Wilde Feigen: Der 7-Euro-Luxus, der am Baum verrottet

Feigen kosten bis zu 7 Euro pro Kilo, während die Früchte auf dem Feld ungeerntet verrotten. Preise, Haltbarmachung und das entleerte Spanien.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wilde Feigen: Die Frucht für 7 Euro, die am Baum verrottet

Die dritte Feigenernte der Saison hat erneut ein Paradoxon auf den Tisch gebracht, das sich jeden Sommer wiederholt: Dieselben Früchte, die in der Stadt 7 Euro pro Kilo kosten, verrotten auf dem Feld, ohne dass jemand sie aufhebt. Mitten im Hochsommer sammelt ein Pflücker mit 47 Jahren Berufserfahrung alle drei Tage nur die Tüten, die er selbst essen kann – der Rest geht verloren. Das ist keine Nostalgie: Es ist das Porträt eines Systems, das den Transport belohnt und die Nutzung des Vorhandenen bestraft.

Der Preis der Feige: von zertretenen Früchten zu 7 Euro pro Kilo

Vor nicht allzu langer Zeit gehörte der Feigenbaum allen: Gefallene Früchte wurden auf der Straße zertreten. Heute kostet das Kilo beim Obsthändler bis zu 7 Euro, und Kirschen waren schon bei 18 zu sehen. Die Preise steigen zum Saisonende hin, beinahe um das Doppelte, während verwahrloste Feigenbäume auf Höfen und an Straßenrändern weiter fruchtloses Obst tragen. Die Erinnerungen an das kostenlose Samen prallen auf die Supermarktrechnung.

Marmelade, Dörren oder Einfrieren: der Krieg gegen die Verschwendung

Damit die Früchte nicht verrotten, haben die Sammler ein ganzes Arsenal an Techniken entwickelt. Am verbreitetsten ist die Marmelade: Das Grundverhältnis ist 1 Kilo Feigen auf 400-500 Gramm Zucker, mit dem Saft einer halben Zitrone und einer Prise Salz; ist der Brei fertig, werden die Kerne abgeschöpft, die oben schwimmen. Andere bevorzugen das Dörren, das die Feige in eine monatelang haltbare Leckerei verwandelt. Und die Moderneren greifen zum Gefrierfach: bis zu sechs Monate, immer ganz oder in Stücken, denn pürierte Feigen setzen Zucker frei und verursachen Insulinspitzen. Ein Tipp, dem Ernährungswissenschaftler zustimmen würden.

Das leere Spanien: gratis Obst ohne Besitzer

Das wilde Sammeln erlebt als Antwort auf Verschwendung und hohe Preise eine Renaissance. Walnuss-, Pflaumen-, Kirsch- und Haselnussbäume tragen weiter in Gärten, die niemand pflegt. Doch es gibt Grenzen: In Nationalparks kontrolliert die Seprona (Spaniens Naturschutztruppe) und kann Sammler mit Bußgeldern belegen. Trotzdem bleibt die Tradition bestehen, zumindest unter den Älteren. Die Berichte aus 47 Jahren Erfahrung im Gelände bestätigen es: Das Obst ist noch da und wartet.

Sorten und betrunkene Vögel: die Parallelwissenschaft der Feige

Der Überblick über die verschiedenen Erfahrungen hat auch eine volkstümliche Taxonomie zutage gefördert: weiße, violette und schwarze Feigen, die Sorte LSU Gold aus den USA und die Brown Turkey, die auf 1.150 Metern Höhe nicht immer gut reift. Es gibt zweimal tragende Feigenbäume (zuerst die frühen Breba-Feigen, dann die eigentlichen Feigen) und andere, die nur eine Ernte bringen. Das Klima entscheidet: In Galicien hat der Regenmangel die Ernte ruiniert. Und wer einen Feigenbaum in der Nähe hat, hat jene Schwärme „betrunkener“ Vögel gesehen, nachdem sie gegorene Feigen gefressen haben. Das ist keine Legende: Der Zucker wird zu Alkohol.

Die verblüffende Zahl: Mit 47 Jahren Felderfahrung findet der Sammler weiterhin Feigenbäume, an denen niemand etwas erntet. Das teuerste Obst im Supermarkt ist zugleich das am meisten verschwendete. Und der Kreislauf wiederholt sich jeden Sommer.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (91 Antworten).

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