Zucker-Gel stellt 90 % des Haars bei kahlen Mäusen wieder her

Ein Desoxyribose-Gel ließ Mäuse mit Alopezie 80 bis 90 % ihres Fells nachwachsen. Die FDA hat bisher nur zwei Medikamente gegen Haarausfall zugelassen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zucker-Gel stellt 90 % des Haars bei kahlen Mäusen wieder her
Zucker-Gel stellt 90 % des Haars bei kahlen Mäusen wieder her

Anfang 2024 veröffentlichten Forscher der University of Sheffield und der COMSATS-Universität in Pakistan in Frontiers in Pharmacology einen bemerkenswerten Befund: Ein Gel aus Desoxyribose – einem Zucker, den der Körper natürlich produziert und der an der DNA-Bildung beteiligt ist – führte dazu, dass männliche Mäuse mit testosteronbedingter Alopezie zwischen 80 % und 90 % ihrer verlorenen Haare innerhalb weniger Wochen zurückgewannen.

Der Fund war zufällig. Die Wissenschaftler untersuchten, wie diese Zucker Wunden bei Mäusen heilen, als sie feststellten, dass das Fell um die behandelten Stellen schneller wuchs. Daraus resultierte eine spezifische Studie zur Kahlheit. Die Nagetiere erhielten täglich eine Portion Gel auf den rasierten Rücken und zeigten laut der Studie innerhalb weniger Wochen ein „robustes Wachstum“ sowie „lange, dicke einzelne Haare“.

Wie das Desoxyribose-Gel funktioniert und warum es noch nicht vollständig verstanden wird

Der Mechanismus ist unklar. Beobachtet wurde jedoch eine Zunahme von Hautzellen und Blutgefäßen um die behandelten Bereiche. Die Hypothese der Forscher besagt, dass die verbesserte Durchblutung der Haartrinchaar das Haarwachstum stimuliert. Sheila MacNeil, Gewebeingenieurin an der University of Sheffield, fasst zusammen: „Unsere Forschung deutet darauf hin, dass die Lösung für Haarausfall so einfach sein könnte wie die Anwendung eines natürlichen Desoxyribose-Zuckers, um die Blutzufuhr zu den Haartrinchaar zu erhöhen und das Wachstum anzuregen.“

Der Vergleich mit bestehenden Behandlungen liegt nahe. Das Desoxyribose-Gel wäre im Tiermodell genauso wirksam wie Minoxidil. Ein Hinweis zur Vorsicht: Die Kombination beider Behandlungen verbesserte die Ergebnisse im Vergleich zur Einzelanwendung nicht.

Minoxidil und Finasterid: Die zwei zugelassenen Medikamente und ihre Nebenwirkungen

Androgenetische Alopezie betrifft bis zu 40 % der Bevölkerung. Die FDA hat nur zwei Medikamente zur Behandlung zugelassen. Minoxidil, in den USA rezeptfrei und in Spanien als Rezeptur erhältlich, wirkt haarausfallhemmend, aber nicht bei allen Patienten. Bei Frauen ist Hypertrichose – vermehrtes und stärkeres Haarwachstum – eine häufige unerwünschte Nebenwirkung.

Wenn Minoxidil nicht wirkt, bleibt Finasterid, ein verschreibungspflichtiges orales Medikament, das den Haarausfall bei 80–90 % der Patienten verzögern kann. Es erfordert eine kontinuierliche Einnahme und birgt Risiken wie erektile Dysfunktion, Schmerzen in Hoden oder Brust, Libidoverlust und Depressionen.

Skepsis: Wundermittel, Petroleum und die Industrie, die nicht aufgibt

In der Diskussion zeigen sich mehrere Teilnehmer skeptisch. Einige erinnern an historische Betrügereien im Bereich der Haarwuchsmittel: von Petroleum, das angeblich auf Wildwest-Messen verkauft wurde, bis zu Ampullen aus den 90er und 2000er Jahren, die laut anderen Nutzern wirkungslos und teuer waren. Manche behaupten, die Pharma- und Kosmetikindustrie habe kein Interesse an wirklich wirksamen Produkten, da dies ein Milliardenmarkt für Shampoos, Pillen und Vitamine zerstören würde. Andere argumentieren, dass die Pharmaindustrie mächtiger sei als die Kosmetikbranche und das Gel kaufen und teuer verkaufen würde, wenn es funktioniere.

Gesundheitlicher Warnhinweis: Lotionen, die Säuglinge betreffen

Eine kürzliche Warnung brachte elf spanische Babys mit dem Werwolf-Syndrom (Hypertrichose) in Verbindung, verursacht durch die Verwendung von Anti-Haarausfall-Lotionen bei ihren Vätern.

Stand der Forschung: Bisher nur männliche Mäuse

Die bisherigen Experimente wurden nur an männlichen Mäusen durchgeführt. Der nächste Schritt ist die Überprüfung der Wirksamkeit bei weiblichen Mäusen mit testosteronbedingter Alopezie. Falls das Gel beim Menschen wirkt, könnte es auch Wimpern- und Augenbrauenverlust infolge von Chemotherapie behandeln. Bislang gibt es keine dokumentierten klinischen Studien am Menschen.

Einige haben das Mittel selbst getestet, mit mäßigen Ergebnissen: etwas Flaum in den ersten Wochen, laut Erfahrungen auf Reddit. Andere erkunden alternative Wege, etwa Senolytika (wie Fisetin, relativ leicht erhältlich), um die Trinc zu bekämpfen. Wieder andere entscheiden sich direkt für die Rasur auf null und Fitnessstudio, ein Weg, der von bestimmten Actionstars populär gemacht wurde.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (221 Antworten).

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