130 Passagiere stecken in spanischem Hochgeschwindigkeitszug fest

In Spanien sitzen 130 Fahrgäste eines AVE-Zuges fest. Der Vorfall offenbart den Verfall des Netzes durch fehlende Budgets und mangelnde Wartung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

130 Reisende gestrandet: Der AVE, den niemand wartet

Der Vorfall mit einem AVE-Hochgeschwindigkeitszug, der 130 Passagiere in einem Tunnel gefangen hält, ist kein isolierter Unfall, sondern ein Symptom für ein Schienennetz, das seit Jahren die nötige Wartung nicht erhält. Während sich die Regierung in ideologischen Kämpfen verliert und seit 2020 mit verlängerten Haushaltsplänen arbeitet, verfällt die Infrastruktur.

Eingefrorene Haushalte, vernachlässigte Gleise

Das Fehlen eines allgemeinen Staatshaushalts seit 2019 hat ADIF (Verwaltung der Bahninfrastruktur) ohne Mittel gelassen, um Oberleitungen, Tunnel und Signalanlagen zu erneuern. Der Fall des in Katalonien steckengebliebenen Zuges fiel mit einem Levante-Sturm zusammen, doch die Probleme bei Entwässerung und Wartung sind struktureller Natur. Gleichzeitig liegt die politische Priorität darauf, Gerüchte in sozialen Medien zu verfolgen, statt Züge zu reparieren. Ein weiteres Beispiel: Die neuen Züge für Kantabrien und Asturien passten nicht in die Tunnel – ein Beweis dafür, dass Planung fehlt.

Die Versuchung des billigen Witzes und die angekündigte Tragödie

Die Debatte driftete schnell in politische Konfrontationen ab: Einige gaben Franco die Schuld, andere der PSOE, wieder andere der PP. Das objektive Faktum ist jedoch, dass die Eisenbahnwartung kontinuierlich gekürzt wurde. Vergleiche mit dem 11-M-Anschlag oder Ebola zeigen eine Gesellschaft, die lieber streitet als analysiert. Unterdessen warten die gestrandeten Passagiere.

Die offene Frage bleibt: Wie viele weitere Vorfälle sind nötig, bis 1 Milliarde Euro für die Wartung bereitgestellt werden? Oder ist es rentabler, weiterhin AVE-Linien in leere Städte auszubauen?

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