anekdote auf, die verwirrt: Wer 50.000 Euro im Jahr angibt, sagt, er fühle sich jeden Tag ärmer und fürchtet den Tag, an dem er alles für 30.000 Euro annehmen muss. Am anderen Ende behauptet jemand, der 13.500 Euro verdient, dass er sich trotz allem ein Minimum an Freizeit leisten kann und nicht auf Kosten anderer lebt.

Mit diesen Puzzleteilen ist das Ergebnis kein Konsens, sondern eine Feststellung: Das Problem ist nicht nur, wie viel man verdient, sondern was es kostet, im Land zu sein und dieses Gehalt zu beziehen. Und der Datenpunkt, der offen bleibt, ist derselbe wie immer, der, den niemand quadratieren kann: Das Gehalt, das die eine Hälfte als Elend betrachtet, verteidigt die andere Hälfte als Privileg.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (253 Antworten).

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