Yolanda Díaz macht Migranten-Amnestie für Anstieg der Arbeitslosigkeit verantwortlich

Spaniens Arbeitsministerin führt den Anstieg der Arbeitslosigkeit im August auf die Regularisierung von Migranten zurück – doch die Daten und die statistische Logik lassen daran Zweifel aufkommen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Yolanda Díaz macht Migranten-Amnestie für Anstieg der Arbeitslosigkeit verantwortlich
Arbeitslosigkeit im August und die Amnestie: eine Erklärung, die nicht aufgeht

Erklärt die Regularisierung von Migranten wirklich den Anstieg der Arbeitslosigkeit im August? Die Zweite Vizepräsidentin und Arbeitsministerin Spaniens, Yolanda Díaz, behauptet das. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Manche sehen darin nur eine weitere Ausrede der Regierung, um sich der Verantwortung zu entziehen, andere halten die Erklärung für fachlich unhaltbar.

Die offizielle Erklärung

Laut der Ministerin habe die in den letzten Monaten durchgeführte Regularisierung von Migranten die Erwerbsbevölkerung und damit die Zahl der Arbeitslosen erhöht, weil Menschen einbezogen wurden, die zuvor in der Schattenwirtschaft arbeiteten. Die Logik: Sie suchen nun eine formelle Anstellung und landen, wenn sie keine finden, in der Arbeitslosenstatistik.

Die fachlichen Zweifel

Gleichwohl gibt es Argumente, die diese Zuschreibung in Frage stellen. Zum einen wird darauf hingewiesen, dass Berufseinsteiger in den offiziellen Statistiken nicht immer als arbeitslos gezählt werden. Zum anderen: Wer bereits illegal arbeitete, war nicht im System erfasst und konnte daher vorher gar nicht als arbeitslos gezählt werden. Wenn diese Menschen nun ihren Job verloren haben, tauchen sie zwar in der Statistik auf – doch das bedeutet, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit nicht Folge der Regularisierung, sondern des Arbeitsplatzabbaus ist.

Die naheliegende Frage lautet: Wie kann es sein, dass alle Regularisierten jetzt arbeitslos sind? Wenn sie als Arbeitnehmer regularisiert wurden, hatten sie vermutlich einen Job. Die Antwort könnte sein, dass viele ihren Arbeitsplatz verloren haben – das deutet aber auf ein tieferliegendes wirtschaftliches Problem hin.

Der politische Hintergrund

Die Kontroverse geht über die Statistik hinaus. Die Schuldzuweisung an die Regularisierung wird als Versuch wahrgenommen, von der schlechten Entwicklung des Arbeitsmarkts abzulenken. Währenddessen schafft die Wirtschaft weiter keine qualitätsvollen Arbeitsplätze, und der offizielle Diskurs konzentriert sich auf die positiven Effekte der Regularisierung und ignoriert deren Kosten.

Letztlich hinterlässt die Erklärung von Yolanda Díaz mehr Fragen als Antworten. Alles sehr logisch – wenn man es durch die Brille der offiziellen Erzählung betrachtet.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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