Wohnraum ist nicht so teuer wie 2007: die Illusion des Nominalpreises
Wohnraum ist heute nicht so teuer wie 2007, wenn man den Geldwert um die kumulierte Inflation bereinigt. Das eigentliche Problem liegt nicht in einer Immobilienblase, sondern in einem strukturellen Kaufkraftverlust, der die Löhne hat stagnieren lassen, während Lebenshaltungskosten und Steuerlast jede Sparfähigkeit ersticken.
Die Auswirkung der Inflation auf das reale Vermögen
Die Analyse von Nominalpreisen ist eine statistische Falle. Während die Lebenshaltungskosten drastisch gestiegen sind – ein klares Beispiel ist Benzin, das von durchschnittlich 1,09 Euro im Jahr 2007 auf heute zwischen 1,55 und 1,65 Euro gestiegen ist –, haben die Löhne nicht Schritt gehalten. Real gemessen ist Wohnraum in vielen Gegenden heute billiger als auf dem Höhepunkt der letzten Blase, doch der Durchschnittsbürger ist, was die Konsumkraft angeht, deutlich ärmer.
Die Kluft zwischen Kauf und Miete
Die offizielle Erzählung ignoriert die Auseinanderentwicklung von Kauf- und Mietmarkt. Während die Kaufpreise inflationsbereinigt moderat bleiben, ist der Mietmarkt radikal gestiegen. In Städten wie Valencia haben Wohnungen, die 2007 für 300 oder 400 Euro monatlich vermietet wurden, 2026 Mieten von 1.200 oder 1.300 Euro erreicht. Diese Verzerrung zeigt, dass der Zugang zu Wohnraum kein Problem der Vermögenspreise ist, sondern des Cashflows der Familien – verschärft durch eine Steuerlast, die wie ein unzumutbarer Ballast auf den Arbeitseinkommen lastet.
Die Verarmung ist keine subjektive Wahrnehmung, sondern eine arithmetische Realität. Wenn die Besteuerung von Arbeit zum bewaffneten Überfall wird, hört Wohnraum auf, ein Konsumgut zu sein, und wird zu einem unerreichbaren Luxus – ganz gleich, ob der Nominalpreis höher ist als vor zwei Jahrzehnten oder nicht.
Verwandte Diskussionen im Forum