11. September: Offizielle Version und Verschwörungstheorien nach 20 Jahren

Zwanzig Jahre nach den Anschlägen vom 11. September prallen offizielle Narrative und alternative Theorien weiter aufeinander, ohne dass eine vollständige Freigabe der Dokumente erfolgt ist.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

20 Jahre 9/11: Vom Live-TV zur „kontrollierten Sprengung“

Ein Vater, der mit seinem fünfjährigen Sohn die Nachrichten sah, äußerte noch am selben Tag seine eigene Theorie darüber, wer dahintersteckte. Der heute erwachsene Sohn erinnert sich an die aufgeregte Stimme von Matías Prats bei seiner Rückkehr aus der Schule und an das Entsetzen seiner Eltern, die es nicht glauben konnten, als wären sie Zeugen eines historischen Bombenangriffs. Dieser Elternteil nannte einen Namen, bevor die Welt über Kriege sprach. Zwanzig Jahre später hat die Frage, was wir damals dachten und was wir heute denken, eine unbequeme Antwort: Fast niemand hat seine Meinung geändert, aber wer sie änderte, kehrte nie zurück.

Der Tag, an dem das Fernsehen und die Erzählung brachen

Nicht alle sahen es live. Manche erfuhren davon abrupt, ohne Fernseher, in einer Bibliothek durch Mitschülerinnen, die sie für Scherzkekse hielten; es fiel ihnen schwer, es zu glauben, und sie endeten in einer Bar, um sich zu überzeugen. Andere wurden im Alter von 19 Jahren mit einem Kater geweckt, genau als das zweite Flugzeug einschlug, mitten auf dem Dorfmarkt. Wieder andere hatten es im Hintergrund laufen, während sie etwas anderes schauten, und dachten buchstäblich, es sei der Film nach den Sportnachrichten. Die Erinnerung an jenen Morgen ist ein Mosaik häuslicher Szenen. Kaum eine enthält eine endgültige Schlussfolgerung.

Verteidigung der offiziellen Version: Polster, DNA und Flugzeugfenster

Im Gegensatz zu alternativen Thesen beruft sich das häufigste Argument auf physische Überreste: Flugzeugteile einschließlich Fenstern, Polster mit dem Logo der Fluggesellschaft, ein Brief, der im Frachtraum reiste, und Passagierknochen mit DNA-Beweisen. Die daraus gezogene Schlussfolgerung ist einfach: Bei einer Explosion fliegen Dinge weg, und das Gegenteil zu behaupten, bedeutet, an Magie zu glauben. Wer diese Position vertritt, beschränkt sich nicht nur auf Physik: Er betont, dass die Beweislast bei denen liegt, die eine geheime Operation internationalen Ausmaßes behaupten, und dafür braucht man mehr als Intuitionen. Der Tonfall begleitet dies jedoch nicht immer.

Unversehrter Reisepass und Türme, die in neun Sekunden fallen

Auf der anderen Seite häufen sich die Einwände. Es wird wiederholt, dass der Fluglehrer des angeblichen Haupttäters ihn als unfähig beschrieb, ein Kleinflugzeug zu steuern, und dass er dennoch ein Verkehrsflugzeug mit hoher Geschwindigkeit gegen ein präzises Ziel lenkte; dass der Reisepass dieses Mannes makellos zwischen den Trümmern gefunden wurde; und dass die beiden Türme in etwa 9 Sekunden in sich zusammenfielen, dieselbe Zeit, die eine Münze brauchen würde, um vom Dach zu fallen. Eine der meistzitierten Berechnungen beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Operation erfolgreich sein könnte, auf „1 zu 10 Millionen“. Dies sind Behauptungen, die seit Jahren kursieren und die keine offizielle Untersuchung bestätigt hat; viele stützen sich auf selektive Lesarten oder entkontextualisierte Daten.

Von New York nach Madrid und Bagdad: Der Dominoeffekt

Der Verdacht bleibt nicht auf Manhattan beschränkt. Manche verbinden die Anschläge in New York mit den Attentaten vom 11-M (11. März) 2004 in Madrid und behaupten, beide hätten dazu gedient, unpopuläre Kriege zu rechtfertigen, wobei die beiden großen Parteien sich gegenseitig deckten. Es wird daran erinnert, dass die Invasion eines hungernden Irak 2003 einen Vorwand brauchte und dass die Verbindung zwischen Saddam Hussein und Al Qaida als Beweis dargestellt wurde, obwohl keiner vorlag. Andere sehen die Invasion Afghanistans unter geostrategischen Gesichtspunkten: Blockierung Chinas Zugang zum Indischen Ozean, die Verbindung zum Iran und Nahen Osten sowie ein altes Pipeline-Projekt, über das bereits vor Jahren gesprochen wurde. Jedes Teil passt in eine Erzählung. Das macht es nicht zu einer bewiesenen Tatsache.

Das Medien-Oligopol und der Bürger, der lieber wegsieht

Unter dem 11. September brodelt ein breiteres Misstrauen. Jemand, der Journalismus studierte, fasst es so zusammen: Bei großen Themen sagen alle Medien dasselbe, und das nennt man Pressefreiheit; jene, die vom Skript abweichen, werden zu einer Gefahr für das Regime erklärt. Andere gehen weiter und beschreiben eine Masse, die sehr wohl weiß, dass es eine Geschichte gibt, und sich entscheidet, sie zu ignorieren, weil man besser lebt, wenn man wegschaut. Das von ihnen aufgeworfene Dilemma ist unbequem: Offene Augen oder Seelenfrieden. Keine Umfrage misst, wie viele sich für was entscheiden.

Kennt man nun die Wahrheit?

Nein. Zumindest nicht auf offiziellem Weg. Die vorherrschende Erwartung unter Zweiflern ist, dass die Puzzleteile sehr spät kommen: Man spricht von 50 Jahren und gegenseitiger Freigabe amerikanischer, russischer und chinesischer Dokumente. Währenddessen teilt sich das Terrain zwischen der institutionellen Version und einer Handvoll Theorien, die weder unabhängige Ermittlungen noch die Justiz bestätigt haben. Die einzige Gewissheit, die fast alle teilen, ist trauriger: An jenem Tag veränderte sich die Welt, und zwar nicht zum Guten.

Zwanzig Jahre später ist die Frage weiterhin offen. Wie viel von dem, was wir über diesen 11. September zu wissen glauben, würde einer Prüfung ohne offizielle Erzählung standhalten?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (241 Antworten).

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