Kim Dotcom: „Wer überleben will, zieht nach Süden“

Kim Dotcom warnt vor dem Ende der Zivilisation und rät zur Flucht in den „äußersten Süden“, ohne ein konkretes Land zu nennen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kim Dotcom: „Wer überleben will, zieht nach Süden“
Kim Dotcom und der Zufluchtsort im äußersten Süden: „Wer leben will, muss umziehen“

Lohnt es sich, die Koffer zu packen und ans Ende der Welt zu ziehen? Das ist die Frage, die Kim Dotcom aufwirft. Der deutsche Unternehmer mit provokantem Profil behauptet in einer Nachricht, dass „die Menschheit schnell dem Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, entgegensteht“, und empfiehlt, so bald wie möglich in den „äußersten Süden“ zu ziehen. Die Aussage, ohne Nennung eines Landes, von Koordinaten oder einem Datum, wurde auf etwa sechs verschiedene Arten interpretiert. Und genau hier beginnt das Problem: Ein Überlebenstipp, der nicht verrät, wo man überleben soll.

Was genau sagt die Nachricht?

Wenn alles vorbei ist, werden die Verantwortlichen in ihren Atombunkern sitzen und weiterhin Russland die Schuld geben. Das ist der am wenigsten umstrittene Teil des Textes: die Diagnose, dass niemand seine eigene Verantwortung übernehmen wird. Der zweite, operative Teil ist derjenige, der die Debatte entfacht: Wenn du leben willst, zieh in den äußersten Süden – und zwar „so schnell wie möglich“.

Es gibt keine Erwähnung von Ländern, Budgets oder wie man in Rekordzeit ein Visum bekommt. Auch keine Fristen. Die Nachricht funktioniert als Schlagzeile und als Erinnerung daran, dass geopolitische Unsicherheit sich sehr gut verkauft.

Wo liegt dieser „äußerste Süden“, auf den er sich bezieht?

Hier schießen die Antworten ins Kraut. Manche deuten auf Spanien selbst hin: Immerhin ist Südeuropa bereits Süden. Andere gehen weiter: Neuseeland, Tasmanien, Fidschi, Neukaledonien, ein verlorener Atoll, Südafrika, Argentinien, Brasilien oder Paraguay. Das am häufigsten wiederholte Argument weist auf die **chilenische und argentinische Patagonien** hin, dünn besiedelte Gebiete mit tausenden Quadratkilometern verfügbarer Fläche.

Auf dem Papier passt das Profil: leeres Territorium, kühl-gemäßigtes Klima und minimale städtische Dichte. Manche erinnern daran, dass Teile dieser Ländereien seit Jahrzehnten in Händen von Familien und Investorengruppen liegen, inklusive privater Flugfelder, und dass ausländisches Kapital Boden kaufte, bevor sich die Gesetze änderten. Das Detail der lokalen Strohmänner und Luxuswohnungen in Puerto Madero vervollständigt das Bild. Die Reichen, heißt es, kaufen seit Jahren in **Neuseeland**.

Die Physik, die den Plan widerlegt

Das Szenario nach einem Atomkrieg ähnelt keinem Videospiel. Nach dem ersten, flüchtigen Gammastrahlungs-Peak bleibt atomarer Rückstand übrig, bestrahltes Material – etwas Physisches, das nicht einfach in der Luft schwebt: Es reist in Partikeln und setzt sich ab. Die Winde entscheiden, wo. Regen spült und bindet dieses Material an den Boden; trockenes Wetter lässt es stärker verstreuen. Daher ist die relevante Frage nicht, wo Süden liegt, sondern welches Tal isoliert bleibt und aus welcher Richtung der Wind weht.

Dem gegenüber steht die Nuance, die die Fantasie bricht: Ein menschlicher Körper toleriert bestimmte Strahlungsniveaus, aber ein Planet, der mit **aufnehmbaren Radionukliden** verseucht ist, stellt ein anderes Szenario dar. Radiotoxizität existiert. In Tschernobyl hat sich die Tierwelt angepasst, ja, aber der Mensch ist weder ein Vogel noch ein Fisch, schon gar nicht mit der aktuellen Lebensqualität und Bevölkerungsdichte. Das Leben bahnt sich seinen Weg; der Gast, der sich davon bedient, nicht unbedingt.

Das militärische Szenario, das die Warnung nährt

Die Warnung fällt nicht ins Leere. Es kursieren Meldungen, die den Trägerkampfverband des Flugzeugträgers USS Dwight D. Eisenhower bei voller Fahrt durch die Straße von Gibraltar verorten, um sich mit der USS Gerald R. Ford im östlichen Mittelmeer zu treffen. Wenn sie eintreffen, wird die versammelte US- und NATO-Flotte laut diesen Meldungen nicht unter **73 Schiffen** liegen. Dies sind von Dritten verbreitete Daten, keine offiziellen Bestätigungen.

Parallel dazu argumentiert ein Teil der Analyse, dass der Zeitplan dieser Eskalation am **7. Oktober** mit der Aktivierung der Nahost-Front beginnt und seitdem alles aneinandergereiht ist. Über nukleare Protokolle kursiert die Version, dass ein echter Austausch kein Duell zwischen Großmächten wäre, sondern eine allgemeine Verteilung von Schlägen: Niemand würde einen Dritten intakt lassen, der möglicherweise als Gewinner hervorgehen könnte. Weder bestätigt noch dementiert.

Wer warnt und warum misstraut man ihm?

Ein Teil des Misstrauens richtet sich nicht gegen die Botschaft, sondern gegen den Boten. Man wirft ihm eine Geschichte wechselnder Positionen vor, mit Phasen, in denen sein Diskurs mit dem offiziellen Narrativ übereinstimmte, das er später bekämpfte. Daher die dominierende Empfehlung: Vorsicht. Andere tun ihn direkt als Figur ab, die ein Kollaps-Skript wiederholt, das vor lauter Ankündigung keine Angst mehr macht.

On the Beach: Das Ende wurde bereits 1957 geschrieben

Das literarische Vorbild wird oft zitiert: „On the Beach“ von Nevile Shute, **1957**, dreihundertdreizehn Seiten, und eine Verfilmung mit Gregory Peck und Ava Gardner. Die Handlung ist exakt die der Warnung: Einige wenige Überlebende auf der Südhalbkugel warten darauf, dass die Strahlung mit dem Wind kommt. Und sie kommt. Spoiler: Am Ende erreicht die Wolke auch den Süden und fällt bis zum letzten Mann.

Also ist der Plan bereits skizziert: Wer kann, nimmt ein privates Flugfeld und ein Visum; wer nicht, wartet, bis die Winde in eine andere Richtung wehen. Die Zivilisation schuldet Kim Dotcom die Landebahn, nicht das Ticket.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (166 Antworten).

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