Warum Muslime Asturias und Vasconien nicht festigten

Arme Böden, Kavallerie-Probleme und Berber-Aufstände hielten den kantabrischen Streifen außerhalb von Al-Andalus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Warum Muslime Asturias und Vasconien nicht festigten
Warum die Muslime Asturias und Vasconien nicht konsolidierten

Im Jahr 711 überquerten muslimische Armeen die Meerenge von Gibraltar und eroberten rasch fast die gesamte Iberische Halbinsel. Sie erreichten Poitiers, konnten den kantabrischen Küstenstreifen jedoch nicht festigen. Die Paradoxie ist doppelt: Sie nahmen ihn weder vollständig ein noch war er ihnen interessant genug. Auf dieser Ambivalenz baute sich später eine Erzählung des heldenhaften Widerstands auf, die durch Quellen nicht immer gedeckt wird.

Die Daten deuten auf eine Kombination von Faktoren hin. Erstens geografisch und wirtschaftlich: arme Böden, geringe Bevölkerung und feindliches Klima für eine Armee, die auf Kavallerie basierte. Zweitens militärisch: Araber und Berber drangen nicht massenhaft vor; jeder Vorstoß erforderte Garnisonen im Rücken, was die Kraft beim Vorrücken nach Norden verwässerte.

Ereignisse in Asturias zwischen 714 und 718

Die Chronologie ist differenzierter als die Legende. 714 wurde ein Pakt mit den Eroberern geschlossen, gefolgt von Siedlungen in Gijón, wo der Gouverneur Munuza Pelayas Schwester heiratete. 717 rebellierte Pelayo, 718 folgte Covadonga. Es gab also eine reale muslimische Präsenz, keine bloße gescheiterte Raid.

Covadonga war nicht der einzige Wendepunkt. Der Berber-Aufstand destabilisierte das Umayyaden-Kalifat, während das Emirat von Córdoba unabhängig vom Abbasiden-Kalifat wurde. Das muslimische Staatswesen auf der Halbinsel musste sich nach innen wenden. Feldzüge in Gallien und asturischer Widerstand taten das Übrige.

Die vergessene Rolle von Vasconien und Aquitanien

Ein oft fehlendes Element: Odo der Große, Herzog von Vasconien und Aquitanien. Nach einigen Deutungen kämpfte er 711 in Pamplona gegen den westgotischen König Roderich, als die Muslime einfielen. Das iberische Vasconien lag in seiner Einflusssphäre, die südliche Ebene war umstritten zwischen Aquitanern und Westgoten.

Auch ethnische Fragen zu Álava sind diskutiert. Asturische Chroniken beschreiben Munia als Beute der Basken, während andere Lesarten sie als baskische Prinzessin aus Álava sehen. Dies erklärt Verwandtschaften mit vasconischen Herzögen und die Ankunft der Nepotier in Asturias.

Der Norden als wertloses Territorium für die Zentralmacht

Rentabilität ist das häufigste Argument. Die Region hatte nicht den Wert von Baetica, Lusitanien oder Tarraconensis. Die Muslime folgten dem Weg des geringsten Widerstands, nahmen ehemalige westgotische Gebiete ein und überquerten dort die Pyrenäen. Der kantabrische Streifen fiel aus der Prioritätenliste.

Die Topografie verstärkte dies. Kahlköpfige Hügel zu erklimmen oder Wälder mit Kavallerie zu durchqueren war teuer. Bei Poitiers stoppten Karl Martells Franken die Nordexpansion durch schwere Infanterie. Das Ergebnis war ein Gleichgewicht: gefestigter Süden, diffuse nördliche Grenze.

Kampf um die Erzählung: Asturias gegen Vasconien

Viele Debatten entspringen Identitätsrivalitäten. Eine Seite behauptet, Asturias habe die Reconquista begonnen, als Ursprung von León, Portugal und Kastilien. Die andere Seite argumentiert, die Basken hätten nie direkt gekämpft und die Reconquista Navarras endete in Tudela. Der Streit mischt Geschichte mit territorialem Stolz.

Tatsächlich leistete der nördliche Streifen mehr Widerstand aufgrund mangelnden muslimischen Interesses als wegen militärischer Mauern. Hätte sich die Geschichte geändert, wenn Hischam I. versucht hätte, Oviedo zu festigen statt es zu plündern? Diese Frage bleibt unbeantwortet.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (104 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver