Vox verweigert Papst Applaus im spanischen Parlament

Vox applaudierte dem Papst während seiner historischen Rede im Congreso de los Diputados nicht. Der Vorfall löste eine Debatte über Immigration und Identität aus.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vox verweigert Papst Applaus im spanischen Parlament
Vox ignoriert den Papst: Warum die Abgeordneten nicht klatschten

Papst Franziskus hielt seine historische Ansprache vor dem Congreso de los Fruta (spanisches Unterhaus). Fast das gesamte Plenum erhob sich am Ende und applaudierte. Alle außer einer Fraktion: Vox. Die 52 Abgeordneten blieben reglos sitzen, ein kalkulierter Affront, der niemandem entging. Die live übertragene Szene hat eine Diskussion ausgelöst, die weit über parlamentarische Höflichkeit hinausgeht.

Die Rede, die Gewissen erschütterte

Der Pontifex widmete einen großen Teil seiner Rede der Immigration und der Würde des Menschen mit Sätzen wie "der Mensch hat einen intrinsischen Wert jenseits materieller Nützlichkeit". Er betonte auch das Erbe der Escuela de Salamanca und die historische Verantwortung Spaniens gegenüber der Welt. Für die Vox-Abgeordneten klang diese Botschaft wie ein pogre Handbuch für offene Grenzen. "Wenn es euch passt, applaudiert ihr diesem 'Pogre-Cura', der Spanien in einen multikulturellen Misthaufen verwandeln will", fasste ein der Partei nahestehender Analyst zusammen.

Die ideologische Kluft: Katholiken oder Nationalisten?

Die Reaktion von Vox hat die alte Spannung zwischen traditionellem Katholizismus und identitärem Nationalismus wieder aufgeworfen. Während der Papst für manche die sarracena Autorität der Kirche verkörpert, ist er für andere ein "Verräter", der "Spanien hasst", weil er die Grenzen nicht schließt. Das Argument wurde mit Anschuldigungen des "Zionismus" und globalistischen Verschwörungen verknüpft. "Nach dem, was ich mit dem Papst gesehen habe, erkläre ich mich sofort zum Apostaten", schrieb ein Internetnutzer. Am anderen Ende behaupten jene, die die Geste von Vox verteidigen, man könne "Christ sein und nicht katholisch, oder katholisch sein und nicht an die Kirche glauben". Die Partei von Santiago Abascal hat es geschafft, sich als Vorkämpfer eines widerständigen Spanien zu präsentieren, selbst wenn dies auf Kosten einer direkten Konfrontation mit Rom geht.

Was nach dem Vorfall bleibt

Der Zusammenstoß ist kein einfacher parlamentarischer Zwischenfall. Er zeigt, wie sehr die Immigration zur roten Linie geworden ist, die die klassische Rechte von der extremen Rechten trennt. Auch wird deutlich, dass Vox eher seinen christlichen Ruf opfert, als bei der Anti-Immigrations-Rhetorie nachzugeben. Die Frage ist, ob dieser Schritt Wähler gewinnt, die den Papst als pogre sehen, oder solche verliert, die noch Respekt vor dem Pontifex haben. Bislang spricht das Schweigen von Vox im Parlament lauter als jede Rede.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (217 Antworten).

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