Wasser zum Luxuspreis: Angeberei oder echte Qualität?

Cabreiroá für 4 Euro, Evian ohne alpine Substanz, Dasani wegen Leitungswasser vom Markt genommen. Fakten und Skandale rund um das Geschäft mit dem Wasser-Protz.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Luxuswasser: Zahlt man fürs Wasser oder für die Flasche?

Eine Flasche Cabreiroá kann in einem Sternerestaurant 3-4 Euro kosten. Ein Fontecelta oder Vichy Catalán mit ähnlicher Perlage kostet 1,50 Euro. Der Unterschied liegt nicht im Wasser —alle sind Mineralwasser mit Kohlensäure—, sondern im Marketing. Der Kunde zahlt für Exklusivität, nicht für die Flüssigkeit.

Die Alpine-Wasser-Fata Morgana

Evian, das Aushängeschild der „Premium“-Wässer, wird als Quellwasser aus den Alpen verkauft. Sein überteuerter Preis steht im Widerspruch zur Realität: Es ist Wasser, ohne außergewöhnliche Eigenschaften. Wer es probiert, erwartet einen besseren Geschmack, findet aber oft nur das Gefühl, zu viel bezahlt zu haben. Der „umgekehrte Placebo-Effekt“, wie manche Analysen ihn nennen, zeigt, dass das Bewusstsein für den Aufpreis jeden möglichen Genussvorteil überstrahlt.

Der Markt der Angeberei: Cabreiroá & Co.

Cabreiroá, die galizische Marke aus Verín in Spanien, hat die Exklusivitätskarte gut ausgespielt. Grüne Glasflasche, feine Perlage, Geschichte einer natürlichen Quelle. Das Ergebnis: ein Preis bis zum Dreifachen vergleichbarer Marken. Die Strategie ist nicht neu: Auch Mondariz pflegt eine Aura der Besonderheit, wobei Kenner warnen, dass sich nur die Glasflaschen-Version lohnt. Der Rest ist Verpackung. Die Preisunterschiede zusammengefasst:
  • Cabreiroá: 3-4 Euro/Flasche.
  • Fontecelta oder Vichy Catalán: 1,50 Euro/Flasche.
  • Evian: überteuert ohne Rechtfertigung.

Leitungswasser als Quellwasser verkleidet

Doch das Geschäft beschränkt sich nicht auf echte Mineralwässer. Nestlé Pure Life, Dasani (Coca-Cola) und Aquabona wurden dafür kritisiert, behandeltes und remineralisiertes Leitungswasser als Quellwasser zu verkaufen. In Großbritannien wurde Dasani nach dem Skandal vom Markt genommen. In Spanien war Aquabona Mittelpunkt von Gerichtsverfahren. Die Grenze zwischen natürlich und industriell ist dünner, als das Etikett vermuten lässt.

Angesichts dieser Fakten ist die Frage unvermeidlich: Wie viel von dem, was wir zahlen, ist Wasser, und wie viel ist Illusion? Solange das Marketing mehr vermag als die Chemie, bleibt das Geschäft mit Flaschenwasser vor allem eines: ein Geschäft mit Wahrnehmungen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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