Wasser aus der Klimaanlage: 8 kostenlose Liter, die im Kanal landen

Ein 9.000-BTU-Split-Gerät füllt in zwei Stunden einen Eimer. Das Kondenswasser, ohne Kalk und Chlor, fließt in den Kanal, während der Stadtgarten mit Leitungswasser gegossen wird.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wasser aus der Klimaanlage: acht kostenlose Liter, die direkt im Abfluss verschwinden

Ein privates Klimagerät kann in wenigen Stunden eine Acht-Liter-Flasche füllen. Dieses Wasser, das in den meisten Gebäuden direkt im Kanal endet, ist Kondenswasser aus der Luft: ohne Kalk, ohne Chlor und ohne Mineralien. Ein Anwohner beschloss, das Ablaufrohr abzuklemmen und das Wasser für seinen Stadtgarten zu nutzen. Die Ersparnis auf der Rechnung liegt bei wenigen Cent. Die eigentliche Frage, die die Diskussion auslöste, war eine andere: Wie viel von diesem Wasser wird in einem ganzen Gebäude verschwendet?

Die kurze Antwort: fast alles. Die lange Antwort erfordert eine Debatte darüber, ob sich das Wasser zum Gießen eignet, ob es trinkbar ist, ob sich der Aufwand lohnt und ob die Aktion überhaupt Sinn ergibt, wenn das Gerät, das sie erzeugt, den ganzen Sommer über auf Hochtouren läuft.

Ist Klimaanlagenwasser gut zum Gießen von Pflanzen?

Der technische Konsens aus der Diskussion lautet: Ja. Es handelt sich um Kondenswasser, derselbe Wasserdampf, der in der Luftfeuchtigkeit steckt und den das Gerät beim Abkühlen ausfällt. Im Wesentlichen ist es Regenwasser, das auf mechanischem Weg aufgefangen wird. Ohne Mineralien, ohne Chlor, ohne Kalk. Für einen Stadtgarten oder jede Zimmerpflanze ist das ein Vorteil: Es hinterlässt keine Kruste im Substrat und verändert den pH-Wert nicht.

Der sofortige Einwand betrifft die fehlenden Nährstoffe. Wasser ohne Mineralien düngt nicht. Wer es regelmäßig zum Gießen verwendet, muss mit Dünger nachhelfen, und da kommt Wurmhumus als Hausmittel ins Spiel. Die Erfahrungen mehrerer Jahre zeigen, dass Pflanzen gut darauf reagieren, teils sogar besser als auf Leitungswasser in Regionen mit hartem Wasser. Die einzige vernünftige Vorsichtsmaßnahme: nicht trinken. Es ist kein Trinkwasser, und der Kreislauf des Geräts ist nicht für den Lebensmittelkontakt ausgelegt.

Wie viel Wasser in einem ganzen Gebäude verschenkt wird

Die verblüffende Zahl lautet: Ein Gerät mit 9.000 BTU kann mitten im August in zwei Stunden einen Eimer füllen. Multipliziert mit den Geräten an einer Fassade, den Betriebsstunden und den heißen Monaten ergibt sich ein kontinuierlicher Strom destillierten Wassers, der in den meisten Fällen direkt in die Kanalisation fließt.

Manche halten die private Ersparnis für irrelevant, ein paar Cent im Monat, und die Aktion für eher ökologisch als ökonomisch. Die Rechnung ist nicht trivial: Das Wasser eines einzigen Split-Geräts über einen Sommer ergibt mehrere hundert Liter. Auf alle Bewohner eines Hauses verteilt hört die Zahl auf, eine Anekdote zu sein. Was fehlt, ist eine gemeinschaftliche Anlage, die dieses Kondensat in einen Sammelbehälter leitet – etwas, das heute in den meisten Gebäuden nicht existiert.

Das Argument, das den Enthusiasmus dämpft

Der unbequemste Einwand betrifft nicht die Wasserqualität, sondern die Logik der Aktion. Sich um acht gerettete Liter zu sorgen, während die Klimaanlage auf Volllast läuft, ist – mit den Worten eines Skeptikers – wie das Autoradio eines Geländewagens auszuschalten, um Sprit zu sparen. Der Stromverbrauch des Geräts übersteigt bei Weitem den Wert des gewonnenen Wassers.

Das ist ein berechtigter, aber zugleich ein hinterhältiger Einwand. Das Wasser wird nicht gesammelt, um den Energieverbrauch der Klimaanlage auszugleichen, sondern um eine Ressource nicht zu verschwenden, die ohnehin da ist. In Regionen mit Wasserknappheit ändert sich die Logik: Jeder Liter, der nicht ins Klärwerk gelangt, muss nicht aufwendig trinkbar gemacht werden. Die Debatte dreht sich im Kern um die Frage, ob individuelle Einsparung Sinn ergibt, wenn das System nicht darauf ausgelegt ist, sie zu nutzen.

Praktische Einsatzmöglichkeiten über den Garten hinaus

Die Liste der Anwendungen, die im Laufe der Diskussion genannt wurden, ist lang: Toilettenspülkasten, Fußboden wischen, Putzeimer, Dampfbügeleisen. Kalkfreies Wasser ist besonders gut fürs Bügeleisen – so gut, dass manche Hersteller davon abraten, aus Gründen, die eher mit der Garantie zu tun haben als mit der Chemie. Auch die Rückgewinnung von Grauwasser aus dem Waschbecken für die Toilettenspülung wurde angesprochen, doch dort spielt die Physik nicht mit: Ohne Pumpe oder Höhenunterschied fließt Wasser nicht von allein nach oben.

Klar ist: Die individuelle Aktion bewegt die Rechnung nicht. Was sie bewegt, ist die Summe vieler Aktionen und vor allem die Bauweise der Gebäude. Solange das Kondensat standardmäßig in den Kanal geleitet wird, hängt die Nutzung vom Eigeninitiative jedes Anwohners ab.



Acht Liter alle paar Stunden, multipliziert mit einer Gerätestadt, die jeden Sommer wächst. Die Infrastruktur zur Rückgewinnung existiert, sie ist günstig und einfach. Was fehlt, ist die Gewohnheit, sie einzubauen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (26 Antworten).

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