Horizonte ändert den Ton und löst eine Debatte über seine Glaubwürdigkeit aus
Eine Sendung, die man früher am nächsten Tag in Ruhe gesehen hat und die jetzt täglich ausgestrahlt wird. Dieser Tempowechsel —vom wöchentlichen Termin zu einem Format von Montag bis Mittwoch mit etwas mehr als einer Stunde— ist der Ausgangspunkt einer Beschwerde, die sich durch Iker Jiménez' Sendung zieht: das Gefühl, dass das Studio so locker geworden ist, dass es wie ein Kneipengespräch wirkt. Der häufigste Kritikpunkt richtet sich nicht gegen die Themen, sondern gegen den Ton: fast durchgehende Albernheit, Witze, die die Analyse verschlingen, und eine Carmen Porter, die für einen Teil des Publikums «bei allem ihren Senf dazugeben» muss und niemanden zu Wort kommen lässt.
Der eigentliche Vorwurf ist konkret: Was früher als investigatives Format wahrgenommen wurde, ist zu einem Raum geworden, in dem Gelache die Fakten ersetzt. Und es ist nicht nur ein isolierter Eindruck. In der Diskussion tauchen Namen und konkrete Episoden als Beleg auf: die Debatte über die überflutete Tiefgarage bei der DANA in Valencia (die Flutkatastrophe von Oktober 2024), bei der behauptet wird, dort sei keine Leiche gefunden worden und der Moderator selbst habe das Gegenteil behauptet zu haben, obwohl er es abgestritten habe; der Streit zwischen Porter und Pedro Baños darüber, ob Frauen im Iran nicht arbeiten oder studieren durften, worauf der Experte mit «Lüge» reagierte; oder die Klage, dass ein iranischer Gast im Durcheinander der Stimmen verstummt sei.
Vom Ernst zum Wohnzimmer mit Glas in der Hand
Die am häufigsten geäußerte Diagnose betrifft die Vertraulichkeit. «Man merkt eine zu große Vertrautheit, die mir persönlich überhaupt nicht gefällt», fasst der Ausgangspunkt zusammen. Die These: Diese Lässigkeit, die in einer Wochensendung noch als Verbundenheit durchging, wird im Tagesformat zur Zügellosigkeit. Manche führen es auf die gesicherte Staffel zurück: «Sie haben sich gehen lassen, weil ihre Staffel garantiert ist». Andere verweisen auf den logischen Verschleiß, wenn täglich dieselben Gesprächspartner auftreten.
Der gezeichnete Kontrast ist der zwischen zwei Epochen. Die von Cuarto Milenio mit seinen interessanten Gästen —eine Sendung über die Gesichter von Bélmez wird als Beispiel jener Zeit genannt— gegenüber einer Gegenwart, in der das Studio «wie das Wohnzimmer zu Hause mit einem Glas in der Hand» wirkt. Die Beschwerde ist nicht, dass die Sendung Unterhaltung ist, sondern dass sie das Gleichgewicht verloren hat: «Die Sendung muss keine Beerdigung sein, das ist klar, aber ich weiß nicht, mir gefällt nicht, dass das inzwischen wie Mamá Rosas Talkrunde wirkt».
Die Tiefgarage der DANA und andere Glaubwürdigkeitsrisse
Die überflutete Tiefgarage bei der valencianischen DANA 2024 dient als Testfall. Ein Teil behauptet, Iker Jiménez habe die Idee verbreitet, in dieser Tiefgarage gebe es Tote, und später in einem Interview mit Risto Mejide geantwortet, er habe so etwas nie gesagt. Die Antwort in der Diskussion ist deutlich: «Hält er uns für dumm?». Dem hält eine andere Richtung entgegen, er habe es privat in den sozialen Medien gesagt, nicht in der Sendung, und sei der Einzige gewesen, der sich entschuldigt hat.
Hier spaltet sich die Debatte. Manche halten die Sendung für «einen der am wenigsten regierungskonformen Berichterstatter» der Katastrophe, und die Zeit werde zeigen, ob sie mehr geschwiegen als gesprochen hat. Andere erinnern daran, dass die offizielle Opferzahl «stark gegenüber der realen gekürzt» sei, wenn auch ohne Angabe einer alternativen Zahl. Die Diskussion verstrickt sich in der Frage, ob Sorgfalt daran gemessen wird, was gesagt wird, oder daran, was verschwiegen wird.
Die politische Wende und der Verschleiß des Tagesformats
Eine weitere Kritiklinie zielt auf die redaktionelle Drift. Es wird argumentiert, die Sendung habe sich auf die Regierungskritik gestürzt —«sie bringen weiter Schmutz gegen die PSOE»— und sich damit in etwas anderes verwandelt. Die Antwort von der anderen Seite: Ein privates Medium dürfe das tun, das Problem sei die übrige Presse, nicht diese Sendung. Die Diskussion darüber, ob das Format politisiert worden ist, kreuzt sich mit der über den Ton: Für die einen ist das Gelache ein Zeichen der Nachlässigkeit, für die anderen der verlorenen Angst, unbequem zu sein.
Das Ergebnis, darin sind sich mehrere Stimmen einig, ist ein Format, das sich abnutzt. «Jeden Tag dasselbe kann sie am Ende verschleißen», warnt jemand. Und der Verschleiß betrifft nicht nur das treue Publikum: auch diejenigen, die die Sendung Tage später im Internet gesehen haben und die, so geht es weiter, «nicht mal das» noch tun.
Was gerettet wird und was verloren geht
Nicht alles ist Vorwurf. Manche verteidigen die Sendung: Mit all ihren Mängeln sei sie «noch immer viel ernster als jede Nachrichtensendung, jedes Format oder jede Zeitung». Und andere erinnern daran, dass das Gelache nicht exklusiv für dieses Studio ist: «Als ob die anderen Sender das nicht auch täten». Die Diskussion geht im Kern nicht nur um Horizonte, sondern um die Messlatte, die man an eine Sendung anlegt, die mit dem Anspruch investigativen Journalismus' geboren wurde und jetzt in ihrer Sendezeit mit dem Rest des Programms konkurriert.
Die Frage, die in der Luft bleibt: Ist das Tagesformat mit dem Anspruch, den das Publikum stellt, überhaupt haltbar? Einschaltquoten tauchen in der Diskussion nicht auf. Auch keine Entscheidung des Senders. Nur die Feststellung, dass sich die Sendung verändert hat und dass ein Teil ihres Publikums sie nicht mehr richtig wiedererkennt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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