Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Wahlchaos in Spanien: Auslandsstimmen und Enkelgesetz sorgen für Streit
Auslandsstimmen (CERA) und das Enkelgesetz stellen die Wählerregister in Frage: 400.000 Einträge gefährden Mandate.
Kann eine Parlamentswahl ausgesetzt werden, weil das Register der im Ausland lebenden Bürger unter Verdacht steht? Diese Frage dominiert derzeit die politischen und juristischen Debatten in Spanien. Der Auslöser ist die Kombination zweier Faktoren: das Enkelgesetz – die achte Zusatzbestimmung des Gesetzes zur Demokratischen Erinnerung, seit Oktober 2022 in Kraft – und die CERA-Stimme, also das Wahlrecht der im Ausland gemeldeten Spanier. Es geht nicht mehr darum, ob Betrug vorliegt, sondern wie viele Sitze dadurch verschoben werden könnten und ob der Oberste Gerichtshof den Wahlkalender stoppen kann.
Was sind CERA-Stimmen und warum ist ihre Zahl unklar?
Die CERA-Stimmen werden am Wahltag nicht mit den lokalen Urnen vermischt. Sie werden separat ausgezählt, in einer einzigen Wahlbehörde pro Provinz, die am Freitag nach der Wahl zusammentritt. Dieses technische Detail ist entscheidend: Wird diese Behörde für ungültig erklärt, wird die gesamte CERA-Stimme der Provinz annulliert, egal ob die Wähler aus Buenos Aires, Oslo oder Tokio stammen. Eine Trennung von gültigen und ungültigen Stimmen ist unmöglich.
Hier liegt das Kernproblem. Im Wählerregister gibt es kein Feld, das den Grund der Registrierung angibt. Man kann einen Spanier, der seit zwei Jahren im Ausland lebt, nicht von jemandem unterscheiden, der gerade durch das Enkelgesetz die Staatsbürgerschaft erhalten hat. Schätzungen zufolge könnten sich über diesen Weg rund 400.000 neue Wähler eingeschrieben haben, obwohl nur ein Bruchteil – etwa 30.000 – tatsächlich wählen würde. Der Rest bläht das Register auf, ohne abzustimmen.
Wie viele Sitze können Auslandsstimmen verschieben?
Hier beginnt der Zahlenstreit. Eine Seite argumentiert, dass 400.000 gut platzierte Stimmen in knappen Wahlkreisen zu einer Verschiebung von 10 bis 20 Sitzen führen könnten, was eine angekündigte absolute Mehrheit kippen würde. Die Gegenseite hält entgegen, dass CERA-provinzial ausgezählt wird und der reale Einfluss bei maximal drei bis vier Sitzen liegt. Der Unterschied zwischen diesen Zahlen ist gewaltig: Er entscheidet über eine ruhige Wahlnacht oder ein institutionelles Erdbeben.
Manche gehen weiter und behaupten, wenn 80 % der CERA-Stimmen einer Provinz an eine Partei gingen, wäre der Skandal so groß, dass die Wahl selbst in den Hintergrund träte. Vergleiche mit dem Jahr 1936 wurden bereits gezogen. Andere, moderater gestimmt, weisen darauf hin, dass das wahre Loch beim Briefwahlverkehr innerhalb Spaniens liegt, wo erheblicher Schaden unbemerkt angerichtet werden kann.
Der juristische Kampf: Was sagt das LOREG?
Rechtsmittel gegen Wahlergebnisse existieren. Die Artikel 109 bis 117 des LOREG (Gesetz über das allgemeine Wahlregime) sehen die Ungültigkeitserklärung der Gewählten und die Wiederholung der Wahl in betroffenen Bezirken vor. Die Frage ist, ob dieser Mechanismus auf eine Auszählung anwendbar ist, die in einer einzigen Provinzbehörde stattfindet. Die technische Antwort ist unbequem: Die Annullierung dieser Behörde bedeutet die Annullierung aller CERA-Stimmen der Provinz, ohne Möglichkeit für feine Korrekturen.
Der Oberste Gerichtshof muss sehr vorsichtig vorgehen. Wenn er die Wahl aussetzt, ist das Parlament aufgelöst und die geschäftsführende Regierung verwaltet die Ständige Kommission. Manche sehen darin das Risiko einer unbegrenzten Verlängerung. Andere argumentieren, dass eine Aussetzung wegen eines fragwürdigen Registers weniger schwer wiegt als eine Durchführung mit einem kontaminierten Register. Eine saubere Lösung gibt es nicht.
Das Enkelgesetz: Herkunft und aktuelle Kontroverse
Die Norm entstand im Oktober 2022 mit dem Gesetz zur Demokratischen Erinnerung. Ihr erklärtes Ziel war die Rehabilitierung der Nachkommen von Exilierten. Kritiker sagen, ihr praktischer Effekt sei, jedem Enkel eines Spaniers den Zugang zu eröffnen, ohne den Status als politischer Flüchtling nachweisen zu müssen. Diese Interpretation, zugeschrieben einer administrativen Anweisung, steht im Zentrum des Streits.
Die juristische Frage ist, ob eine mutmaßlich irregulär verliehene Staatsbürgerschaft ein Wahlrecht begründen kann. Einige Juristen argumentieren, dass ein nichtiger Akt keine erworbenen Rechte erzeugt. Andere betonen, dass die Aberkennung einer Staatsbürgerschaft viel schwieriger sei als ihre Verleihung, und dass die 400.000 Eingetragenen faktisch schon Teil des Systems sind.
Wer hat gehandelt und wer schaut zu?
Vox hat vor über einem Jahr Klage gegen das Enkelgesetz eingereicht, so ihre Sprecher. Die PP tat dies nicht. Diese Asymmetrie nährt Vorwürfe der Passivität: Während einige klagten, warteten andere darauf, dass sich das Problem von selbst löst. Das Ergebnis, so die Kritiker, ist ein aufgeblähtes Register und ein enger werdender Handlungsspielraum.
Die vorgezogene Neuwahl erschwerte den Zeitplan. Die Auflösung der Cortes vor Überprüfung des Registers bringt die Regierung in eine Position, die manche als vorteilhaft beschreiben: Sie kann die Überprüfung hinauszögern, während sie per Dekret Gesetze erlässt. Andere sehen darin eine Falle, die auf den Urheber zurückfällt. Sicher ist nur: Die Uhr tickt und saubere Lösungen sind rar.
Letztlich geht es nicht darum, ob das System hält. Es geht darum, wie lange jemand brauchen wird, um 400.000 Akten mit vier Beamten und einer Datenbank zu prüfen, die den Registrierungsgrund nicht unterscheidet. Spoiler: Wer die Prüfung macht, wird bei deren Abschluss nicht mehr im Amt sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).
Ein Forum diskutiert über die Töchter des ehemaligen spanischen Premiers Zapatero. Der Fokus liegt auf dem Aussehen statt auf unbelegten Vermögensangaben.
Juan García-Gallardo, Vizepräsident von Vox in Kastilien und León, führt steigende Wohnungspreise in Spanien auf die Einwanderung aus Südamerika zurück.
Die spanische Sozialversicherung verlor im August 199.300 Versicherte, der schlechteste Wert seit 2019, während die registrierte Arbeitslosigkeit um 21.905 stieg.
Serbien stimmt der Ankunft von 100.000 ghanaischen Arbeitern zu, während 600.000 junge Menschen arbeitslos sind. Das Abkommen wird als Zoll für die EU gesehen und löst eine Migrationsdebatte aus.
Spaniens Gleichstellungsministerin Irene Montero verurteilt Drohungen zur Abschiebung von Migranten als Rassismus und kritisiert ausländische Fonds beim Wohnungserwerb.