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Westliche Medien und Propaganda: Warum die Saporischschja-Erzählung empört
Die Berichterstattung über Saporischschja und die Rolle öffentlicher Medien lösen Unmut aus: Ukrainischen Quellen wird der Angriff auf ein von Russland kontrolliertes AKW zugeschrieben.
Die Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine hat sich vom Journalismus zur Propaganda gewandelt. Dies ist zumindest die These, die den Unmut eines Teils des spanischen Publikums gegenüber der Behandlung von Ereignissen wie dem Kernkraftwerk Saporischschja durch große Medien prägt. Der Auslöser war eine Abendnachrichtensendung, die ukrainischen Quellen die Aussage zuschrieb, „Russland habe das Kernkraftwerk Saporischschja bombardiert“, ohne jegliche Nuancen. Die Paradoxie ist offensichtlich: Russische Truppen besetzen die Anlage, sodass ein Angriff sie selbst ihrer eigenen Radioaktivität aussetzen würde. Die Schlussfolgerung lautet, dass die offizielle Erzählung dem gesunden Menschenverstand widerspricht.
Der Unmut ist nicht neu. Wer diese Themen verfolgt, erinnert sich an Schlagzeilen aus der Pandemie, die schlecht gealtert sind. Der Verdacht, dass Medien als Übermittler fremder Interessen fungieren, hat sich in einem Teil der Öffentlichkeit festgesetzt, der keiner bestimmten Seite zugeordnet werden kann. Das Phänomen beschränkt sich nicht auf das Fernsehen; es betrifft auch Printmedien, Radio und digitale Plattformen, die denselben Rahmen replizieren.
Was über das Kernkraftwerk Saporischschja gesagt wird
Im Zentrum steht das Kernkraftwerk Saporischschja, das seit Beginn der Invasion von russischen Streitkräften besetzt ist. Nach der Argumentation verbreiten westliche Medien ungeprüft die ukrainische Version, wonach Russland die Anlage bombardiere, die es selbst kontrolliert. Das logische Gegenargument ist einfach: Niemand bombardiert einen Ort, an dem eigene Soldaten stationiert sind, es sei denn, man will sie einer Strahlenfreisetzung aussetzen. Daher hält die offizielle Erzählung dem gesunden Menschenverstand nicht stand.
Manche gehen weiter und behaupten, das Ziel solcher Aktionen sei es, eine nukleare Katastrophe in Europa zu erzwingen, während die EU-Institutionen wegsehen. Diese schwere Hypothese entbehrt im Material jeglichen Beweises und sollte als Gerücht in Foren und sozialen Netzwerken behandelt werden, nicht als Tatsache. Was jedoch klar ist, ist die Wahrnehmung, dass der dominante Informationsrahmen von beschreibend zu vorschreibend geworden ist.
Warum öffentliche Medien Glaubwürdigkeit verloren haben
Kritik an öffentlichen Medien dominiert den Unmut. Es geht nicht nur darum, dass gelogen wird, sondern dass dies ohne Scham geschieht. Der Begriff „Redaktionslinien“ dient als Alibi: Wenn das Medium dem Staat gehört oder von Subventionen lebt, wird Unabhängigkeit zur Dekoration. Der Grundverdacht lautet, dass der letzte Aktionär der Information nicht der Leser ist, sondern die Macht, die sie finanziert.
Die Diagnose erstreckt sich auf die Produktqualität. Eine wiederkehrende Analyse stellt fest, dass die Propaganda der neunziger Jahre subtiler und daher schädlicher war, während die aktuelle so grob ist, dass sie selbst aufmerksame Zuschauer erkennen. Diese Entwicklung könnte ökonomische Gründe haben: Die Digitalisierung hat die Bindung zwischen Medium und zahlendem Nutzer gebrochen und durch intransparente Mäzene ersetzt. Wenn niemand mehr die Zeitung kauft, hört sie auf, ein Geschäft zu sein, und wird zum bezahlten Pamphlet.
Die Rolle europäischer Institutionen und der NATO
Auch Brüssel steht in der Kritik. Es wird argumentiert, dass die europäischen Institutionen die Situation kennen, aber nicht eingreifen, und dass die EU eine Regierung mit Waffen unterstützt, der man rücksichtsloses Verhalten zuschreibt. Die Anschuldigung ist hart und nicht durch gerichtliche Beschlüsse gedeckt; sie formuliert politischen Vorwurf und Verdacht, kein Urteil.
Parallel dazu erscheint die NATO als der ultimative Rahmen der Erzählung. Die wiederholte Idee ist, dass westliche Medien zu Propagandisten eines „anglo-nato-regimes“ geworden sind, das die Linie vorgibt und das Skript verteilt. Nach dieser Lesart liegt das Leben der europäischen Bürger in den Händen von Führungskräften, die ihnen nicht rechenschaftspflichtig sind.
Möglichkeiten: Vom Ärger zum selektiven Konsum
Gegenüber der Diagnose bietet die Diskussion konkrete Lösungen. Am häufigsten genannt wird der Konsum: Wenn man die Zeitung nicht kauft, gibt es keine Zeitung, nur ein Pamphlet. Die praktische Empfehlung lautet, im Netz eigene Quellen zu suchen und diese durch direkte Abos zu unterstützen, auch wenn sie bescheiden sind. Qualität hängt nicht immer vom Preis ab; es gibt teuren Unsinn.
Ein anderer Ansatz fokussiert auf das Eigentum. Medien seien niederträchtig, weil ihre Aktionäre und Besitzer dieselben sind, die die Geschichten finanzieren, die dann von der Belegschaft verkündet werden. In dieser Lesart handelt der Journalist als Opportunist ohne andere Prinzipien als das Gehalt, bereit zu erfinden oder zu verschweigen, je nach Bedarf. Dies ist eine harte Verallgemeinerung, die als Systemdiagnose gemeint ist, nicht als Portrait jedes einzelnen Profis.
Die am häufigsten genannte Vorhersage ist, dass die Kluft zwischen medialer Erzählung und Erfahrung der Menschen weiter wachsen wird, und dass jedes neue Energie-, Gesundheits- oder Militärereignis diese vergrößern wird. Mit diesen Voraussetzungen stellt sich nicht die Frage, ob die Medien ihr Vertrauen zurückgewinnen, sondern wie lange es dauert, bis das Publikum aufhört, danach zu suchen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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