Zuckerbergs Hawaii-Bunker: 465 m² für den Weltuntergang

Mark Zuckerberg lässt auf Hawaii einen 465 m² großen Bunker mit Panzertür und Eigenversorgung bauen. Warum die Wahl auf eine pazifische Vulkaninsel fiel.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zuckerberg errichtet 465-m²-Bunker auf Hawaii

Ein unterirdischer Schutzraum von 465 Quadratmetern, ausgestattet mit einer Panzertür sowie Verstärkungen aus Beton und Metall. Auf dem Papier der perfekte Bunker. Das unbequeme Detail ist jedoch sein Standort: Hawaii, eine vulkanische Insel mitten im Pazifik, bedroht durch Tsunamis und an der heißesten Flanke des geopolitischen Schachbretts. Dem Meta-Eigentümer steht genug Geld zur Verfügung, um fast jedes Grundstück der Welt zu kaufen. Er hat sich genau dieses ausgesucht.

Der Zuckerberg-Bunker auf Hawaii ist kein isoliertes Loch. Daten, die verschiedene Medien veröffentlicht haben, beschreiben mehrere oberirdische Villen, die über Tunnel mit dem Schutzraum verbunden sind, diverse Gebäudekomplexe und eine ummauerte, abgeschlossene Umgebung. Das Ensemble ist auf Autarkie ausgelegt, mit eigenen Wassertanks, großen Anbauflächen für Nutzpflanzen und Weidegrund für Viehzucht. Und mit geheimen Türen, einige davon so konzipiert, dass sie sich nahtlos in die Wände einfügen.

Was drinnen ist: Von der Panzertür bis zu den fliegenden Häusern

Das Design mischt ohne Scheu Funktionalität und Spielerei. Neben Sicherheits- und Privatsphäre-Maßnahmen wurden Luxusgüter beschrieben, die wenig mit dem Überleben einer Katastrophe zu tun haben: Spas, Fitnessstudios, mehrere Pools, Saunen, ein Tennisplatz und Ruhezonen. Überleben, aber mit Bademantel.

Das auffälligste Detail sind die 11 baumhausartigen Strukturen in Form von UFOs, die durch Seilbrücken miteinander verbunden sind. Sie koexistieren mit Betonverstärkungen und explosionsfesten Türen. Wer Zugang zu einem unbegrenzten Budget hat, kann sich beides leisten, auch wenn es nicht ganz zusammenpasst.

Warum Hawaii als Zufluchtsort eine schlechte Idee ist?

Weil hier drei Risiken zusammentreffen, die ein Prepper instinktiv meidet. Die Region ist geologisch instabil, geprägt von Vulkanen. Sie ist Tsunamis ausgesetzt, und manche Beschreibungen des Komplexes verorten ihn direkt am Strand. Zudem liegt er im asiatisch-pazifischen Raum, der Zone mit dem höchsten Risiko eines Konflikts zwischen Großmächten.

Die verbreitete Logik ist einfach: Da Hawaii US-Territorium ist, würde es im Kriegsfall weniger Raketen abbekommen als Washington, Los Angeles oder New York, aber zumindest eine würde einschlagen. Diese eine reichte, um den Schutzraum in einen teuren Sarkophag zu verwandeln. Die halb scherzhafte Alternative, die ins Spiel gebracht wird, wäre ein Umzug nach Calasparra. Gegen dieses Argument spricht, dass derjenige, der diese Informationen besitzt, vielleicht etwas weiß, das andere ignorieren. Oder dass ihm schlichtweg das Geld und die Laune dafür reichen.

Der Trend: Nicht nur Milliardäre rüsten sich

Zuckerberg ist nicht allein. Es heißt, dass mehrere Milliardäre ähnliche Schutzräume für mögliche Krisen errichten, und mancher gibt zu, dass er dies ebenfalls tun würde, wenn er solche Mittel hätte. Der Vergleich wird mit anderen Trends der Reichen gezogen: Während der Pandemie dominierten Promi-Bunker die Schlagzeilen genauso wie jetzt.

Die zynischste Lesart ist die häufigste: Mit genug Geld ist jede Extravaganz möglich. Die weniger zynische Interpretation geht davon aus, dass wer einen solchen Schutzraum baut, eine humanitäre Katastrophe globalen Ausmaßes befürchtet. Zwischen milliardenschwerer Exzentrik und informierter Paranoia klafft eine Lücke, die niemand vollständig überbrückt.

Vom Bunker zur Nordkorea-Karte

Die Diskussion nahm danach eine Abzweigung, die scheinbar nichts damit zu tun hat. Und tut es auch nicht. Aber sie dient dazu, die allgemeine Stimmung zu messen: das Gefühl, dass sich die internationale Ordnung auflöst. Laut den Auszügen, die einer der Teilnehmer im Thread wiedergibt, begann das nordkoreanische Staatsfernsehen, die Karte der DVRK (Demokratische Volksrepublik Korea) anstelle der üblichen vereinigten Koreakarte zu verwenden. Übersetzt: Nicht nur die US-Stützpunkte, sondern ganz Südkorea werden zum Ziel erklärt. Die offizielle Bruderschaft ist beendet.

Kim Jong Un formulierte dies laut derselben Quelle am 15. des vergangenen Monats vor Mitgliedern der Obersten Volksversammlung und ihres Präsidiums in einer langen Rede. Das previously gehandelte Modell war ein föderales System: Ein Land mit zwei politisch-wirtschaftlichen Systemen, die kooperativ und ohne Feindschaft zusammenarbeiten – etwas, das Nord und Süd bereits dreimal vereinbart hatten. Dieses Szenario wird mit der Wiedervereinigung Vietnams 1975 verglichen. Die Positionen darüber, wer wen antreibt – ob der Norden durch sein Modell oder die USA durch ihren Einfluss in der Region – sind weit davon entfernt, geklärt zu sein.

Ein öffentlicher Zufluchtsort ist kein Zufluchtsort mehr

Hier liegt der Widerspruch, der die gesamte Debatte durchzieht. Ein Schutzraum funktioniert nur, solange niemand seinen Standort kennt. Ihn überall zu veröffentlichen, macht ihn zu einem bekannten Ziel. Ein Bunker mit Panzertür, Pool und Sauna ist auch ein Punkt auf der Landkarte, den viele Menschen lokalisieren können.

Dies ist der am häufigsten wiederholte Punkt: Einen Bunker zu besitzen und ihn anzukündigen, ist kaum vereinbar. Wer sich auf das Ende der Welt vorbereitet, lädt normalerweise nicht die Presse ein, den Eingang zu fotografieren. Zumindest nicht, wenn er wirklich glaubt, dass das Ende der Welt bevorsteht.

Bei dieser Kombination aus Geld, Luxus und widriger Geologie ist die Frage nicht, ob der Bunker einer Katastrophe standhalten würde. Die Frage ist, wofür sein Besitzer ihn seiner Meinung nach braucht.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (178 Antworten).

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