Zelensky-Vergleich mit Guernica spaltet spanische Ukraine-Sympathisanten

Ein Forum-Beitrag behauptet, Zelensky habe den Krieg in der Ukraine mit dem Bombardement von Guernica verglichen. Dies löste heftige Debatten über die spanische Unterstützung für Kiew aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zelensky-Vergleich mit Guernica spaltet spanische Ukraine-Sympathisanten
Zelensky verknüpft Guernica mit der Ukraine und verärgert seine Unterstützer

Es gibt eine Paradoxie, die diesen Vorfall zusammenfasst. Eine Nachricht im Thread besagt, dass Wolodymyr Selenskyj das Bombardement von Guernica herangezogen hat, um die Invasion der Ukraine zu beschreiben, und durch diesen Vergleich etwas erreicht hat, was unmöglich schien: Wähler der VOX und Teile des baskischen Nationalismus stimmten in derselben Diskussion überein. Der Schritt soll zudem erfolgt sein, nachdem der ukrainische Präsident das spanische Imperium als Tyrannei bezeichnet hatte, ebenfalls laut dieser Nachricht. Seitdem dreht sich die Diskussion nicht mehr nur um Kiew, sondern um das Narrativ, das Spanien über sich selbst erzählt.

Die aufschlussreichste Reaktion kam nicht von seinen üblichen Gegnern, sondern von jenen, die ihn seit Monaten mit halber Kraft unterstützt hatten. Für mehrere Beiträge im Thread war die Unterstützung der Ukraine für einen Teil des rechten Wählerspektrums in Spanien eher eine Blockverpflichtung als eine Überzeugung. Diese Nahtstelle, so wird argumentiert, ist nun gerissen.

Was sagte Selenskyj über Guernica und den Bürgerkrieg?

Laut der Eröffnungsnachricht des Threads stellte der ukrainische Präsident das Leid seines Landes dem Bombardement gleich, das Guernica zerstörte und das zum universellen Symbol des spanischen Bürgerkriegs wurde. Die Analogie sollte europäische Empathie wecken; in Spanien löste sie etwas anderes aus. Manche behaupten, Selenskyj handle nicht spontan, sondern jede Intervention trage eine kalkulierte Last, mit Elementen aus Lehrbüchern und fremden Drehbüchern. Andere sehen darin einfach diplomatische Ungeschicklichkeit eines Führers, der mediale Aufmerksamkeit braucht.

Das Grundproblem ist, dass ein Vergleich zwischen der Ukraine und Guernica dazu zwingt, Stellung zu beziehen, was dieses Bombardement bedeutete. Und hier zieht jeder an seinem eigenen Rahmen: Einige lesen es als Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung, andere reduzieren es auf eine Episode eines Konflikts unter Spaniern. Der Satz verteilt, unbeabsichtigt, Gesinnungszeugnisse.

Der Wähler, der die Ukraine aus Pflicht unterstützte

Laut einigen Beiträgen im Thread war die Unterstützung für Kiew für einen Teil des konservativen Wählerspektrums nie Begeisterung, sondern Tribut. Es wurde hingenommen, dass man die Ukraine verteidigen muss, auch wenn es schmerzt. Der Vergleich mit Guernica hätte diesem Tribut einen Preis gesetzt: Wenn die Unterstützung für Selenskyj bedeutet, eine bestimmte Lesart des Bürgerkriegs hinzunehmen, sagen viele genug. Für diesen Wähler war der Krieg ein fernes Thema, dem man folgen konnte, ohne dass es seine Grundlagen erschütterte.

In dieser Spannung bewegen sich auch die Parteien. Einige fordern Vorsicht, andere weisen auf enttäuschte Wähler hin, um sie daran zu erinnern, mit wem sie pactieren. Die im Debate angeführte Kalkulation ist einfach: Der Verschleiß Selenskys in der öffentlichen Meinung Spaniens könnte mehr Stimmen kosten als jede ukrainische Flagge auf einem Balkon.

Picasso, Rockefeller und das Guernica-Bild bei der UNO

Ein Detail, das in der Diskussion kursiert, fügt der Sache Ironie hinzu. Laut Aussagen im Thread hängt Picassos Gemälde nicht in Guernica, sondern am Sitz der Vereinten Nationen, und seine Geschichte sei eng mit der Familie Rockefeller verbunden, die das Gelände finanzierte, auf dem die Organisation steht, wie zitierte Presseberichte zeigen. Das heißt, das Werk, das angerufen wird, um Bombardements auf Zivilisten anzuprangern, wird genau in dem Gebäude ausgestellt, in dem jene arbeiten, die große Konflikte verwalten.

Orbán, die NATO und der Verschleiß des ukrainischen Narrativs

Die andere Front, die sich durch die Konversation zieht, sind die unangenehmen Verbündeten. Der ungarische Premierminister Viktor Orbán erscheint als Referenz für jene, die behaupten, man könne von der dominierenden Linie zur Ukraine abweichen, und im Thread wird betont, dass sein erklärter Rivale Selenskyj ist. Ungarn habe historische Verbindungen zum Grundproblem, wie hervorgehoben wird.

Im Hintergrund pulsiert eine unbequeme Frage für den westlichen Block. Wie lange hält eine bedingungslose Unterstützung durch, wenn der Energie- und Wirtschaftspreis vom europäischen Wähler gezahlt wird? Der Vergleich mit Guernica löst nichts: Er fügt nur eine weitere Schicht Narrativ zu einem Krieg hinzu, der bereits auch auf dem Feld der Worte geführt wird.

Mit diesen Bausteinen macht sich der Verschleiß des ukrainischen Narrativs stärker in der öffentlichen Debatte bemerkbar als in den Amtsstuben. Hält ein Narrativ durch, wenn sein Hauptprotagonist den Spaniern Episoden in Erinnerung ruft, die sie lieber unter sich diskutieren würden, ohne dass Außenstehende sie instrumentalisieren?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (178 Antworten).

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