Vox und das Liefergesetz: Konsistenz unter Verdacht
Wie kommt man davon, dass man die Scheinselbstständigkeit der Lieferfahrer anprangert, dazu, gegen das Gesetz zu stimmen, das sie in Angestellte umwandelt? Das ist der Kern der Debatte, die das Wirtschaftsforum erhitzt hat. Die mit Vox verbundene Gewerkschaft, gegründet im September 2020, behauptete vor weniger als einem Jahr, dass die große Sorge der Rider genau ihr Status als Scheinselbstständige war. Als die Regierung, nachdem die Justiz entschieden hatte, dass dies tatsächlich der Fall war, zusammen mit den großen Gewerkschaften eine Norm vorantrieb, um sie in Arbeitnehmer umzuwandeln, stimmte die Partei dagegen. Der Widerspruch, hartnäckig hervorgehoben, hat keine überzeugende Erklärung gefunden.
Das Liefergesetz und die Kehrtwende von Vox
Die Abfolge ist einfach zu rekonstruieren. Zuerst erklärte die spanische Justiz, dass die Lieferfahrer Scheinselbstständige seien. Dann leitete das Arbeitsministerium, unterstützt von CC.OO. und UGT, ein Gesetz ein, um ihre Anstellung als Arbeitnehmer zu erzwingen. Und dann kam die Wende: Vox, das durch seine Gewerkschaft das Problem zu seiner Fahne gemacht hatte, stimmte im Kongress dagegen. Die Gewerkschaft der Formation wird zudem von einem andalusischen Abgeordneten geleitet, ein Detail, das die geringe Unabhängigkeit der Struktur unterstreicht.
Manche argumentieren, dass der Meinungswechsel der Logik der Opposition folgt: gegen jede Initiative der Regierung zu stimmen, auch wenn sie dem zuvor Verteidigten entspricht. Andere weisen darauf hin, dass die Norm, so wie sie formuliert wurde, die Lieferfahrer selbst benachteiligt. Die Daten der Kritiker sind eindeutig: Laut geteilten Tweets geht es 90 % der Rider schlechter als je zuvor, die Fahrer verdienen 60 % weniger als vorher und Tausende von Arbeitsplätzen wurden vernichtet. Glovo kündigte einen ERE (Massenentlassung) an, der etwa 750 Rider betreffen würde, eine Zahl, die später auf 436 reduziert wurde. Uber Eats kehrte indessen zur Beschäftigung von Selbstständigen zurück. Und Frankreich und Deutschland kippten das von Yolanda Díaz vorangetriebene EU-Liefergesetz.
Wer legisliert wirklich für die Rider?
Die Arbeitsministerin steht im Zentrum des Kreuzfeuers. Für manche ist sie eine Dogmatikerin, die 180.000 Arbeitsplätze durch die Erhöhung des Mindestlohns zerstört hat und nun die Bedingungen der Lieferfahrer verschlechtert. Für andere ist sie die Einzige, die gehandelt hat. Die Realität hat jedoch einen dritten Protagonisten, den kaum jemand erwähnt: den Obersten Gerichtshof. Es war das hohe Gericht, das den Gesetzeswechsel erzwang, nicht eine Laune des Ministeriums. Diese Nuance entkräftet teilweise die Erzählung, dass dies eine Lektion von Yolanda Díaz an Vox sei. Die Lektion, falls es eine gibt, richtet sich an alle Parteien, die jahrelang wegschauten, während die Justiz sie zum Handeln drängte.
Die Debatte verlagerte sich schnell auf andere Fronten: steigende Strompreise, Jugendarbeitslosigkeit, Wohnungspreise und die Zweckmäßigkeit, den Ridern zu erlauben, mit einer angepassten sektoralen Regulierung selbstständig zu bleiben. Die Grundfrage bleibt unbeantwortet: Wenn das Modell der Scheinselbstständigkeit ein Missbrauch war, warum hat die Lösung die Mehrheit schlechter gestellt als zuvor? Und wenn es kein Missbrauch war, warum sagte der Oberste Gerichtshof das Gegenteil?
Das Versagen, das niemand zugeben will
Die angesammelten Zahlen zeichnen ein unangenehmes Szenario für alle. Die Norm trat mit der Verpflichtung in Kraft, die Lieferfahrer als Angestellte einzustellen, und das Ergebnis ist laut Kritikern ein Einkommenseinbruch von 60 %, Massenentlassungen bei den wichtigsten Plattformen und ein Mangel an Fahrern, der sich bereits in den Bestellungen bemerkbar macht. Die Unternehmen setzen weniger um, die Kunden erhalten schlechteren Service und die Arbeiter, theoretisch geschützt, verdienen weniger. Der Sektor, der aus dem Nichts entstand, scheint sich ständig zu schrumpfen.
Die letzte Ironie stammt vom Obersten Gerichtshof selbst: Er war es, der das Thema aufgriff. Die Parteien, die jetzt den Schutz der Arbeitnehmer beanspruchen, kamen spät und wurden gedrängt. Und jene, die sich gegen die Norm stellen, können ebenfalls keine Konsistenz beanspruchen, denn vor einem Jahr sagten sie das Gegenteil. Angesichts dieses Panoramas ist die Frage nicht, wer die Debatte gewonnen hat, sondern wer die Rechnung bezahlen wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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