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Wahlregister am 23. Juli: 590.000 Stimmen mehr als Wähler
Die Gesamtzahl der Stimmen, Enthaltungen, ungültigen und leeren Stimmzettel am 23. Juli übersteigt das Wahlregister in Spanien um fast 590.000. Die Diskrepanz bleibt offiziell ungeklärt.
Wahlregister am 23. Juli: 590.000 Stimmen mehr als Wähler
Prüfen wir die offiziellen Zahlen der Parlamentswahlen vom 23. Juli 2023: 24.743.612 Stimmen für Parteien, 10.402.450 Nichtwähler, 261.078 ungültige und 199.392 leere Stimmzettel. Das ergibt insgesamt 35.606.532. Das Wahlregister der in Spanien ansässigen Stimmberechtigten umfasste 35.016.000 Personen. Die Differenz zeigt fast 590.000 zusätzliche Stimmen, eine Abweichung, die kurz nach der Auszählung bekannt wurde und nie vollständig offiziell erklärt wurde. Diese Zahl kursiert seit Jahren, ohne dass sie widerlegt wurde.
Was sind CER- und CERA-Wahlregister?
Spanien führt zwei getrennte Wählerverzeichnisse. Das CER (Censo Electoral de Residentes) umfasst die im Inland wohnhaften Stimmberechtigten; das CERA (Censo Electoral de Residentes Ausentes) die im Ausland lebenden Spanier. Im Frühjahr 2023 lag das CER bei rund 35 Millionen Wählern, das CERA bei etwa 2,3 Millionen. Alarm schlug es, als man feststellte, dass die Summe aus Beteiligung, Enthaltung, ungültigen und leeren Stimmen die Obergrenze des nationalen Registers überschritt. Daraus entstand die These des Wahlbetrugs.
Einwand: Ungültige und leere Stimmen waren bereits gezählt
Das häufigste Argument gegen die Abweichung ist rechnerischer Natur. Ungültige und leere Stimmen gehören bereits zu den abgegebenen Stimmen; ihre erneute Addition verdoppelt einen Teil der Gesamtsumme. Zudem wird die Enthaltung nicht einzeln erfasst, sondern durch Subtraktion der abgegebenen Stimmen von der Gesamtwählerschaft ermittelt. Mit dieser Korrektur verschwindet ein Großteil des vermeintlichen Überschusses. Nach den verbreiteten kritischen Berechnungen verbleibt jedoch eine Differenz von rund 140.000 Stimmen ohne dokumentarische Erklärung.
Warum steigt das Wahlregister zwischen März und Juli?
Der zweite Aspekt betrifft die Melderegisterdaten. Das am Wahlabend verwendete Register ist nicht das zum 1. Mai geschlossene, sondern das aktuelle mit späteren Einträgen: Personen, die vor dem 23. Juli volljährig wurden und noch nicht in den monatlichen INE-Zahlen (Instituto Nacional de Estadística) enthalten sind. Zwischen März und Juli kommen vier Monate neuer Wähler hinzu. Der andere Teil der Gleichung sind Verstorbene, die in einigen Zählungen nicht abgemeldet wurden. Das offizielle Register zum 1. Juni lag bei 35.032.817; die für den 23. Juli genannte Zahl beträgt laut Befürworter dieser Theorie 35.141.122. Keine davon erscheint in einem öffentlich einsehbaren Bulletin.
PSOE vervielfacht Stimmen zwischen 28. Mai und 23. Juli
Hier werden Zahlen immer wieder zitiert. In der Autonomen Gemeinschaft Madrid stieg die PSOE (Partido Socialista Obrero Español) von 609.718 Stimmen bei den Regionalwahlen am 28. Mai 2023 auf 993.870 bei den Parlamentswahlen weniger als zwei Monate später. In der Comunidad Valenciana von 691.861 bei den Regionalwahlen auf 834.758 allein in der Provinz Valencia. Dies sind Anstiege von rund 60 % in Gebieten, die nur wenige Wochen nacheinander abstimmten, ohne Wechsel der nationalen Parteiführung. Dieser Vergleich ist das meistzitierte Argument dafür, dass etwas nicht stimmt.
These: CERA-Stimmen in Briefwahl-Säcken
Die weitreichendste Hypothese besagt, dass Stimmen aus dem Auslandsregister in die Säcke der Briefwahl eingeschleust wurden. Die Logik: Wenn das CERA nur etwa 1 % wählt – ein Verfahren, das Antragstellung und Versand über das Konsulat erfordert –, besteht eine große Lücke zwischen tatsächlich abgegebenen Stimmen und denen, die ins Register passen. Eine Aufblähung der Briefwahl-Kampagne würde genügen, um ein zusätzliches Paket zu rechtfertigen. Das Datum, der 23. Juli mitten in der Ferienzeit, diente als Alibi. Kein Dokument belegt diesen Manöver: Es ist eine Hypothese, kein bewiesener Fakt.
Auslandswähler und der Umschlag, der nie ankommt
Wer im Ausland lebt, berichtet offen: In einem geschilderten Fall traf der Umschlag mit den Unterlagen erst 36 Stunden vor der Wahl ein. Da die Frist für die Briefwahl bereits abgelaufen war, konnte der Wähler sein Recht nicht ausüben. Laut diesem Bericht tauchten die Unterlagen nur bei zwei der letzten Wahlen auf. Die Vorschriften änderten sich so, dass CERA-Wähler nicht mehr persönlich in ihrem spanischen Wahllokal abstimmen konnten, was Kritiker zufolge die einzige Möglichkeit eliminiert, sicherzustellen, dass die Stimme nicht gefälscht wurde.
Segovia: Auszählung endet vor Gericht
Ein anderer Fall landete tatsächlich vor Gericht. Ignacio Pando Echevarría, Präsident der Audiencia Provincial von Segovia und der örtlichen Wahlkommission, trat zurück, nachdem er beschuldigt wurde, während der Auszählung am 23. Juli in dieser Provinz Straftaten begangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass er keinen Sonderstatus genießt, und der Fall ging an das Amtsgericht Nr. 1 von Segovia (Voruntersuchung 104/2024). Die Anklage richtet sich gegen das Verfahren, nicht gegen eine Manipulation der Stimmen.
Parallel kursierten Vorwürfe bezüglich der Auszählungssoftware: Ein ausländischer Sender bezichtigte Indra eines systematischen Wahlbetrugs, und in sozialen Medien behauptete man, Urnen seien zur IFEMA gebracht worden und Mitarbeiter könnten aussagen. Keines davon wurde als Beweis vor Gericht zugelassen.
Der Schatten der Briefwahl
Das Volumen der Briefwahl am 23. Juli, nahe drei Millionen laut damaligen Angaben, nährt alle Theorien. Leire Díaz, eine mit dem Postnetz verbundene Person, wurde in sozialen Medien wegen einer früheren Manipulation der Briefwahl in einer Gemeinde in Kantabrien genannt, ein Vorwurf, der in keiner gerichtlichen Entscheidung bestätigt ist. Die Übereinstimmung dieses Volumens mit der Auszählung des Auslandsregisters, die separat behandelt wird, verbindet die Teile der Verschwörungserzählung.
Mit diesen Elementen lautet die Frage nicht mehr nur, woher 590.000 Stimmen stammen. Sondern wie oft ein Auszählungsergebnis akzeptiert wurde, das niemand Aktenseite für Aktenseite prüfte, und ob die Abweichung eine falsche Addition ist, wie die technische Seite behauptet, oder mehr. Eine offizielle Antwort, die dies abschließt, fehlt weiterhin.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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