Vox will Spaniens Staatsbürgerschaft für Migranten entziehen

Ein Bericht beziffert die Kosten pro Migrant auf 158.000 Euro und setzt ein Einkommenslimit von 40.000 Euro. Ist der Entzug der Staatsbürgerschaft realistisch?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Entzug der Staatsbürgerschaft für 2,5 Millionen Migranten: Die Debatte, die niemand führen will

Der Vorschlag von Vox, 2,5 Millionen Migranten die Staatsbürgerschaft zu entziehen, hat die Diskussion über die staatlichen Kosten pro Person wieder entfacht. Ein in den letzten Tagen zirkulierender Bericht beziffert die durchschnittlichen Lebenszeitkosten eines Migranten auf 158.000 Euro und legt ein Gehaltsschwelle von 40.000 Euro fest, ab der ein Steuerzahler die öffentlichen Kassen nicht mehr belastet. Starke Zahlen, aber mit fragwürdiger Basis: Der Bericht gruppiert nach Herkunft und Bildungsgrad, wobei nicht alle Analysen der Methodik zustimmen.

Die 40.000-Euro-Schwelle: Ein zweischneidiges Schwert

Der brisanteste Aspekt ist das Einkommenskriterium. Wenn weniger als 40.000 Euro jemanden zum fiskalischen Ballast machen, unterscheidet dieses Kriterium nicht zwischen einem Migranten und einem Spanier mit demselben Gehalt. Einige Stimmen gehen weiter und weisen darauf hin, dass indirekte Steuern wie die Mehrwertsteuer nicht korrekt berücksichtigt werden: Wer fast alles ausgibt, was er verdient, finanziert ebenfalls öffentliche Dienstleistungen. So betrachtet wird die Studie kein Argument gegen Migration, sondern eine Momentaufnahme des Wohlfahrtsstaates.

Doch diese Nuance bremst die Befürworter der Maßnahme nicht aus. Für sie lautet die Schlussfolgerung anders: Wenn der Geringverdiener eine Last ist, sollte die Migrationspolitik reine Selektion sein. Das Problem ist, dass sich diese Selektion auf ein unangenehmes Herkunftsmerkmal stützt: Nach den genannten Daten haben Europäer, Inder oder Chinesen einen positiven Saldo, während Afrikaner, Türken oder Syrer einen negativen aufweisen. Hier endet die wirtschaftliche Diskussion im Identitätsstreit.

Rechtliche Machbarkeit: Von der Idee zur Illusion

Millionen Menschen die Staatsbürgerschaft zu entziehen, ist keine Option, die einer Regierung offensteht, schon gar nicht einer, die Koalitionspartner braucht. Der Entzug der Staatsbürgerschaft ist auf sehr spezifische Fälle beschränkt: Betrug bei der Erlangung oder Verurteilungen wegen schwerer Straftaten. Wirtschaftliche Kriterien tauchen nirgends auf. Daher erinnern Skeptiker daran, dass der Vorschlag reine Wahlpropaganda ist: Weder der Koalitionspartner würde ihn akzeptieren noch die Gerichte ihn zulassen.

Einige Teilnehmer an der Debatte gehen weiter und stellen fest, dass die Maßnahme neben ihrer Unmachbarkeit auch unzureichend sei. Wenn es um Druck geht, belaufen sich die Berechnungen je nach Messmethode auf 10 Millionen oder mehr. Aber diese Zahl versenkt den Vorschlag eher im Lächerlichen, als ihn zu stärken: Es ist keine Politik, sondern ein Wahlkampfslogan.

Vergleich mit anderen Ländern: Das Schweizer Vorbild

Die Debatte hat das Schweizer Modell aufgegriffen, wo die Einbürgerung 15 Jahre Aufenthalt und eine strenge Prüfung erfordert, im Gegensatz zur vermeintlichen Leichtigkeit im spanischen Fall, wo laut einer geteilten Anekdote eine Stromrechnung ausreichen schien. Auch Deutschland wurde genannt, mit Schätzungen von 200.000 Euro pro ungelerntem Migrant. Der Vergleich untermauert die These, dass das Problem nicht nur darin liegt, wie viele kommen, sondern unter welchen Bedingungen und mit welchen Erwartungen.

Die Diskussion lässt die unbequeme Frage offen: Wenn das Kriterium der steuerliche Beitrag ist, warum wendet man denselben Maßstab nicht auf einkommensschwache Spanier an? Oder besser: Inwiefern verwandelt eine auf Einkommen basierende Migrationspolitik den Wohlfahrtsstaat in ein Unternehmen mit Gewinnzielen? Bisweilen bleiben die 2,5 Millionen Staatsbürgerschaften, die Vox überprüfen will, zumindest heute unverletzlich.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (164 Antworten).

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