Wohnen in Spanien: Die Kaution ist ohne die Bank von Papa und Mama unmöglich

Bei einem Medianlohn von 1.500 € und einer Kaution von 85.000 € ist Wohneigentum in Spanien ein Luxus, der nur mit familiärer Hilfe erreichbar ist. Zahlen, die wehtun.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohnungskauf in Spanien: Man braucht 85.000 Euro Kaution, die von einem Durchschnittslohn nie zusammenkommen

Wie spart man 85.000 Euro für die Kaution einer Wohnung, wenn man 1.500 Euro im Monat verdient und Miete zahlt? Antwort: Gar nicht, außer Papa und Mama helfen aus. Die Zahlen sprechen für sich: Bei einem durchschnittlichen Wohnungspreis von 250.000 Euro plus 20 % Kaution und Nebenkosten liegt der Anfangsaufwand bei rund 50.000-85.000 Euro. Ein Arbeitnehmer mit dem spanischen Medianlohn (1.500 Euro netto) bräuchte mehr als 11 Jahre, um 600 Euro monatlich ohne einen einzigen Fehltritt zu sparen. Zahlen wie aus einem Finanzratgeber, aber real.

Die Arithmetik des Ausschlusses

Der Ökonom Bernardos, bekannt dafür, junge Menschen als "faul" zu bezeichnen, hat öffentlich zugegeben, was jeder Geringverdiener weiß: Heute ist Kaufen ohne familiäre Hilfe unmöglich. Die Rechnung ist gnadenlos. Bei einem Medianlohn von 1.500 Euro, einer Durchschnittsmiete von 700 Euro in einer Stadt wie Madrid und 400 Euro Grundkosten bleiben gerade einmal 400 Euro zum Sparen übrig. Mit diesem Tempo dauert es mehr als 10 Jahre klösterlichen Lebens, um die Mindestkaution von 50.000 Euro zu erreichen. Und sprechen wir von 85.000 Euro (weil die Nebenkosten die Rechnung aufblähen), verlängert sich die Wartezeit auf 17 Jahre. Bis dahin ist der Markt wieder gestiegen.

Das Paradox der universellen Erbschaft

Währenddessen grenzt die politische Debatte an das Surreale. Der Vorschlag einer "universellen Erbschaft" von 20.000 Euro für einkommensschwache junge Menschen, von Sumar eingebracht und von der PSOE (Spaniens sozialdemokratischer Regierungspartei) abgelehnt, sollte das Problem lösen. Doch Kritiker bemängeln, dass dies nur ein Flickwerk wäre: Das Geld würde für die Kaution reichen, aber nicht für Raten von 600-800 Euro monatlich über drei Jahrzehnte. Andere, etwa Befürworter einer Erhöhung der Schenkungssteuer, wollen, dass auch die "Muttersöhnchen" leiden. Als ob alle gleichermaßen in die Elend zu bringen die Lösung wäre.

Wenn Sparen ein Luxus ist

Die Unmöglichkeit zu sparen, während man Miete zahlt, ist der Gordische Knoten. Ein Zimmer in einer WG in Madrid kostet zwischen 400 und 600 Euro im Monat und verschafft etwas Spielraum, reicht aber trotzdem nicht. Die Alternative ist, sich über ein Jahrzehnt hinweg zusammenzureißen. Und Achtung: Selbst wenn man es schafft, folgt danach der Kredit – ein 30-jähriges Urteil, das einen an eine Bank fesselt. Das Ergebnis ist eine Generation, die im Durchschnitt mit 30 auszieht, aber viele ziehen in eine WG, nicht zum Kaufen.

Die Ausnahme, die die Regel bestätigt

Nicht alles sind schlechte Nachrichten. Manche schaffen es ohne familiäre Hilfe durch extreme Entbehrungen. Ein Paar, das zwischen 2014 und 2021 sieben Jahre lang sparte, hat es geschafft. Aber selbst sie geben zu, dass es heute, bei explodierenden Preisen, viel schwieriger ist, das zu wiederholen. Andere, wie jemand, der sein Haus nach Jahrzehnten besessenen Sparens bar bezahlte, sind Ausnahmefälle. Für die meisten ist Wohneigentum ein Traum, der nur in Reichweite ist, wenn die Eltern den Schlüssel übergeben.

Die Politik der Aufnahmezentren in Soria

Während Spaniens junge Menschen mit ihren Finanzen jonglieren, fertig die Regierung von Pedro Sánchez ein Aufnahmezentrum für Flüchtlinge in Soria mit einer Investition von 13 Millionen Euro. Die Anlage umfasst ein Fitnessstudio mit Kraftraum, einen Gemüsegarten und einen Basketballplatz. Die Frage, die in der Luft liegt: Wird das als sozialer Wohnungsbau gezählt? Die Ironie braucht keine Unterstreichung.

Die Daten sind hartnäckig: Während der Zugang zu Wohnraum zu einem erblichen Privileg wird, scheint sich der Staatsapparat mit anderen Prioritäten zu beschäftigen. Und der Durchschnittsjunge macht derweil weiter unmögliche Rechnungen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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