29 Jahre nach dem Mord an Miguel Ángel Blanco: die politische Rechnung bleibt

29 Jahre nach der Ermordung von Miguel Ángel Blanco hält die Debatte über die politischen und wirtschaftlichen Kosten der ETA-Bekämpfung in Spanien an.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

29 Jahre nach der Entführung von Miguel Ángel Blanco: die wirtschaftlichen und politischen Kosten

Erinnern Sie sich an jenen Juli 1997? Ganz Spanien hielt den Atem an, als Miguel Ángel Blanco, ein in Ermua von der Terrororganisation ETA ermordeter Stadtrat, entführt wurde. Dies löste den sogenannten „Espíritu de Ermua“ (Geist von Ermua) aus, eine massive Bürgerbewegung, die ein Ende des Terrorismus forderte. Neunundzwanzig Jahre später ist die Debatte darüber, was es gekostet hat, die ETA zu besiegen – und was es weiterhin kostet – ungeklärt. Und die Zahlen sind, auch wenn sie oft gemieden werden, unangenehm.

Der Preis des Friedens: Was hat Spanien bezahlt?

Die ETA ermordete fast tausend Menschen. Ihre Auflösung im Jahr 2018 stoppte den Strom der wirtschaftlichen Folgen nicht. Von Entschädigungen für die Opfer bis hin zur Aufrechterhaltung einer Strafvollzugspolitik, die ETA-Mitglieder mit Blutverbrechen näher an die Gesellschaft herangeführt hat, hat der Staat Milliarden ausgegeben. Doch die drängendste wirtschaftliche Debatte heute ist der politische Preis für die Regierbarkeit: Die Unterstützung von Bildu (einer Nachfolgepartei von Batasuna) war entscheidend für die Amtseinführung von Pedro Sánchez. Im Gegenzug wurden Zugeständnisse gemacht, die viele als Rettung des ETA-Umfelds sehen.

Einige behaupten, dass Frieden nicht verhandelt, sondern erzwungen werden muss. Die Gegenseite argumentiert, dass polizeiliche und gerichtliche Maßnahmen nicht ausreichten und ein ausgehandelter Abschluss unvermeidlich war. Tatsache ist, dass die Opportunitätskosten einer härteren Linie – des „Bukele“-Modells, das einige fordern – in Jahrzehnten von Steuern gemessen werden, die dazu dienen, Gefangene zu subventionieren und Parteien zu stützen, die den Terrorismus nicht verurteilt haben. Die genaue Kalkulation steht noch aus, aber die soziale Wahrnehmung von Ungerechtigkeit ist vorhanden.

Die Theorien, die nicht verstummen: der Hintergrundlärm

An jedem Jahrestag werden marginale Erzählungen wiederbelebt: dass das Logo der ETA einer jüdischen Pharmakopöe ähnele, dass es Sonnenrituale gegeben habe oder dass der Philosoph Savater ein Freimaurer gewesen sei. Absurditäten, die jedoch ein tiefes Misstrauen gegenüber dem offiziellen Narrativ offenbaren. Für viele wurde der „Espíritu de Ermua“ durch die Realpolitik – die Politik der Pakte – neutralisiert, und das Ende der ETA wurde gekauft, nicht gewonnen. Ob wahr oder nicht, dieses Narrativ erschwert die Versöhnung und nährt vor allem einen Skeptizismus, der sich auf andere Wirtschaftspolitiken der Regierung ausweitet.

Letztendlich zahlt das Land 29 Jahre später eine doppelte Rechnung: die, die die ETA hinterlassen hat, und die, die der Übergang zum Frieden erzeugt. Und solange die Wahlurnen auf die Stimmen von Bildu angewiesen sind, wird die Debatte nicht enden. Vielleicht nie.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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