1&1 MyWebsite: günstig für die Schaufenster-Website, teuer fürs Geschäft

1&1 MyWebsite lockt mit niedrigem Preis und TV-Werbung, doch ein Nutzer behauptet, eine mit dem Editor erstellte Website lasse sich weder herunterladen noch zu einem anderen Hoster übertragen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

1&1 MyWebsite: günstig für die Schaufenster-Website, teuer fürs Geschäft
1&1 MyWebsite: günstig fürs Schaufenster, eine Falle fürs Geschäft

Ein Möbelhersteller möchte eine Seite, damit die Kunden aus der Umgebung wissen, dass es ihn gibt. Er verkauft nicht online, erwartet keine tausenden Besuche und braucht etwas Günstiges, das er selbst bedienen kann. Die Antwort in einem Gründerforum fällt überwiegend kritisch aus: 1&1 MyWebsite taugt für das Schild, aber nicht für den Aufbau des Geschäfts, so mehrere Teilnehmer. Der Dienst der deutschen Tochter United Internet setzt auf aggressive TV-Werbung und einen niedrigen Einstiegspreis – und genau da beginnt das Problem: Was man abschließt, ist keine Website, sondern eine Miete.

Was 1&1 bietet und warum es anzieht

Das Produkt lässt sich einfach erklären: Vorlagen, Online-Editor, Hosting inklusive und eine Domain. Für jemanden, der nicht weiß, was Hosting oder ein Template ist, ist das Versprechen einer Internetpräsenz ohne technisches Wissen unschlagbar. Ein Teilnehmer bringt es auf den Punkt: Die Lösungen von 1&1 taugen für tausende kleine Unternehmen zu sehr wenig Geld. Ein anderer ergänzt: Wer mit dem Angebot auskommt, ist bestens bedient.

Das Problem taucht auf, wenn das Geschäft wächst oder man etwas ändern will. Das System ist starr und maximal eingegrenzt, so das Zeugnis einer Person, die es drei Jahre lang genutzt hat. Sobald man mehr möchte, geht es ins höhere Paket und es kostet extra. Und ein Detail fällt immer wieder auf: Die automatische Verlängerung ist ab Werk aktiviert.

Das Eigentum an der Website: das Detail, das niemand liest

Hier liegt der Kern der Sache. Wenn das Design mit dem Editor von 1&1 erstellt wird, lebt die Website auf deren Server und lässt sich nicht auf den eigenen Rechner herunterladen. Eine bei 1&1 erstellte Website gehört 1&1, nicht dir, hält ein Teilnehmer fest. Wenn du sie morgen zu einem anderen Hoster bringen willst, lässt man das nicht zu. Der Unterschied zu einer von der eigenen Festplatte hochgeladenen Website ist komplett: Die kann man hintragen, wohin man will.

Die Alternative, die im Gespräch immer wieder genannt wird, ist ein freies Content-Management-System – WordPress, Joomla, Drupal – auf separat gebuchtem Hosting. Die jährlichen Kosten liegen bei etwa 60-90 Euro, eigene Domain inklusive. Die Website gehört dir, der Inhalt gehört dir, und der Anbieter kann jederzeit gewechselt werden.

Domains, Säumer und das Kleingedruckte

Die zweite offene Baustelle sind die Domains. Nach mehreren Berichten wird ein Kunde, der eine Domain bei 1&1 nicht verlängert, als Säumer geführt und erhält Forderungen von Inkassounternehmen mit drastisch erhöhten Beträgen. Im restlichen Branchenumfeld sind Erinnerungsmails und sonst wenig üblich. Das ist der schwerwiegendste Vorwurf, der kursiert, und er sollte mit Vorsicht behandelt werden: Es sind Kundenerfahrungen, keine Gerichtsurteile.

Niedriger Preis, fragwürdige Sichtbarkeit

Die TV-Werbung zielt auf ein bestimmtes Publikum. Unternehmer, die die Anforderungen einer Internetpräsenz nicht kennen, so jemand, der in der Branche gearbeitet hat. Das Verkaufsargument ist der Preis; das technische Argument, die Sichtbarkeit in Suchmaschinen, fällt in der Werbung kaum. Manche sehen darin sogar einen unfreiwilligen Gefallen an die Webentwickler: 1&1 schafft das Bedürfnis nach einer Website, und wenn der Kunde merkt, was er abgeschlossen hat, sucht er sich einen Profi.

Was tun, wenn man nur ein Schaufenster braucht

Für den konkreten Fall des Möbelherstellers zeigt die Diskussion Mittelwege auf: ein Blog mit Vorlage und eigener Domain, ein freies CMS mit deutschem Hosting oder direkt die Beauftragung eines Profis. Für 400 Euro baut jemand die Website und zahlt das Hosting fürs erste Jahr, mit installiertem Content-Management-System, damit der Inhaber selbst bearbeiten kann. Die offene Frage ist nicht, wie viel der Einstieg kostet, sondern wie viel der Ausstieg kostet.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (46 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver