Zapatero, das Ende der ETA und die Rente mit 67

Zapatero beschloss 2011 die Rente mit 67, die ETA kündigte die endgültige Waffenruhe an. Wer das Verdienst am Ende der Terrorgruppe trägt, ist zwischen zwei Erzählungen bis heute umstritten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zapatero, das Ende der ETA und die Rente mit 67
Zapatero und das Ende der ETA: Wer das Verdienst kassierte und wer die Rechnung bezahlte

Die Regierung von José Luis Rodríguez Zapatero verabschiedete 2011 das Gesetz 27/2011, das das reguläre Renteneintrittsalter schrittweise von 65 auf 67 Jahre in einer Übergangsphase von fünfzehn Jahren zwischen 2013 und 2027 anhob. Die Maßnahme wurde mit den wichtigsten Sozialpartnern vereinbart und ließ Ausnahmen für sehr lange Beitragszeiten zu. Im selben Jahr kündigte die Terrorgruppe ETA das endgültige Ende ihrer bewaffneten Aktivitäten an. Zwei Ereignisse, die die spanische Öffentlichkeit längst zu einer einzigen Erzählung verschmolzen hat: die von einem Ministerpräsidenten, der nach Ansicht der einen die Terrorgruppe zerschlagen hat und nach Ansicht der anderen nur die Früchte einer früher eingeleiteten Niederlage einsammelte.

Was wirklich mit der ETA und mit der Rente geschah

Die These, die Zapateros Verdienst verteidigt, stützt sich auf ein operatives Argument: Seine Regierung war es, die die Polizeiarbeit vorantrieb, die in die Strukturen der Organisation eindrang, mit Untergrundagenten und Informanten aus den eigenen Reihen. Das Verschwinden der früheren Eliteeinheit der Policía Nacional wäre in dieser Lesart der entscheidende Schlag gewesen. Die offizielle Erzählung wiederholt es: Ohne Zapatero würde die ETA noch heute töten.

Die Gegenversion hat mehr Facetten. Sie hält dagegen, dass die Gruppe bereits in die Enge getrieben war, als Zapatero in den Palast La Moncloa einzog: Sie hatte die gesellschaftliche Unterstützung im Baskenland verloren, die Ertzaintza, die baskische Autonomiepolizei, schaute nicht mehr weg, und die baskische Regierung entzog die politische Deckung. Die parlamentarische Mehrheit aus PP und PSOE übertraf die linksbaskische Bewegung deutlich, was es erlaubte, ohne Skrupel über die Autonomiepolizei zu regieren. Als diese drei Stützen — Straße, Polizei und institutionelle Macht — zusammenbrachen, war die ETA-Struktur ohne Zuflucht. Der polizeiliche Endstoß war nur möglich, weil das Ökosystem zuvor gefallen war.

Die Debatte steckt, wie fast immer, in der Chronologie fest. Die Anschläge hörten nicht schlagartig auf: Es gab eine Abfolge von Operationen, Verhaftungen und Überläufen, die sich über Jahre hinzog. Und das Ende kam mit Zugeständnissen, die nie vollständig erklärt wurden, wie selbst diejenigen einräumen, die das Vorgehen verteidigen. Vertuschte Amnestien, Haftentlassungen, diskrete Verhandlungen mit Vermittlern. Das lautlose Ende war für manche der Beweis, dass es keinen sauberen Sieg gab.

Warum die Rechte Zapatero dankbar sein sollte

Das ist die Provokation, mit der die Debatte eröffnet wird. Wer sie aufstellt, hält der spanischen Rechten zugute, dass ihre Regierung die technischen und politischen Mittel bereitstellte, um der Terrorgruppe ein Ende zu bereiten. Wer sie hört, antwortet mit zwei Namen: Aznar und Juan Mari Atutxa. Der Erste, weil er während seiner Regierungszeit den logistischen und wirtschaftlichen Apparat der ETA traf; der Zweite, weil er als baskischer Innenminister einen Teil der Infrastruktur abbaute, die die Kommandos schützte. Die Ermordung von Miguel Ángel Blanco 1997 war der gesellschaftliche Wendepunkt: Die Gruppe verlor ihre Erzählung und ihre Vorherrschaft auf der Straße.

Die Diskussion driftet unweigerlich in die Gegenwart ab. Bildu, die Erbin der linksbaskischen Bewegung, sitzt im Abgeordnetenhaus. Für die einen ist das die endgültige Whitewashing der ETA; für die anderen der Beweis, dass das Ende eine als Sieg verkleidete Kapitulation war. Das Parteiengesetz, das Batasuna verbot, wird von beiden Seiten zitiert: als das Instrument, das die Terrorgruppe erstickte, und als der Flickenteppich, der später folgenlos abgelöst wurde.

Es gibt ein Detail, das kaum jemand bestreitet und das beide Lager aus der Fassung bringt: Das Ende der ETA fiel mit dem Sturz Gaddafis zusammen. Eine zeitliche Koinzidenz, die manche zu einer Verschwörungstheorie über ausländische Finanzierung gemacht haben, ohne jeden belastbaren Beweis. Die Terrorgruppe brauchte nie ausländische Gönner, um zu töten; ihr genügte das komplizenhafte Schweigen eines Teils der baskischen Gesellschaft über Jahrzehnte.

Der wirtschaftliche Preis, den niemand sehen will

Die Rentenreform von 2011 hat eine wirtschaftliche Lesart, die der politische Lärm überdeckt. Die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bedeutet für jeden Arbeitnehmer, der die Ausnahmen nicht in Anspruch nehmen kann, zwei Jahre weniger Rentenbezug. Mit steigender Lebenserwartung und wachsender Abhängigkeitsquote brauchte das öffentliche Rentensystem Anpassungen, und Zapatero führte sie mit Rückendeckung der Gewerkschaften und der Arbeitgeberverbände durch. Die Rechte, die die Maßnahme heute kritisiert, hat sie später übernommen, ohne sie zurückzunehmen.

Genau an diesem Punkt stockt die Analyse. Dieselbe Regierung, die die Rente mit 67 beschloss, wird von der Rechten beschuldigt, das Land den Terroristen ausgeliefert zu haben. Und dieselbe Partei, die heute das Ende der ETA für sich beansprucht, war es, die 1998 und 2006 mit der Terrorgruppe verhandelte. Aus der Pressechronik geht niemand rein heraus.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (71 Antworten).

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